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Freihandelsabkommen mit Australien: Welche Chancen bieten sich Bayerisch-Schwaben?
Handelsabkommen

Freihandelsabkommen mit Australien: Welche Chancen bieten sich Bayerisch-Schwaben?

Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Australien ist auf dem Weg. Foto: Adobe Stock/ brainwashed 4 you
Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Australien ist auf dem Weg. Foto: Adobe Stock/ brainwashed 4 you

Die EU und Australien haben sich auf ein Freihandelsabkommen verständigt. Der Fokus liegt auf neuen Handelsbeziehungen und dem Zugang zu Rohstoffen. Auch für Bayerisch-Schwaben werden Effekte erwartet.

Die EU und Australien haben sich auf ein Freihandelsabkommen verständigt. Im Mittelpunkt stehen neue Partnerschaften sowie eine stärkere Ausrichtung auf den Indo-Pazifik. „Die EU und Australien mögen geografisch weit voneinander entfernt sein, aber wir könnten in Bezug auf die Art und Weise, wie wir die Welt sehen, nicht näher sein“, sagt Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission.

Signal für neue Handelsbeziehungen 

Wie bewertet die Wirtschaft das neue Freihandelsabkommen? vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt verweist auf veränderte Rahmenbedingungen im Welthandel. „Die Einigung sendet ein starkes Signal. Angesichts der veränderten Weltlage sind Deutschland und die EU mehr denn je gefordert, neue Handels-, Rohstoff- und Investitionspartnerschaften überall auf der Welt abzuschließen “, so Brossardt. 

Die Handelspolitik von US-Präsident Trump wirkt sich belastend auf den globalen Handel aus. China setzt Exportkontrollen bei Seltenen Erden gezielt als politisches Instrument ein. Das habe auch auf Bayern Auswirkungen. „Das Abkommen mit Australien ist nach dem erzielten Abkommen mit Indien ein weiterer wichtiger Schritt, um unsere Handelsbeziehungen zu diversifizieren und unsere Position im Indo-Pazifik zu stärken“, sagt Brossardt. 

Lesen Sie hier:CEPA: Wie der Handel mit Indonesien Bayerns Wirtschaft stärken könnte

Potenzial durch Abbau von Zöllen

Die Europäische Kommission geht davon aus, dass der Handel zwischen beiden Partnern deutlich zulegen könnte. Warenexporte der EU könnten um bis zu 33 Prozent steigen. Der Abbau von Zöllen soll EU-Unternehmen jährlich rund 1 Milliarde Euro an Zöllen einsparen.

Für den bayerischen Außenhandel spielt Australien bisher eine untergeordnete Rolle. Im Jahr 2025 gingen 0,8 Prozent der Exporte dorthin. Damit liegt das Land auf Rang 25 der wichtigsten Absatzmärkte. Gleichzeitig zählt Australien zu den größeren Volkswirtschaften. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 1.580 Milliarden Euro belegt das Land Platz 14 weltweit.

Lesen Sie hier:Aufatmen der Wirtschaft? Mercosur-Abkommen startet vorläufig

Auch die vbw sieht Wachstumsmöglichkeiten durch das Abkommen. „Wird das Abkommen umgesetzt, könnte der Handel mit Waren und Dienstleistungen zwischen den beiden Partnern nach Einschätzung der Europäischen Kommission um rund ein Drittel steigen “, erklärt Brossardt. Durch den Wegfall der Zölle auf 99 Prozent der Warenexporte der EU schaffe das Abkommen neue Absatzmöglichkeiten. Insbesondere der Maschinenbau, die Automobilindustrie sowie die Chemie- und Pharmaindustrie könnten laut Brossardt profitieren. Auch bei Investitionen zeigt sich Interesse. Der Anteil Australiens an den bayerischen Auslandsinvestitionen liegt derzeit bei 2,3 Prozent. 

Rohstoffe als strategischer Faktor 

Neben dem Handel spielt der Zugang zu Rohstoffen eine Rolle. Australien ist ein wichtiger Exporteur. Das Land gilt als größter Förderer von Lithium und verfügt über Vorkommen an Seltenen Erden. Die vbw sieht Europa in einem angespannten internationalen Umfeld. Dabei geht es um die industrielle Entwicklung in China und die Beziehungen zu den USA. „Wir sind überzeugt, dass jedes Freihandelsabkommen unseren europäischen Wirtschaftsraum und unsere bayerische Volkswirtschaft stärker macht. Deswegen setzen wir auf eine zügige Ratifizierung des Abkommens ohne unnötige Verzögerungen“, betont Brossardt abschließend. 

Als nächstes muss der Rat der Europäischen Union dem Abkommen zustimmen, anschließend können die EU und Australien unterschreiben. Dem folgt die Abstimmung des Europäischen Parlaments. 

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