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IHK Schwaben: „Es riecht nach Krise“ – trotz guter Konjunktur
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IHK Schwaben

IHK Schwaben: „Es riecht nach Krise“ – trotz guter Konjunktur

 Dr. Peter Lintner und Dr. Andreas Kopton, Präsident der IHK Schwaben. Foto: B4B SCHWABEN

Zu Beginn der gestrigen Pressekonferenz verkündete Dr. Andreas Kopton, Präsident der IHK Schwaben, die Ergebnisse der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage. Das Fazit: Den schwäbischen Unternehmen geht es gut. Eigentlich ein Grund zur Freude. Doch gibt es viele Entwicklungen, die die Mittelständler in der Region nervös machen. Baut das wirtschaftliche Wachstum in der Region auf brüchigem Fundament?

von Rebecca Weingarten, Online-Redaktion

Dr. Andreas Kopton, Präsident der IHK Schwaben, und Dr. Peter Lintner, Geschäftsfeldleiter Standort und Monitoring, freuten sich über die gute Nachricht, die sie auf der Pressekonferenz verbreiten konnten: Schwabens Wirtschaft geht es gut. „Ende 2014 war noch eine stärkere Verunsicherung zu spüren“, so Kopton, „diese hat sich nun gelegt.“ Also alles in Butter? Ja – aber. „Das Fundament, auf dem die derzeit gute Konjunktur basiert, ist nicht sehr stark“, erklärte Kopton. Das liegt daran, dass vielen Unternehmern die langfristige Perspektive für ihre Geschäfte fehlt. Bleiben die Rohstoffpreise und der Euro niedrig? Wie geht mit außenpolitischen Konflikten weiter? Auch bleibt die Frage, warum der Einzelhandel von den niedrigen Zinsen nicht so stark profitiert wie erhofft. Gleichzeitig belasten politische Rahmenbedingungen die Mittelständler in der Region. Mindestlohn, Rente mit 63, Erbschaftssteuer, mangelnder Breitbandausbau, Konflikte um Stromtrassen: Bei vielen Themen herrscht Verunsicherung. Diese wird dann als Risikopotential eingestuft. Investitionen, die die Wirtschaft nachhaltig stärken könnten, bleiben aus. Und das, obwohl es den Unternehmen grundsätzlich gut geht.

Ausbleibende Investitionen: Ist das Geld zu billig?

Dr. Peter Lintner zitierte in diesem Sinne Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassenverbands: „Es riecht nach Krise.“ Obwohl sich die konjunkturelle Lage erneut gebessert hat, werden also die ersten Sommergewitter befürchtet. Dr. Andreas Kopton erklärte diesen Umstand so: „Zur Zeit sind viele politische Entscheidungen von mangelnder Kontinuität geprägt. Die Politik der Europäischen Zentralbank ist ein gutes Beispiel hierfür. Sie verunsichert die Menschen. Das Geld ist zu billig. Das schafft Verunsicherung. Unsere derzeitig gute Konjunktur baut nicht auf starken ökonomischen Prozessen, auf die sich die Unternehmen verlassen können.“

Die Bauwirtschaft Schwabens boomt

In den vergangenen Monaten verbuchten viele Unternehmen in der Region weitere Einbrüche im Russland-Geschäft. Die Geschäfte in Nordamerika laufen hingegen gut, auch das Asien-Geschäft hat sich wieder erholt. Die Bauwirtschaft boomt wie erwartet. Auch die unternehmensbezogenen Dienstleistungen sind stark. Lediglich im Einzelhandel, im Großhandel und in der Logistik herrscht gedämpfte Euphorie. Vor allem die Entwicklungen im Einzelhandel sollten jedoch nicht überbewertet werden. „Sie geben aber Anlass zur Beobachtung, denn sie könnten ein Frühindikator für eine Krise sein“, erklärte Lintner. Derzeit lässt sich allerdings nicht sagen, ob der momentane Abwärtstrend eine Momentaufnahme der letzten Wochen oder eine Entwicklungstendenz ist.

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Diese Faktoren sehen die Unternehmer als Risiken

Die Inlandsnachfrage verunsichert viele Unternehmer. „Man traut dem Frieden nicht“, so Lintner. Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schaffen keine Sicherheit. Rund 240.000 Minijob werden 2015 im Vergleich zum Vorjahr wegfallen. Dafür gibt es circa 50.000 Sozialversicherungspflichtige mehr. „Diese Veränderungen haben viele Facetten. Ihre Auswirkungen bleiben abzuwarten“, kommentierte Lintner die Entwicklung. Fest steht, dass zu viele Veränderungen zu Verunsicherung beitragen können.

Um diese Dinge machen sich Schwabens Unternehmer weniger Sorgen

Trotz allem gibt es auch Themen, die Schwabens Unternehmer nicht beunruhigen. Dazu gehören beispielsweise die Energie- und Rohstoffpreise: Hier werden keine drastischen Preisanstiege befürchtet. Gleichzeitig schätzen die Unternehmer, dass die Auslandsnachfrage stark bleiben wird. Auch die Wechselkurse sowie Finanzierungsfragen machen ihnen keine Sorgen.

Starke Wirtschaft trotz vieler negativer Schlagzeilen?

Probleme bei OSRAMStellenabbau bei Fendt, die aktuellen Entwicklungen bei der MAN – und dennoch ist die Konjunktur Schwabens an und für sich gut. Wie passt das zusammen? „Das ist die Marktwirtschaft“, so Kopton, „es gibt auch Unternehmen wie MAGNET-SCHULTZ in Memmingen, die in den vergangenen Jahren viel richtig gemacht haben und davon jetzt profitieren.“ Insgesamt hat die schwäbische Wirtschaft jedoch deutlich mehr starke Unternehmen als Sorgenkinder. Deshalb bleibt das Abschlussfazit: Es geht Schwabens Wirtschaft gut. „Wir wollen die Konjunktur nicht schlecht reden. Sie ist gut. Aber das Terrain, auf dem wir uns bewegen, ist voller Fallstricke“, betonte Lintner abschließend.

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