Augsburger Einzelhandel

K&L Ruppert verlässt Augsburgs Innenstadt: Parkplatzmangel schuld?

Das Gebäude von K&L Ruppert befindet sich in zentrale Lage am Königsplatz. Foto: Isabell Walter / B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Das Bekleidungs-Haus K&L Ruppert zieht sich aus der Filiale am Königsplatz zurück. Die Standorte in Haunstetten und in Gersthofen sollen hingegen erhalten bleiben. Die IHK Schwaben bezeichnet den Weggang der Filiale als Weckruf.

K&L Ruppert will den Standort in der Augsburger Innenstadt schließen. Nach Aussagen der K&L-Ruppert-Geschäftsführung hatten neben baulichen Aspekten die Fragen der Erreichbarkeit mit dem Auto und fehlender Parkplätze den Ausschlag für die Schließung gegeben. Zudem habe Marcus Brüning, Vorstand von K&L Ruppert, gegenüber der Augsburger Allgemeine verlauten lassen, dass das Geschäft in Innenstadt-Lagen allgemein schwieriger würde. Randfilialen wie jene in Haunstetten und in Gersthofen würden hingegen besser laufen.

K&L Ruppert verlässt die Augsburger Innenstadt. Foto: Isabell Walter / B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Parkplatz-Mangel: IHK Schwaben will Gleichberechtigung für alle Verkehrs-Träger

Die Problematik der fehlenden Parkplätze sieht auch die IHK Schwaben als äußerst brisantes Thema. So bezeichnet die IHK Schwaben die angekündigte Schließung von K&L Ruppert als „Weckruf", den Bedürfnissen von Kunden mit Pkw künftig wieder stärker Rechnung zu tragen. „Deshalb muss bei der weiteren Diskussion über das Stadtentwicklungs-Konzept die Erreichbarkeit des Zentrums auch mit dem Pkw wieder stärker in den Fokus rücken“, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Saalfrank. „Wir brauchen die Gleichberechtigung aller Verkehrs-Träger einschließlich des Individual-Verkehrs für die Kunden aus dem Umland, wenn wir den Handels-Standort Innenstadt weiter stärken und eine Abwanderung von Unternehmen und Kunden auf die ‚grüne Wiese‘ vermeiden wollen.“

Nach Einschätzung der IHK wäre ein Ausbau weiterer dezentraler Standorte für die Innenstadt demnach kontraproduktiv. Marcus Vorwohlt, Vorstandsmitglied der IHK-Regionalversammlung Augsburg-Stadt und selbst Einzelhändler, betont deshalb: „Nun ist es für die Stärkung und Attraktivität der Augsburger Innenstadt wichtig, an dieser prominenten und hochfrequenten Lage zügig ein Handelsunternehmen mit hoher Strahlkraft und Magnetwirkung für das Umland zu finden.“

Schaden zu wenige Parkmöglichkeiten dem Einzelhandel?

Dass fehlende Parkplätze das Geschäft erschweren, erklärte auch Ludmila Bauer vom „Schlemmerhäusl“ gegenüber unserer Redaktion. Sie wird den Perlachberg nach 15 Jahren zum 30. Juni 2017 verlassen. Der Hauptgrund für diesen Entschluss sind jedoch die steigenden Mietpreise für Immobilien in der Augsburger Innenstadt.

Stadt Augsburg von guter Einkaufs-Lage überzeugt

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Augsburg hat von K&L Ruppert bisher keine offizielle Bestätigung zur Standort-Schließung oder den Hintergründen erhalten. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass beispielsweise nach der Schließung von Galeria Kaufhof mit Schuh Schmid zeitnah ein Nachfolger gefunden werden konnte. Dies spreche für den attraktiven Standort in der Bürgermeister-Fischer-Straße und das Interesse von Einzelhändlern.

Leerstände in vermeintlich guten Lagen seien zudem ein Teil eines normalen Zyklus: Falls sich ein Unternehmen zur Schließung einer Filiale entscheidet und bevor ein neues Unternehmen die Immobilie für eine Nachfolgenutzung übernimmt, entstehen in der Regel immer Leerstände durch Umbauphasen.

Kein überdurchschnittlich hoher Leerstand in Augsburg

Anfang dieses Jahres wurde in der Haupt-Einkaufslage, also in der Innenstadt, eine Leerstands-Quote von 3,4 Prozent gemessen. Dies gilt als guter Wert. Mit 11 Prozent liegt der Leerstand in der Neben-Einkaufslage im bayernweiten Durchschnitt.

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