Schwabens größtes Volksfest 2018

Augsburger Herbstplärrer verbindet Moderne mit Tradition

Der Herbst-Plärrer 2018. Foto: Johanna Kleinert/B4B Redaktion
Zweimal im Jahr kreiseln, drehen und schwingen Fahrgeschäfte, wie Besucher auf dem Plärrer.  Diesen Herbst gibt es gleich zwei Riesen-Räder, die sich aber nur die Form teilen.

Das Fehlen eines Riesenrads im Vorjahr macht der Herbst 2018 nun wett. So steht der Augsburger Klassiker wieder als Landmarke an gewohnter Stelle. In einiger Distanz vorgesetzt und folglich keineswegs in seinem Schatten, findet sich die kleine Schwester. Doch gemeinsam ist den beiden Rädern eigentlich nur ihre Kreisform.

Rundgang über den Herbstplärrer 2018

Neuheiten: Nostalgie auf dem historischen Rad

In Schausteller-Kreisen wird das kleinere Riesen-Rad offiziell als „russische Schaukel“ bezeichnet. Mit seinen 97 Jahren dreht sich das Augsburger „Russenrad“ nun im Historischen Bereich. „Heute ist alles höher, schneller, weiter. In den Fahrgeschäften steckt immer mehr Technik.“, so Herr Hörmann, der Betreiber des Fahrgeschäfts. Mit seinem Rad fährt er ein Kontrast-Programm zu den blinkenden High-Tech-Gefährten.

Die russische Schaukel von M. Hörmann. Im Hintergrund: Das Riesenrad. Foto: Johanna Kleinert/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Ob das nostalgische Rad trotzdem rentabel ist? „Ich sag‘s mal so: die, die einmal bei uns waren, kommen auch ein zweites oder drittes Mal.“ Nicht zuletzt, weil die Besucher sehen, dass sie hier nicht nur per Knopfdruck in die Lüfte transportiert werden. Mike Hörmann steuert das Fahrgeschäft manuell, mittels einiger Hebeln. Die Besucher würden das Potential der „russischen Schaukel“ meist unterschätzen. Ihr fortgeschrittenes Alter kann nämlich keineswegs als Indiz für geringes Tempo gewertet werden. Dank der geringeren Größe kann sie wesentlich schneller fahren als die Riesen-„Rue Parisienne“. „Abends“, verrät Hörmann, „pack ich für das jüngere Publikum auch mal ein paar Briketts drauf.“

Augsburg hat Tradition bei Schaustellern

Neben den historischen Fahrgeschäften prägen jedoch auch moderne Klassiker und Attraktionen den Plärrer. Das Kettenkarussell „Wellenflug“, die „Leoparden-Spur“, der „Orient-Express“ oder das „Schwaben-Derby“ sind wieder vorzufinden.

Tradition hat bei vielen Schaustellern auch der Standort Augsburg an sich. Daniela Haas beispielsweise ist Schaustellerin in Dritter Generation. Auch viele ihrer Kollegen nehmen jährlich am Augsburger Jahrmarkt teil. Für sie ist klar: „Augsburg ist Heimkommen“.

Alleinstellungs-Merkmal Augsburg

Was den Rummel der Fuggerstadt einzigartig macht, seien die vielen Aktionen, da stimmen die Schausteller überein. „Jeden Tag ist was anderes geboten. Schön ist das vor allem für Familien mit Kindern.“  Dank zahlreichen kostenfreien Veranstaltungen könne man außerdem, auch ohne Unsummen auszugeben, einen tollen Tag erleben. Unschlagbares Highlight für die meisten ist aber der Historische Plärrer. Denn neben Nostalgie-Feeling  „geht es dort einfach gemütlicher zu. Und es ist ein Ort, den es auf anderen Volksfesten nicht gibt.“, meint Hörmann. Trotz 140-jähriger Tradition mangelt es dem Konzept des Augsburger Plärrers demnach nie an innovativen Einfällen.

Schaustellerin in Dritter Generation: Daniela Haas. Foto: Johanna Kleinert/B4B Wirtschaftsleben Schwaben

Viel Zufriedenheit, wenig Kritik

Die Tradition des Plärrers wird in Augsburg folglich großgeschrieben. Fest verankert ist da natürlich auch das Speisen in Bierzelten. Nachdem die letzten Volksfeste mit dem Binswanger und Schaller-Zelt auskommen mussten, konnte dieses Jahr nun die "Doppelbock Alm" eröffnen.

Die Buden-Besitzer appellieren trotzdem darauf, den Plärrer nicht primär mit Alkohol zu assoziieren. Oder ihn sogar auf den Konsum zu reduzieren. Das schlechte Wetter am Samstag ist dennoch der einzige Punkt, der von den Schaustellern bemängelt werden konnte. Beirren lässt sich davon aber keiner, denn klar ist:  "Der Strich wird am Ende des Plärrers gezogen."

Der Hauptausgang an der Langenmantelstraße. Foto: Johanna Kleinert/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
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Der Herbst-Plärrer 2018. Foto: Johanna Kleinert/B4B Redaktion
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Das Fehlen eines Riesenrads im Vorjahr macht der Herbst 2018 nun wett. So steht der Augsburger Klassiker wieder als Landmarke an gewohnter Stelle. In einiger Distanz vorgesetzt und folglich keineswegs in seinem Schatten, findet sich die kleine Schwester. Doch gemeinsam ist den beiden Rädern eigentlich nur ihre Kreisform.

Rundgang über den Herbstplärrer 2018

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Die russische Schaukel von M. Hörmann. Im Hintergrund: Das Riesenrad. Foto: Johanna Kleinert/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Ob das nostalgische Rad trotzdem rentabel ist? „Ich sag‘s mal so: die, die einmal bei uns waren, kommen auch ein zweites oder drittes Mal.“ Nicht zuletzt, weil die Besucher sehen, dass sie hier nicht nur per Knopfdruck in die Lüfte transportiert werden. Mike Hörmann steuert das Fahrgeschäft manuell, mittels einiger Hebeln. Die Besucher würden das Potential der „russischen Schaukel“ meist unterschätzen. Ihr fortgeschrittenes Alter kann nämlich keineswegs als Indiz für geringes Tempo gewertet werden. Dank der geringeren Größe kann sie wesentlich schneller fahren als die Riesen-„Rue Parisienne“. „Abends“, verrät Hörmann, „pack ich für das jüngere Publikum auch mal ein paar Briketts drauf.“

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Neben den historischen Fahrgeschäften prägen jedoch auch moderne Klassiker und Attraktionen den Plärrer. Das Kettenkarussell „Wellenflug“, die „Leoparden-Spur“, der „Orient-Express“ oder das „Schwaben-Derby“ sind wieder vorzufinden.

Tradition hat bei vielen Schaustellern auch der Standort Augsburg an sich. Daniela Haas beispielsweise ist Schaustellerin in Dritter Generation. Auch viele ihrer Kollegen nehmen jährlich am Augsburger Jahrmarkt teil. Für sie ist klar: „Augsburg ist Heimkommen“.

Alleinstellungs-Merkmal Augsburg

Was den Rummel der Fuggerstadt einzigartig macht, seien die vielen Aktionen, da stimmen die Schausteller überein. „Jeden Tag ist was anderes geboten. Schön ist das vor allem für Familien mit Kindern.“  Dank zahlreichen kostenfreien Veranstaltungen könne man außerdem, auch ohne Unsummen auszugeben, einen tollen Tag erleben. Unschlagbares Highlight für die meisten ist aber der Historische Plärrer. Denn neben Nostalgie-Feeling  „geht es dort einfach gemütlicher zu. Und es ist ein Ort, den es auf anderen Volksfesten nicht gibt.“, meint Hörmann. Trotz 140-jähriger Tradition mangelt es dem Konzept des Augsburger Plärrers demnach nie an innovativen Einfällen.

Schaustellerin in Dritter Generation: Daniela Haas. Foto: Johanna Kleinert/B4B Wirtschaftsleben Schwaben

Viel Zufriedenheit, wenig Kritik

Die Tradition des Plärrers wird in Augsburg folglich großgeschrieben. Fest verankert ist da natürlich auch das Speisen in Bierzelten. Nachdem die letzten Volksfeste mit dem Binswanger und Schaller-Zelt auskommen mussten, konnte dieses Jahr nun die "Doppelbock Alm" eröffnen.

Die Buden-Besitzer appellieren trotzdem darauf, den Plärrer nicht primär mit Alkohol zu assoziieren. Oder ihn sogar auf den Konsum zu reduzieren. Das schlechte Wetter am Samstag ist dennoch der einzige Punkt, der von den Schaustellern bemängelt werden konnte. Beirren lässt sich davon aber keiner, denn klar ist:  "Der Strich wird am Ende des Plärrers gezogen."

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