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Derzeit seien Energie- und Rohstoffpreise der größte Treiber für die negative Wirtschaftsentwicklung. Im Vergleich zum Herbst sinkt der IHK-Konjunkturklimaindex in Bayerisch-Schwaben nämlich um vier Punkte auf 105. Im Zeitraum vom 10. bis 20. Januar 2022 befragte die IHK Schwaben seine Mitgliedsunternehmen zu ihren derzeitigen Einschätzungen bezüglich Gegenwart und Zukunft der Wirtschaft in der Region. Auf einem Pressegespräch stellte der Verband nun die Umfragewerte vor. Aus ihnen gehe ein dringender Handlungsbedarf hervor.
Der Querschnitt aus den Antworten der knapp 950 Unternehmen ergibt eine Sorge vor zukünftigen Entwicklungen. Branchenunabhängig stuften 68 Prozent die Energie- und Rohstoffpreise als größte Gefahr ein. „Besonders das Risiko der hohen Energiepreise hat sich erheblich verschärft. Auch leiden zwei Drittel aller Unternehmen unter der Material- und Rohstoffknappheit“, mahnt Dr. Marc Lucassen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben. Mit einer zeitnahen Entschärfung der Situation ist nicht zu rechnen. Schon gar nicht für das mit 62 Prozent als zweitgrößtes eingestufte Risiko des Fachkräftemangels.
Vermutlich werden die Auswirkungen des ungedeckten Bedarfs an qualifizierten Mitarbeitern noch länger als die krisenbedingten Effekte der Pandemie bestehen. Dr. Lucassen warnt vor „70.000 unbesetzten Stellen bis zum Ende der Dekade“ in Bayerisch-Schwaben, weil die „geburtenstarken Generationen vor dem Renteneintritt stehen“. Für Dr. Andreas Kopton steht fest, dass seit der Erkennung des wirtschaftlichen Problems vor 20 Jahren, sich in Bayerisch-Schwaben zu wenig geändert habe. Für die prognostizierte Unterbesetzung im Jahr 2030 zitiert er einen simplen Lösungsansatz von Prof. Dr. Hüther, Direktor des Deutschen Institut für Wirtschaft: „Wenn wir bereit wären zwei Stunden pro Woche mehr zu arbeiten, dann würden wir dem Fachkräftemangel den Atem nehmen.“
Obwohl der IHK-Konjunkturklimaindex gesunken ist, zeigt sich die gesamtwirtschaftliche Lage weiterhin deutlich besser als im letzten Winter und etwas positiver als der langjährige Durchschnitt. Dr. Lucassen hebt die Robustheit des bayerisch-schwäbischen Standorts hervor: „In Summe hat sich die bayerisch-schwäbische Wirtschaft resilient gezeigt. Die regionale Wirtschaft kann Krise.“ So beurteilen lediglich 14 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht, dagegen 86 Prozent als gut oder befriedigend. „Die Corona-Krise und die wirtschaftliche Entwicklung lassen sich nur gemeinsam einordnen. Diese starke Wechselwirkung gab es bei vorherigen Krisen nicht. Daher ist das Ende der Pandemie die Voraussetzung für wirtschaftliche Stabilität und Wachstum“, ergänzt der IHK-Hauptgeschäftsführer.
Es bleibt dabei, dass insbesondere sowohl das Reise- und Gastgewerbe als auch der Einzelhandel die größten Rückschläge mit jeder neuen Infektionswelle hinnehmen muss. Das hat erneut Konsequenzen für den bayerisch-schwäbischen Tourismus. Weil dieser im Wirtschaftsraum Allgäu eine größere Rolle einnimmt als in anderen Regionen, verschlechterte sich die Einschätzung ortsabhängig. So kommt es, dass Unternehmen aus Nordschwaben ihr Lage als besser einstufen, als es im Süden oder Augsburg der Fall ist. Branchentypisch zeigt sich überall die Industrie und das Baugewerbe am robustesten.
„Die Industrie ist der Konjunkturmotor der Region“, so Lucassen. Deren Abhängigkeit vom Auslandsgeschäft, hauptsächlich mit dem Euro-Raum, China und den USA, birgt sowohl Chancen als auch Risiken. Lucassen dazu: „Noch entwickelt sich das Auftragsvolumen der wichtigsten Außenhandelspartner positiv. Größter Unsicherheitsfaktor ist mit Blick auf die Corona-Pandemie allerdings die wirtschaftliche Entwicklung in China.“