
Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.
Beim A³ Marktgespräch Immobilien in der Stadtsparkasse Augsburg diskutierten rund 90 Fachleute die aktuelle Marktentwicklung. Im Fokus standen die schwierige Lage, erste positive Signale sowie neue gesetzliche Rahmenbedingungen. Zum Auftakt ordnete Wolfgang Tinzmann, Vorstand der Stadtsparkasse Augsburg, die Situation ein. Aus Sicht der Stadtsparkasse Augsburg zeigen sich erste stabilisierende Tendenzen. „Tragfähige und realistische Vorhaben bleiben trotz aller Herausforderungen weiterhin finanzierbar. Eine fachkundige Beratung ist entscheidend, um die passenden Chancen zu erkennen“, erklärt Tinzmann.
Auch die bundesweite Entwicklung bleibt angespannt. Das Immobilienklima hat sich zuletzt weiter eingetrübt. Gründe sind wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten. Im Wohnungsbau zeigt sich ein strukturelles Defizit. Für 2026 werden rund 180.000 Fertigstellungen erwartet. Der Bedarf liegt mit etwa 350.000 Wohnungen bei doppelt so vielen pro Jahr. Gleichzeitig steigt die Zahl der Baugenehmigungen wieder leicht. In der Region Augsburg bleibt die Nachfrage nach Wohnraum hoch. Das zeigt sich in steigenden Mieten und einer geringen Fluktuation.
Ein zentrales Problem ist der Rückgang neuer Bauprojekte. Das Volumen der Projektentwicklungen ist deutlich gesunken. Im Wohnsegment liegt das Minus bei rund 77 Prozent im Vergleich zum früheren Höchststand. Diese Entwicklung wirkt sich auf das künftige Angebot aus. Der Druck auf den Wohnungsmarkt nimmt dadurch weiter zu.
Lesen Sie hier die Interviewreihe „Perspektive Wohungsbau“
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Änderungen im Bau- und Planungsrecht. Anpassungen im Baugesetzbuch und in der Bayerischen Bauordnung sollen Verfahren vereinfachen und beschleunigen. Rechtsanwältin Tanja Brunner erläuterte die Ziele der Reformen. In der Praxis zeige sich jedoch ein uneinheitliches Bild: Kommunen gehen unterschiedlich vor und prüfen die Anwendung im Einzelfall. Schnellere Genehmigungen allein reichen nicht aus, um kurzfristig mehr Wohnraum zu schaffen. Die Stadt Augsburg berichtet jedoch von ersten Anwendungen des sogenannten „Bauturbos“.
Lesen Sie hier:Bau-Turbo – Ende gut, alles gut für die Baubranche?
In einer Podiumsdiskussion wurden die Teilmärkte näher betrachtet. Beteiligte waren Vertreter aus Finanzwirtschaft, Immobilienbranche und Verwaltung. Die Diskussion zeigte: Der Wohnungsmarkt bleibt angespannt. Im Büromarkt ist die Nachfrage derzeit zurückhaltend. Gleichzeitig steht viel Fläche zur Verfügung.
Im Einzelhandel zeige sich ein struktureller Wandel. Klassische Konzepte verlieren an Bedeutung. Flexible Nutzungen und kleinere Flächen gewinnen an Gewicht. Häufig werden sie mit Gastronomie oder Dienstleistungen kombiniert.
Die Diskussion machte deutlich, dass sich der Markt verändert. Projekte sind weiterhin möglich, Voraussetzung sind jedoch eine genaue Planung, geeignete Standorte und ausreichend Eigenkapital. Gleichzeitig entwickeln sich Chancen und Risiken je nach Segment unterschiedlich. Der Immobilienmarkt befindet sich damit in einer Phase der Neuorientierung.
Einigkeit bestand darüber, dass die aktuellen Herausforderungen nur gemeinsam bewältigt werden können. Der A³ Aktivkreis Immobilien dient als Plattform für diesen Austausch. Rund 160 Akteurinnen und Akteure bringen dort ihre Erfahrungen ein.