Augsburger Feinkost-Laden

Inhaberin des „Schlemmerhäusl“ verlässt den Perlachberg

Das „Schlemmerhäusl“ befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Augsburger Rathausplatz. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Das „Schlemmerhäusl“ befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Augsburger Rathausplatz. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Das „Schlemmerhäusl“ befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Augsburger Rathausplatz. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Am 30. Juni 2017 endet der Pachtvertrag von Ludmila Bauer. Warum die Inhaberin ihr „Schlemmerhäusl“ nach über 15 Jahren trotz guter Geschäfte nicht weiter betreiben will, lesen Sie hier.

Vor rund einem Monat traf Ludmila Bauer die Entscheidung, ihren Pachtvertrag nicht zu verlängern. Der Grund: Der Vermieter will die Miete deutlich erhöhen. Nach einer einmaligen Steigerung um 10 Prozent soll jährlich eine weitere um jeweils 2 Prozent folgen. Für die Inhaberin des „Schlemmerhäusl“ ist das nicht bezahlbar. Sie sucht deshalb derzeit nach jemandem, der das Feinkost-Geschäft übernimmt. Erste Interessenten gibt es bereits.

Wenige Parkmöglichkeiten in der Innenstadt

„Die Stadt hat sich verändert“, erzählt Ludmila Bauer. Vor zehn Jahren habe es lange Wartelisten für Räume in der Innenstadt gegeben, heute herrsche vielerorts Leerstand. „Die Stadt tut viel, um den Einzelhandel und die Gastronomie zu stärken“, sagt Bauer, „leider funktioniert es nicht.“ Sie ist überzeugt: Würden die Mieten nicht so stark steigen und gäbe es mehr Parkflächen, sähe die Sache anders aus. „Aber wenn sich hier nichts ändert, sterben solche Geschäfte aus“, ist Bauer überzeugt. „Die Leute kommen nur noch zu Fuß, weil es kaum günstige Park-Möglichkeiten gibt. Früher haben sie eine Kiste Wein gekauft, heute sind es nur noch zwei Flaschen.“ Günstig parken könne man nur noch in der City-Galerie und von dort sei es ein weiter Weg zum „Schlemmerhäusl“ am Perlachberg.

Viel Wettbewerb um Kundschaft

Auch die Konkurrenz bekommt das „Schlemmerhäusl“ zu spüren. „Wir befinden uns hier in der Nähe des Rathausplatzes, aber eben nicht am Rathausplatz“, so Bauer, „die Mieten werden immer teurer, aber die Laufkundschaft ist nicht dieselbe wie die der Konkurrenz. Zu uns kommt nur, wer das ‚Schlemmerhäusl‘ gezielt aufsuchen will.“

Umzug des „Schlemmerhäusl“ keine Option

„Die Gastronomie ist ein hartes Pflaster“, so Ludmila Bauer weiter. „Wieder von vorne anzufangen wie vor 15 Jahren, das will ich nicht.“ Zehntausende würde es allein kosten, den Standort des „Schlemmerhäusl“ zu verlegen. Angst um ihre Zukunft hat sie trotzdem keine: Durch ihr Geschäft und den Catering-Service für Banken, Kanzleien und das Rathaus hat sie sich einen guten Ruf erarbeitet und viele Kontakte. Dass sich daraus für sie eine neue Chance ergeben wird, davon ist Bauer überzeugt. Erste Pläne hat sie auch schon, mehr will sie jedoch noch nicht verraten. Zunächst geht es ihr darum, das „Schlemmerhäusl“ in gute Hände zu übergeben.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben