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Kuka warnt trotz Wachstum: „Vorsicht geboten“ nach Gewinnrückgang
Geschäftsjahr 2025

Kuka warnt trotz Wachstum: „Vorsicht geboten“ nach Gewinnrückgang

Kuka-CEO Christoph Schell. Kuka hat seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht. Foto: Kuka Group
Kuka-CEO Christoph Schell. Kuka hat seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht. Foto: Kuka Group

Umsatz und Auftragseingang bei Kuka sind 2025 gestiegen. Die Profitabilität sinkt jedoch. Was hinter dem EBIT-Einbruch steckt – und was Kuka 2026 erwartet.

Der Augsburger Roboter- und Anlagenbauer konnte im Jahr 2025 sowohl seinen Umsatz als auch die Auftragseingänge steigern. Der Gewinn fiel jedoch deutlich geringer aus. Nach Angaben des Unternehmens sei „Vorsicht geboten“. 

Kuka hat im vergangenen Jahr Aufträge im Umfang von 4,15 Milliarden Euro erhalten und damit 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Kuka hat im vergangenen Jahr Aufträge im Umfang von 4,15 Milliarden Euro verbucht – ein Plus von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz des Roboter- und Anlagenbauers ist ebenfalls gestiegen – um 4,4 Prozent auf 3,89 Milliarden Euro. Das Umsatzwachstum führt Kuka vor allem auf den chinesischen Markt zurück: Dort erzielte Kuka erstmals einen Umsatz von über einer Milliarde Euro. Insgesamt verteilt sich der Umsatz zu je einem Drittel auf Amerika, Asien-Pazifik und die zusammengefasste Region Europa, Naher Osten und Afrika. 

Gleichzeitig ist der operative Gewinn (EBIT) erneut deutlich eingebrochen. Kuka spricht davon, dass „Vorsicht geboten“ sei. Die Profitabilität blieb trotz gesteigertem Umsatz laut eigenen Angaben deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Kennzahlen für Kuka 2025 

So sank das EBIT um 23,3 Prozent – von 76,5 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 58,7 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2023 hatte Kuka noch einen operativen Gewinn von 158,2 Millionen Euro erzielt. Dementsprechend sank auch 2025 erneut die EBIT-Marge: von zwei auf 1,5 Prozent. Die EBIT-Marge gibt das Verhältnis des EBIT zum Umsatz an. 2020, im ersten Pandemiejahr, lag die EBIT-Marge noch bei 4,4 Prozent.

Der Free Cashflow lag im vergangenen Jahr bei 190,2 Millionen Euro (2024: 223,7 Millionen Euro). Die Eigenkapitalquote lag bei 36,7 Prozent (2024: 38,8 Prozent). Das Book-to-Bill-Ratio, also das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz, sank von 1,09 auf 1,07. „Im Gesamtergebnis zeigt sich zwar eine leichte Verbesserung, dennoch ist Vorsicht geboten“, bewertet Kuka seine Situation. „Da die Rahmenbedingungen weiterhin herausfordernd bleiben und zusätzliche Maßnahmen zur Stabilisierung erforderlich sind.“ 

Gründe für den Gewinneinbruch 

Den deutlich gesunkenen operativen Gewinn führt der Konzern auf verschiedene Effekte zurück. Zum einen auf die US-Zölle und die gestiegenen Rohstoffpreise. Zum anderen wirkt sich laut Kuka der intensivierte Wettbewerb negativ aus. Man müsse auch nicht-profitable Projekte annehmen, um die Beschäftigung zu sichern, heißt es auf Nachfrage. Vor allem die begonnene Restrukturierung habe sich mit Abfindungen auf das EBIT ausgewirkt. Denn 2025 wurden in Augsburg 200 Stellen abgebaut. 

Neben den Abfindungen im Rahmen des Stellenabbaus erhielten auch ausgeschiedene Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder Zahlungen in Höhe von insgesamt 2,2 Millionen Euro. Ende Juni hatte der bisherige CEO Peter Mohnen Kuka auf eigenen Wunsch verlassen. Sein Nachfolger ist Christoph Schell. 

Wie geht es Kuka in Augsburg? 

Kuka kommt in seinem Geschäftsbericht zu dem Schluss, dass die Kostenstrukturen weiter optimiert werden müssen. Grund dafür seien die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der zunehmende Wettbewerbsdruck. Demnach werde auch weiter Personal abgebaut. In Augsburg sollen insgesamt 560 Vollzeitstellen sozialverträglich wegfallen. Am Stammsitz in Augsburg arbeiten rund 3.200 Beschäftigte. 

Im Rahmen der Restrukturierung sollen unter anderem auch die Führungs- und Entscheidungswege vereinfacht sowie der Ressourcen optimierter eingesetzt werden. Rollen, Verantwortlichkeiten und Standorte des Konzerns sollen angepasst werden. „Diese Maßnahmen sind notwendig, um auf veränderte Marktbedingungen, technologischen Wandel und zunehmenden globalen Wettbewerbsdruck zu reagieren“, schreibt Kuka im Geschäftsbericht.

Dass in Augsburg über 500 Vollzeitstellen abgebaut werden sollen, liegt laut Kuka an einem massiven Rückgang an Neuaufträgen. Im November teilte Kuka mit, dass im Robotikgeschäft inzwischen Aufträge im Wert von deutlich über 100 Millionen Euro fehlen. Grund ist, dass die Autoindustrie bei neuen Projekten zurückhaltend ist und gleichzeitig der Wettbewerbsdruck durch Anbieter aus Asien wächst. Dennoch halte Kuka weiter am Standort Augsburg fest. 

Forschung und Entwicklung: Automation plus KI 

Trotz des Gewinnrückgangs investierte Kuka im vergangenen Jahr 213 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung, so viel wie noch nie. Kuka-CEO Schell erwartet ein „Jahrzehnt tiefgreifender technologischer Transformationen“. Vor allem Software und KI entwickeln sich laut Schell zunehmend zu den entscheidenden Treibern. Hier will das Unternehmen seine Kompetenzen ausbauen, um die Automatisierungstechnologie mit KI-Lösungen zu verknüpfen. 

Schell sieht die industrielle Automatisierung vor einem tiefgreifenden Wandel und spricht von einer „Automation 2.0“: Intelligente, vernetzte und selbstoptimierte Systeme werden den Takt vorgeben. Dadurch könne sich Kuka von einem reinen Maschinenhersteller zu einem Unternehmen für „Physical AI“ entwickeln. „Roboter und Automatisierungssysteme entwickeln sich von programmierbaren Maschinen zu intelligenten Mitwirkenden, die lernen, sich anpassen und sicher an der Seite von Menschen arbeiten können“, sagt Schell. So verbinde etwa die neue Automation Management Software-Plattform KUKA AMP die traditionelle deterministische Automatisierung mit absichtsbasierter (intent-basierter) Automatisierung. 

Ausblick auf das Kuka-Jahr 2026 

Für das laufende Jahr rechnet Kuka damit, dass Umsatz und Auftragseingang moderat wachsen und über den Werten für 2025 liegen werden. Auch für die EBIT-Marge erwartet der Konzern eine Steigerung, wenn auch im niedrigen einstelligen Bereich.

Aufgrund der geopolitischen Entwicklungen und Handelskonflikte erwartet Kuka, dass seine Kunden auch weiterhin zurückhaltend investieren. US-Zölle werden weiter das Ergebnis belasten und verunsichern. Dennoch blickt Kuka zuversichtlich auf 2026. „Langfristig erwartet Kuka eine Stärkung ihrer globalen Marktposition, die sich aus den Effekten des Restrukturierungsprogramms sowie den eingeleiteten Effizienzsteigerungsmaßnahmen ergeben werden“, heißt es im Geschäftsbericht.

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