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Nachfolgekrise bedroht die Zukunft von schwäbischen Handwerksunternehmen
Nachfolgesicherung

Nachfolgekrise bedroht die Zukunft von schwäbischen Handwerksunternehmen

Nach dem Nachfolge-Monitoring der KfW richtet die HWK Schwaben einen 10-Punkte-Plan an die Politik, um schwäbische Handwerksbetriebe bei der Nachfolgesicherung zu unterstützen. Foto: Adobe Stock/ Robert Kneschke
Nach dem Nachfolge-Monitoring der KfW richtet die HWK Schwaben einen 10-Punkte-Plan an die Politik, um schwäbische Handwerksbetriebe bei der Nachfolgesicherung zu unterstützen. Foto: Adobe Stock/ Robert Kneschke

Viele Handwerksbetriebe in Deutschland stehen vor einer unsicheren Zukunft. Das aktuelle Nachfolge-Monitoring der KfW zeigt, dass fehlende Nachfolger und bürokratische Hürden zunehmend zum Problem werden. Auch im schwäbischen Handwerk werden die Herausforderungen sichtbar.

Das Anfang Januar veröffentlichte Nachfolge-Monitoring der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zeigt, dass deutschlandweit bis 2029 über 100.000 Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen schließen könnten. Als häufigste Ursachen nennen die Studienautoren fehlende Nachfolgekandidaten sowie überbordende Bürokratie. Die Situation im schwäbischen Handwerk verschärft sich besonders. Ein Viertel aller Unternehmer im Bezirk der Handwerkskammer (HWK) für Schwaben ist über 60 Jahre alt. Gleichzeitig gestaltet sich die Suche nach Nachfolgern zunehmend schwierig. 

Aus für gesunde Unternehmen? 

„Die in der KfW-Studie genannten Gründe für immer häufigeres Scheitern von Unternehmensübergaben decken sich mit unseren Erhebungen“, äußert sich Ulrich Wagner, der Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben. „Ein gefährlicher Gift-Cocktail aus Nachwuchs- und Fachkräftemangel, hohen Steuern und Sozialabgaben sowie Energiekosten und – nicht zu vergessen – immenser bürokratischer Belastung für die Betriebe sorgt für das oft leise Sterben von erfolgreichen und gesunden Unternehmen“, erklärt Wagner weiter.

10-Punkte-Papier für bessere Übergaben 

Um die Lage zu verbessern, hat die HWK Schwaben gemeinsam mit ihren Partnerkammern in Bayern ein 10-Punkte-Papier erarbeitet, das an die Politik gerichtet ist. Ziel des Papiers ist es, sowohl Unternehmensübergaben als auch Neugründungen zu fördern. „Wir halten es für unerlässlich, jetzt zügig zu handeln und den Betrieben nicht nur mit vernünftigen Reformen, sondern auch mit konkreten und schnellen Maßnahmen unter die Arme zu greifen“, betonte Ulrich Wagner. Das Papier enthält Vorschläge, wie bürokratische Hürden reduziert, Nachfolgeprozesse erleichtert und die Rahmenbedingungen für Gründer verbessert werden können. 

Die zentralen Forderungen des Papiers lassen sich auf einige Kernpunkte zusammenfassen:

  • Anerkennung des Unternehmertums durch Bildung und Kampagnen
  • vereinfachte und digitalisierte Verfahren für Gründung und Nachfolge
  • erleichterter Zugang zu Finanzierung und EU-Fördermitteln
  • steuerliche und bürokratische Entlastungen
  • praxistaugliche Erbschaftsregelungen
  • eine bessere soziale Absicherung.
Weitere Punkte betreffen die Entlastung von Familiennachfolgen, die gerechte Gestaltung von Stadt- und Landinfrastruktur und die Durchsetzung fairer Marktbedingungen.

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