Aus- statt Neubau

Landrat Sailer stellt sich gegen IHK Schwaben beim Bahnausbau Ulm

Den ländlichen Raum stärken, das geht laut vbw und Augsburgs Landrat Martin Sailer am besten durch Infrastruktur. Beim Ausbau der Stammstrecke nach Ulm vertritt er eine klare Meinung – entgegen der Industrie- und Handelskammer.

Bei einer Presserundfahrt durch das Augsburger Land diskutierte der Landrat mit den Stellvertretenden Vorsitzende des Vorstands der vbw Schwaben, Werner Ziegelmeier (Inhaber von Z MOBILITY) und Dr. Markus Partik (Geschäftsführer SGL Carbon GmbH) sowie Stephanie Ammicht, Geschäftsführerin der vbw Bezirksgruppe Schwaben. „Ich bin fest davon überzeugt, dass der ländliche Raum Zukunft hat und unser Zukunftsraum ist“, stellte Sailer klar.

Arbeitsplätze auf dem Land entlasten Verkehr

Um die Potenziale zu nutzen, brauche es eine entsprechende Infrastruktur. „Wichtig ist vor allem, Flächen bereitzustellen und die kommunale Infrastruktur auszubauen. Der Landkreis Augsburg setzt hier auf konsequente Wirtschaftsförderung. Durch die Ansiedlung von Unternehmen im ländlichen Raum, entstehen für die Menschen vor Ort kürzere Wege zum Arbeitsplatz, was sich wiederum positiv auf den Verkehr auswirkt“, so der Landrat. Als Beispiel nannte er die Ansiedlung des Logistik Clusters im Süden und den Neubau von Bernd Siegmund in Oberottmarshausen.

Sailer fordert 15 Minuten Takt für Regionalbahn

Wichtiges Thema auch: die Stammstrecke der Bahn nach Ulm. Martin Sailer machte deutlich, hier nicht d'accord mit der IHK Schwaben zu sein. Er sprach sich für einen Aus- statt Neubau an der Autobahn aus. „Wer jetzt auf eine Neubaustrecke setzt, muss sich darüber im Klaren sein, dass diese erst in 20 oder 30 Jahren kommen wird.“ Abschnitte schrittweise zu planen und umzusetzen sei die bessere und schnellere Lösung. Weiter sprach er sich für einen S-Bahn ähnlichen Takt von 15 Minuten für die Regionalbahn aus.

„Sonst verlieren wir diese Leute an die Stadt“

S-Bahnausbau, Zugverbindung Augsburg-Ulm, Fuggerexpress und ÖPNV waren auch Thema von Werner Ziegelmeier. Sein Betrieb ist im Landkreis, in Bobingen, angesiedelt. „Firmen schaffen hohe Wertschöpfung auf dem Land“, fasste er es kurz zusammen. Unternehmen wie Grenzebach und Wanzl würden dies täglich demonstrieren. Doch diese seien von einer guten Anbindung abhängig, um von Fachkräften erreicht zu werden.

Dr. Markus Partik kennt das Problem in Meitingen ebenfalls: „Junge Leute in Ausbildung sind gerade im ersten Lehrjahr auf guten ÖPNV angewiesen um zum Unternehmen und in die Berufsschule zu kommen. Sonst verlieren wir diese Leute an die Stadt und sie bleiben in der Stadt.“

Reduzierte Baufelder sind „Tot jeglicher Entwicklung“

„Was entscheidend sein wird, ist, dass wir einen Großteil der jungen Menschen auf dem Land halten“, so Partik weiter. Dafür braucht es Wohnraum. Das Volksbegehren jährlich nur 3.500 Quadratmeter neue Flächen zu bebauen ist jedoch der „Tot jeglicher Entwicklung“, wie Martin Sailer einwarf. Dies würde verhindern, dass sich Unternehmen vergrößern und Arbeitsplätze schaffen können. Der Konflikt zwischen Verkehr, Industrie und Wohnen um Bauplätze spitze sich so weiter zu. „Gemeinden wollen nicht zugebaut werden, aber wir brauchen auch Platz für junge Familien“, betonte Partik.

Wettbewerbsfähig nur mit Breitband

Um den ländlichen Raum attraktiver zu gestalten, müsse zudem in digitale Infrastruktur investiert werden. „Schwäbische Leit-Unternehmen im ländlichen Raum brauchen Gigabit-Netze um im internationalen Wettbewerb weiter mithalten zu können“, forderte Ziegelmeier. Ein Breitbandausbau auf dem Land schaffe auch Möglichkeiten für Homeoffice-Tätigkeiten. Diese erleichtere es gerade Frauen mit Kindern, Beruf und Familie zu vereinen. Mehr Flexibilität wünschten sich hierbei auch Partik bei der Kundenbetreuung am Nachmittag, die an vielen Stellen noch komplett fehle. „Der ländliche Raum muss Wirtschafts-, Wohn- und Kulturort bleiben“, schloss Ziegelmeier ab.

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Wettbewerbsfähig nur mit Breitband

Um den ländlichen Raum attraktiver zu gestalten, müsse zudem in digitale Infrastruktur investiert werden. „Schwäbische Leit-Unternehmen im ländlichen Raum brauchen Gigabit-Netze um im internationalen Wettbewerb weiter mithalten zu können“, forderte Ziegelmeier. Ein Breitbandausbau auf dem Land schaffe auch Möglichkeiten für Homeoffice-Tätigkeiten. Diese erleichtere es gerade Frauen mit Kindern, Beruf und Familie zu vereinen. Mehr Flexibilität wünschten sich hierbei auch Partik bei der Kundenbetreuung am Nachmittag, die an vielen Stellen noch komplett fehle. „Der ländliche Raum muss Wirtschafts-, Wohn- und Kulturort bleiben“, schloss Ziegelmeier ab.

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