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Everllence-Verkauf: US-Investor Bain Capital übernimmt Everllence
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Everllence-Verkauf: US-Investor Bain Capital übernimmt Everllence

VW verkauft das Augsburger Unternehmen Everllence an den US-Finanzinvestor Bain Capital. Foto: B4B/ Katharina Seeburger
VW verkauft das Augsburger Unternehmen Everllence an den US-Finanzinvestor Bain Capital. Foto: B4B/ Katharina Seeburger

Die Spekulationen haben ein Ende. VW verkauft das Augsburger Traditionsunternehmen Everllence an den US-Finanzinvestor Bain Capital. Der Preis ist höher als erwartet.

Die US-amerikanische Investmentgesellschaft Bain Capital kauft 51 Prozent der Anteile an Everllence. Das haben Everllence und seine Muttergesellschaft VW mitgeteilt. VW will mittelfristig mit 49 Prozent Anteilseigner bleiben. Damit enden monatelange Spekulationen über den Verkauf des Augsburger Traditionsunternehmens, das bis vor einem Jahr noch MAN Energy Solutions hieß.

VW teilt mit, der Verkauf solle die nächste Wachstumsphase von Everllence sichern.

Everllence deutlich mehr wert

Auch über den Wert von Everllence herrscht nun Klarheit: VW erhält von Bain Capital rund 7,4 Milliarden Euro. Damit lässt sich der Unternehmenswert auf rund 14 bis 15 Milliarden Euro beziffern. Das ist deutlich höher, als Experten bislang erwartet hatten: Es kursierte ein Unternehmenswert von zunächst fünf schließlich von bis zu acht Milliarden Euro. VW weiß bisher nicht, was es mit den rund 7,4 Milliarden Euro Erlös machen will. Laut einer Mitteilung will VW darüber erst später entscheiden.

Der Verkauf steht laut VW noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung der Regulierungsbehörden. Auch müssen noch die Arbeitnehmervertreter in Frankreich informiert und konsultiert werden. VW will diese Prozesse bis Ende des Jahres abgeschlossen haben.

Was bedeutet der Everllence-Verkauf für Augsburg?

Der Betriebsrat von Everllence und die IG Metall haben im Laufe des Verkaufsprozesses mit VW eine Sicherung für die deutschen Standorte vereinbart. Bis 2030 dürfen die Standorte in Augsburg, Oberhausen, Berlin, Hamburg und Ravensburg nicht geschlossen werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind ebenfalls ausgeschlossen.

Sollte sich der Käufer Bain Capital an diese Gesamtbetriebsvereinbarung nicht halten, könnte der Betriebsrat das laut der Everllence-Betriebsratsvorsitzenden Astrid Kluge einklagen. Dem Betriebsrat ist wichtig, dass das Unternehmen nicht zerschlagen wird. „Wir wollen im Ganzen, also mit allen Produkten, bestehen bleiben“, sagte Kluge Anfang Juni gegenüber unserer Redaktion.

Everllence-CEO Uwe Lauber hofft, dass der Verkauf die Grundlage schafft, um den Wachstumskurs des Unternehmens nachhaltig fortzusetzen und zu beschleunigen. „Die finanzielle Stärke, strategische Expertise und das globale Netzwerk von Bain Capital sollen unsere Position stärken, Innovationen voranzutreiben, Spitzentechnologie zu skalieren und neue Märkte zu erschließen“, sagt Lauber. Der Anspruch von Everllence sei weiterhin Effizienz und Klimaneutralität in Schlüsselindustrien.

Lesen Sie hier: Von MAN Diesel zur Klimaneutralität: Everllence im Umbruch

2018 hatte Everllence, das damals noch MAN Diesel und Turbo hies, sich in MAN Energy Solutions umbenannt. Teil der neuen Unternehmensstrategie: Das Unternehmen orientiert sich zunehmend weg vom ehemaligen „Herzstück Diesel“ hin zu kohlenstoffneutralen, sauberen Energielösungen wie industriellen Großwärmepumpen und Großmotoren, die zwar mit Diesel, aber auch mit Wasserstoff betrieben werden können. Heute zählt Everllence zu den weltweit führenden Herstellern für Großmotoren, Turbomaschinen und Lösungen zur Dekarbonisierung. Bei Everllence arbeiten rund 16.000 Menschen, mehr als 4.000 davon am Hauptsitz in Augsburg. Das Unternehmen macht einen Umsatz von 4,9 Milliarden Euro.

Wer ist der Everllence-Käufer Bain Capital?

Bain Capital wurde 1984 in den USA gegründet und zählt zu den weltweit führenden privaten Investmentgesellschaften. Bain Capital verwaltet Vermögen in Höhe von 225 Milliarden US-Dollar. An weltweit 23 Standorten arbeiten knapp 2.000 Menschen bei Bain Capital.

Die Beteiligungen setzen sich aus unterschiedlichen Anlageklassen zusammen, darunter Private Equity, Growth & Venture, Capital Solutions, Credit & Capital Markets sowie Real Assets

Warum verkauft VW das erfolgreiche Unternehmen Everllence?

Oliver Blume, CEO der Volkswagen Group, spricht mit Blick auf die Entwicklung von Everllence vom „richtigen Zeitpunkt, den nächsten Schritt zu gehen“. Das solle Mehrwert für alle schaffen. „Schlankere Strukturen und Prozesse geben Everllence die Chance auf weiteres Wachstum in attraktiven Märkten wie Datenzentren, Energiewirtschaft und Schifffahrt. Gleichzeitig können wir uns damit noch stärker auf unser Kerngeschäft konzentrieren“, teilt Blume mit. Der Verkauf, bei dem VW rund 7,4 Milliarden Euro von Bain Capital bekommt, soll die Substanz der Volkswagen Group während seiner Transformation stärken.

Laut Arno Antlitz, CFO und COO der Volkswagen Group, arbeitet der Konzern daran, wettbewerbsfähige Strukturen zu schaffen. „Dazu gehört auch das aktive Management unserer zahlreichen Gesellschaften und Beteiligungen“, sagt Antlitz. VW kämpft mit der schwächelnden Autoindustrie in Europa und dem zunehmenden Wettbewerbsdruck durch chinesische Hersteller von E-Autos. „Die Volkswagen Group will damit gleichzeitig die Komplexität ihrer Strukturen verringern, die Steuerung verschlanken, ihre Substanz stärken und ihre finanzielle Flexibilität erhöhen“, so Antlitz weiter.

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