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Die EU setzt ihren handelspolitischen Kurs fort und hat ein neues Freihandelsabkommen geschlossen: Die EU und die Philippinen wollen ihren bilateralen Handel erleichtern. EU-Handelskommissar Šefčovič und die philippinische Handelsministerin Roque sprechen in einer gemeinsamen Erklärung von einem „wichtigen Meilenstein für beide Seiten“.
2015 haben die EU und die Philippinen zum ersten Mal über ein Freihandelsabkommen verhandelt. Diese wurden für mehrere Jahre unterbrochen und erst 2024 wieder aufgenommen.
EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič sieht neue Chancen für Unternehmen, auch für kleine und den Mittelstand. „Diese Partnerschaft wird unseren Exporteuren und Investoren neue Chancen eröffnen, unsere Lieferketten stärken und die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen auf Jahre hinaus vertiefen“, teilt Šefčovič mit.
Vor allem Hersteller von Maschinen, Transportausrüstung, Arzneimitteln, Schweinefleisch, Geflügel und Milchprodukten könnten durch das Freihandelsabkommen profitieren. „Außerdem sorgt es für stärkere und diversifiziertere Lieferketten und das zu einem Zeitpunkt, an dem Resilienz zu einer strategischen Priorität geworden ist“, sagt Šefčovič. Halbleiter seien hierfür ein Beispiel.
Šefčovič sieht für europäische Unternehmen zudem neue Investitionsmöglichkeiten im Bereich der erneuerbaren Energien. Die Philippinen wollen hier ihre Kapazitäten ausbauen.
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Auf beiden Seiten sollen die Zölle abgeschafft und der Marktzugang verbessert werden. Laut der EU-Kommission soll das Freihandelsabkommen mehr als 94 Prozent der Zolltarifpositionen liberalisieren. Das betreffe 97 Prozent der Waren. Auf europäischer Seite sollen vor allem Maschinen, Geräte, Transportmittel, Arzneimittel und medizinische Geräte von dem Freihandelsabkommen profitieren. Aber auch Agrar- und Lebensmittelexporte wie Schweinefleisch, Geflügel, Milchprodukte und Spirituosen.
Mit dem Freihandelsabkommen soll auch das öffentliche Beschaffungswesen für europäische Unternehmen geöffnet werden. Laut EU-Kommission können damit zum ersten Mal ausländische Unternehmen auf öffentliche Aufträge auf den Philippinen bieten.
Zudem soll digitaler Handel erleichtert werden. Auch die Bereiche Nachhaltigkeit, Rohstoffe, Energie und Schutzstandards soll das neue Freihandelsabkommen regeln. Zudem werden rund 200 Herkunftsbezeichnungen europäischer Lebensmittel geschützt.
Vergangenes Jahr lag das Handelsvolumen zwischen der EU und den Philippinen für Waren bei 17,6 Milliarden Euro. Allerdings importierte die EU Waren im Wert von 9,5 Milliarden Euro, während sie 8,1 Milliarden Euro auf die Philippinen exportierte. Das Volumen im Dienstleistungssektor lag 2024 bei 10,3 Milliarden Euro. Hier überstiegen die EU-Exporte mit 5,5 zu 4,8 Milliarden Euro die Importe.
Im Agrarhandel erzielt die EU laut Šefčovič ebenfalls einen Überschuss: Exporten in Höhe von 2 Milliarden Euro stehen demnach Importe von 1,4 Milliarden Euro gegenüber.
2025 war die EU mit einem Anteil von 8,3 Prozent der viertgrößte Handelspartner der Philippinen. Die Philippinen hingegen machten 0,3 Prozent des Warenhandels der EU aus und waren damit der 38.-größte Handelspartner der EU.
EU-Handelskommissar Šefčovič und die philippinische Handelsministerin Cristina Roque sprechen in einer gemeinsamen Erklärung von einem „wichtigen Meilenstein für beide Seiten“. In den kommenden Monaten wollen sie das Freihandelsabkommen unterzeichnen. Bis dahin müssen noch weitere Details geklärt werden.
Vor knapp einem Jahr hat die EU mit Indonesien das Freihandelsabkommen CEPA geschlossen. Zudem befindet sie sich in Verhandlungen mit Thailand und Malaysia.