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Everllence-Verkauf: So soll es mit den deutschen Standorten weitergehen
Verkaufsprozess

Everllence-Verkauf: So soll es mit den deutschen Standorten weitergehen

Der Everllence-Hauptsitz in Augsburg. Für die Mitarbeitenden gibt es beim bevorstehenden Verkauf jetzt Garantien. Foto: B4B/ Katharina Seeburger
Der Everllence-Hauptsitz in Augsburg. Für die Mitarbeitenden gibt es beim bevorstehenden Verkauf jetzt Garantien. Foto: B4B/ Katharina Seeburger

Everllence soll verlauft werden. Jetzt hat der Betriebsrat mitgeteilt, welche Garantien er mit Everllence für Mitarbeitende und Standorte in Deutschland ausgehandelt hat.

Seit Monaten wird spekuliert, wer am Ende den Zuschlag für das Augsburger Traditionsunternehmen Everllence bekommt. VW möchte die Mehrheit seiner Tochter verkaufen. Über die möglichen Käufer gibt es keine sicheren Informationen. Immer wieder genannt werden allerdings der schwedische Finanzinvestor EQT aus Schweden, Bain Capital aus den USA und das luxemburgische Finanzunternehmen CVC Capital.

Wie die Augsburger Allgemeine zuerst berichtete, haben Arbeitnehmervertreter mit Everllence und VW nun Vereinbarungen geschlossen, um die Standorte und Mitarbeitenden in Deutschland zu schützen.

Everllence: Garantie bis 2030

Auf Anfrage der Redaktion bestätigt Everllence-Betriebsratsvorsitzende Astrid Kluge, dass sie mit Everllence eine Beschäftigungsgarantie bis 2030 ausgehandelt haben. Bis 2030 gelte auch eine Garantie für die deutschen Standorte. Sollte sich der Käufer an diese Gesamtbetriebsvereinbarung nicht halten, könnte der Betriebsrat das einklagen. VW fahre den Verkaufsprozess sehr korrekt und hat laut Kluge alle bisherigen Zusagen zu Gesprächen eingehalten. VW will sich auf Anfrage zu Details nicht äußern.

Fokus auf Dekarbonisierung bei Everllence

Bezüglich weiterer Forderungen an den Käufer, um die Zerschlagung von Everllence zu verhindern, wurde laut Kluge Stillschweigen vereinbart. „Wir wollen im Ganzen, also mit allen Produkten, bestehen bleiben“, stellt Kluge allerdings klar. Dass Everllence verschiedene Standbeine hat, sieht sie als großen Vorteil. „Damit können wir auf geopolitische Krisen und Marktschwankungen viel besser reagieren“, sagt Kluge. Deshalb fordert der Betriebsrat auch, dass ein Käufer weiter auf die Dekarbonisierung setzt.

2018 hatte Everllence, das damals noch MAN Diesel und Turbo hies, sich in MAN Energy Solutions umbenannt. Teil der neuen Unternehmensstrategie: Das Unternehmen orientiert sich zunehmend weg vom ehemaligen „Herzstück Diesel“ hin zu kohlenstoffneutralen, sauberen Energielösungen wie industriellen Großwärmepumpen und Großmotoren, die zwar mit Diesel, aber auch mit Wasserstoff betrieben werden können.

Lesen Sie hier:Von MAN Diesel zur Klimaneutralität: Everllence im Umbruch

„Die neuen Produkte zur CO₂-Einsparung sind unsere Zukunft. Gegenüber Unternehmen, die nur auf eine Technologie (z.B. Wasserstoff) setzen, haben wir den Vorteil, dass wir das Tempo der Transformation von unserem Kerngeschäft zum Dekarbonisierungs-Geschäft dem Bedarf des Marktes anpassen können. Das macht uns resilienter gegenüber Schwankungen“, erklärt Kluge.

Wie bewerten Everllence-Mitarbeitende den Verkauf?

Die Stimmung unter den Augsburger Everllence-Mitarbeitenden ist laut Kluge bezüglich des Verkaufs ambivalent. „Jeder macht sich Gedanken dazu. Das lässt keinen kalt. Es hängt aber von der Persönlichkeit der Mitarbeitenden ab, ob sie in die Angst gehen oder den Wandel als Chance verstehen “, sagt Kluge und weist auf etwas hin: „Wir sind kein Sanierungsfall. Wir stehen sehr gut da und können daher selbstbewusst in Verhandlungen mit dem Käufer gehen.“ Deshalb fordern die Arbeitnehmervertreter bei Everllence von einem Käufer auch Investitionen und Zukunftspläne.

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