Konjunktur-Umfrage Frühjahr 2019

IHK Schwaben: Das schnelle Wachstum ist vorbei

Eine Umfrage der IHK Schwaben hat ermittelt, dass die Wirtschaft nur noch langsam wächst. Wie dem entgegengewirkt werden soll und warum die schwäbischen Unternehmen trotzdem positiv gestimmt sind.

An der IHK-Konjunkturumfrage des Frühjahrs 2019 haben sich rund 1.000 Unternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen beteiligt.  Doch trotz des rauer werdenden Klimas ist die Stimmung in der schwäbischen Wirtschaft weiterhin positiv. Der IHK-Konjunkturindex für Schwaben fiel im Frühjahr erneut leicht. Damit steht er nun auf 128 Punkten. Die Zeiten des schnellen Wachstums sind also vorbei und die Zuwachsraten deutlich zurückgegangen.

IHK-Präsident Dr. Andreas Kopton blieb trotzdem weiter optimistisch: „Unterm Strich geht es der schwäbischen Wirtschaft gut. Internationale Handelskonflikte sowie protektionistische Tendenzen treffen die exportorientierten Industriebetriebe hart, doch mit dem robusten Handel und dem starken Bau können wir insgesamt von einer wirtschaftlichen Verschnaufpause sprechen.“

Auftragsvolumen mit Nordamerika und Europa ist rückläufig

Rückläufige Auftragsvolumen wurden vermehrt aus dem Handel mit Nordamerika berichtet, ebenso wie innerhalb Europas die Steigerungen ausbleiben. Anders sieht die Lage dagegen in Asien aus: Der Handel mit China und den asiatischen Märkten konnte leicht zulegen.

Gestützt wird die Konjunktur außerdem von der Inlandsnachfrage. Das zeigte sich innerhalb einzelner Branchen. Die Bauwirtschaft boomt weiterhin und Dienstleistungsunternehmen sowie der Handel haben ihr Wachstum nur leicht verlangsamt. Die Industrieunternehmen bewegen sich hingegen in einem schwierigeren Umfeld. Hier kann die Inlandsnachfrage nämlich nicht die Schwächen der globalen Märkte auffangen.

Fachkräftemangel ist das größte Risiko

Befragt nach den größten Risiken für die weitere Entwicklung, wird die Bedeutung der Inlandsnachfrage als konjunkturelle Stütze klar: 43 Prozent sehen in ihr ein Risiko. Hauptrisiko bleibt für 62 Prozent der Unternehmen allerdings die angespannte Fachkräftesituation. Weitere Problemfelder sind aus Sicht der Befragten die politischen Rahmenbedingungen (45 Prozent) und die Arbeitskosten (44 Prozent). „Das sind klare Anzeichen dafür, dass die Politik die Unternehmenssteuern reformieren und endlich die Bürokratielast spürbar senken muss“, kommentierte IHK-Präsident Dr. Kopton.

Reinhold Braun: Fortbildungen sind wesentliche Säule

Der Fachkräftemangel trifft die Branchen und Regionen zwar unterschiedlich hart, doch spürbar ist er in allen Unternehmen. Mit der zielgruppenspezifischen Bildungsoffensive „Lehre macht Karriere“ konnte die IHK bereits neue Potentiale für die berufliche Ausbildung gewinnen. „Die duale Ausbildung ist für viele Unternehmen der Schlüssel zum Erfolg. Die berufsbegleitende Fortbildung ist eine wesentliche Säule ihrer nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit“, erklärte Reinhold Braun, stellvertretender IHK-Präsident.

Die schwäbische Wirtschaft ist außerdem stark exportorientiert. Doch damit verbinden sich nicht nur große Absatzmärkte, sondern auch der harte Druck des globalen Wettbewerbs. Gerhard Pfeifer, stellvertretender IHK-Präsident, erläuterte deswegen: „Unsere Angebote beginnen in der Region und enden über die Auslandskammern in den Absatzmärkten dieser Welt. Diese weiter zu schärfen und innovativ zu bleiben ist unser Ziel.“

Digitalisierung soll greifbar sein

Den digitalen Wandel will die IHK durch breitgefächerte Netzwerke praxisnah und damit greifbar machen. „Wir wollen die digitale Kompetenz mehren und gleichzeitig Start-ups mit etablierten Betrieben zusammenbringen, beispielsweise im Augsburger CoworkingCampus. Denn davon profitieren alle“, berichtete IHK-Präsident Dr. Kopton.

Erstes Ziel bei der Energiewende bleibe hingegen, die hohe Versorgungssicherheit bei international wettbewerbsfähigen Preisen zu gewährleisten. „Wir werden die regionale Energiewende weiterhin aktiv begleiten, indem wir Produzenten, Verbraucher und Regulierer immer wieder an einen Tisch bringen, für Transparenz und Klarheit bei den Fakten sorgen und beispielsweise bei der Energieeffizienz Hilfe zur Selbsthilfe geben“, erläuterte IHK-Vizepräsident Braun.

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Rückläufige Auftragsvolumen wurden vermehrt aus dem Handel mit Nordamerika berichtet, ebenso wie innerhalb Europas die Steigerungen ausbleiben. Anders sieht die Lage dagegen in Asien aus: Der Handel mit China und den asiatischen Märkten konnte leicht zulegen.

Gestützt wird die Konjunktur außerdem von der Inlandsnachfrage. Das zeigte sich innerhalb einzelner Branchen. Die Bauwirtschaft boomt weiterhin und Dienstleistungsunternehmen sowie der Handel haben ihr Wachstum nur leicht verlangsamt. Die Industrieunternehmen bewegen sich hingegen in einem schwierigeren Umfeld. Hier kann die Inlandsnachfrage nämlich nicht die Schwächen der globalen Märkte auffangen.

Fachkräftemangel ist das größte Risiko

Befragt nach den größten Risiken für die weitere Entwicklung, wird die Bedeutung der Inlandsnachfrage als konjunkturelle Stütze klar: 43 Prozent sehen in ihr ein Risiko. Hauptrisiko bleibt für 62 Prozent der Unternehmen allerdings die angespannte Fachkräftesituation. Weitere Problemfelder sind aus Sicht der Befragten die politischen Rahmenbedingungen (45 Prozent) und die Arbeitskosten (44 Prozent). „Das sind klare Anzeichen dafür, dass die Politik die Unternehmenssteuern reformieren und endlich die Bürokratielast spürbar senken muss“, kommentierte IHK-Präsident Dr. Kopton.

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Der Fachkräftemangel trifft die Branchen und Regionen zwar unterschiedlich hart, doch spürbar ist er in allen Unternehmen. Mit der zielgruppenspezifischen Bildungsoffensive „Lehre macht Karriere“ konnte die IHK bereits neue Potentiale für die berufliche Ausbildung gewinnen. „Die duale Ausbildung ist für viele Unternehmen der Schlüssel zum Erfolg. Die berufsbegleitende Fortbildung ist eine wesentliche Säule ihrer nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit“, erklärte Reinhold Braun, stellvertretender IHK-Präsident.

Die schwäbische Wirtschaft ist außerdem stark exportorientiert. Doch damit verbinden sich nicht nur große Absatzmärkte, sondern auch der harte Druck des globalen Wettbewerbs. Gerhard Pfeifer, stellvertretender IHK-Präsident, erläuterte deswegen: „Unsere Angebote beginnen in der Region und enden über die Auslandskammern in den Absatzmärkten dieser Welt. Diese weiter zu schärfen und innovativ zu bleiben ist unser Ziel.“

Digitalisierung soll greifbar sein

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Erstes Ziel bei der Energiewende bleibe hingegen, die hohe Versorgungssicherheit bei international wettbewerbsfähigen Preisen zu gewährleisten. „Wir werden die regionale Energiewende weiterhin aktiv begleiten, indem wir Produzenten, Verbraucher und Regulierer immer wieder an einen Tisch bringen, für Transparenz und Klarheit bei den Fakten sorgen und beispielsweise bei der Energieeffizienz Hilfe zur Selbsthilfe geben“, erläuterte IHK-Vizepräsident Braun.

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