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Annäherung Großbritanniens an Europa: eine Chance?
5 Jahre Brexit

Annäherung Großbritanniens an Europa: eine Chance?

Symbolbild. Fünf Jahre nach dem Brexit nähern sich Europa und das Vereinigte Königreich handelspolitisch langsam wieder an. Foto: stock.adobe.com / gpointstudio
Symbolbild. Fünf Jahre nach dem Brexit nähern sich Europa und das Vereinigte Königreich handelspolitisch langsam wieder an. Foto: stock.adobe.com / gpointstudio

Fünf Jahre nach dem Austritt Großbritanniens aus dem EU-Binnenmarkt plädiert die vbw für eine vertiefte wirtschaftliche Zusammenarbeit. Trotz rückläufiger Handelszahlen sieht die vbw weiterhin erhebliches Potenzial.

Zum fünften Jahrestag des britischen Austritts aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion äußert sich die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zur künftigen Ausgestaltung der Wirtschaftsbeziehungen. Der Verband unterstützt Bestrebungen, die Zusammenarbeit wieder zu intensivieren und verweist dabei auf die anhaltenden wirtschaftlichen Folgen des Brexits für Unternehmen in Bayerisch-Schwaben und darüber hinaus. Der vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt ordnet den Brexit als tiefgreifenden Einschnitt für Europa ein. In einem von globalen Unsicherheiten, geopolitischen Spannungen und wachsendem Protektionismus geprägten Umfeld seien stabile internationale Partnerschaften aus Sicht der Wirtschaft von besonderer Bedeutung.

Handel zwischen Bayern und Großbritannien unter Druck

Die wirtschaftliche Bedeutung des Vereinigten Königreichs für Bayern hat seit dem Referendum von 2016 spürbar abgenommen. Mit einem Handelsvolumen von voraussichtlich knapp 16 Milliarden Euro im Jahr 2025 zählt Großbritannien nur noch der zehntwichtigste Handelspartner des Freistaats. Im Vergleich zu 2015 entspreche dies einem Rückgang um rund ein Viertel beziehungsweise etwa fünf Milliarden Euro.

Gleichzeitig bleibt das Vereinigte Königreich ein relevanter Absatz- und Beschaffungsmarkt. Rund vier Prozent des bayerischen Außenhandels entfallen weiterhin auf den Handel mit Großbritannien. Aus Sicht der vbw verdeutlicht dies, dass trotz bestehender Handelshemmnisse nach wie vor wirtschaftliches Potenzial vorhanden sei, welches jedoch unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht ausgeschöpft werden könne.

Handelshemmnisse und regulatorische Herausforderungen

Nach Einschätzung der vbw kämpfen viele Unternehmen auch Jahre nach dem Brexit mit den praktischen Folgen neuer Handelsbarrieren. Zwar bilde das bestehende Handels- und Kooperationsabkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich eine belastbare Grundlage, doch erschwerten Sonderregelungen im Dienstleistungshandel sowie komplexe Ursprungsnachweise den grenzüberschreitenden Austausch weiterhin erheblich.

Als positive Signale wertet der Verband unter anderem die Verlängerung der CE-Kennzeichnung für die meisten Waren auf unbestimmte Zeit. Auch die britische Beteiligung an europäischen Rüstungsprojekten sowie der geplante Wiedereintritt in das Erasmus-Austauschprogramm ab 2027 werden als Schritte hin zu einer stärkeren Annäherung gesehen. „Es braucht daher ein ‚Mutual Recognition Agreement‘ für sämtliche Sektoren, ein Ende des Flickenteppichs an Regelungen im Dienstleistungshandel sowie eine weitere Senkung der Hürden bei der gegenseitigen Anerkennung von Qualifikationen“, erklärt Brossardt. Nur so schaffen könne für eine langfristig erfolgreiche Handelspartnerschaft gesorgt werden.

Bedeutung für die Exportwirtschaft

Aus Sicht der vbw hat eine vertiefte wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Vereinigten Königreich nicht nur bilaterale Relevanz, sondern auch eine strategische Dimension für die bayerische Exportwirtschaft insgesamt. Eine breitere internationale Aufstellung könne dazu beitragen, Abhängigkeiten von einzelnen Wirtschaftsräumen zu reduzieren und die Krisenfestigkeit der Unternehmen zu erhöhen. „Fakt ist: Je mehr Partner auf der Welt wir haben, umso weniger sind wir von einzelnen Wirtschaftsräumen abhängig. Eine wiedererlangte vertiefte Wirtschaftszusammenarbeit mit dem Vereinigten Königreich wäre ein wirksamer Schritt, um unsere Exportwirtschaft weiter zu diversifizieren und sie für zukünftige Krisen noch besser zu wappnen“, so Brossardt abschließend.

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