Wirtschaftsstandort

Augsburg wird für Münchner Unternehmen immer interessanter

Symbolbild. Perlachturm und Rathaus in Augsburg. Foto: Archiv/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Leben und Arbeit im Gleichgewicht: Das Thema Work-Life-Balance ist schon lange kein reiner Trend mehr. Unternehmen sind immer mehr in der Pflicht, für Arbeitnehmer attraktiv zu bleiben. Für einige Münchner Firmen heißt das auch, einen Schritt Richtung Augsburg machen.

„Das schönste an Augsburg ist die Zugverbindung nach München“ – so soll es Berthold Brecht gesagt haben. Diese nutzen täglich tausende Pendler. Aus der Region fahren rund 61 Prozent der Arbeitnehmer in andere Landkreise und Städte zum arbeiten laut der Agentur für Arbeit (Stand Sommer 2018). Doch pendeln, das wollen immer weniger Arbeitnehmer, gerade nach München. Das berichten auch Unternehmer vermehrt. Ihre Lösung: Niederlassungen in Augsburg.

Firmen zieht es zu den Fachkräften

Das jüngste Beispiel ist die PROCON IT. Das IT-Unternehmen sitzt in Garching bei München. Da viele Mitarbeiter ihren Wohnsitz in der Fuggerstadt haben, entschied sich das Management für einen Standort in Augsburg. PROCON IT habe in der Vergangenheit schon Mitarbeiter verloren, die nicht mehr pendeln wollten. Einige entschieden sich erst gar nicht für das Unternehmen als Arbeitgeber, auf Grund der Strecke. Ähnliche Motive soll auch CHECK24 gehabt haben, heißt es in Unternehmerkreisen. Das Internetunternehmen eröffnete am 1. März 2016 am Augsburger Hauptbahnhof. 70 Arbeitsplätze gibt es dort.

100 Unternehmen in 5 Jahren

Beide Firmen nutzen zudem die Nähe zu Universität und Hochschule. Der Standortfaktor „Fachkräfte“ ist auch aus Sicht der IHK Schwaben ein wichtiger Treiber. Christine Neumann von der Industrie- und Handelskammer nennt weiter die Flächenverfügbarkeit und Mietpreise als ausschlaggebende Argumente für viele Münchner Unternehmen. Rund 100 sind es, die in den letzten fünf Jahren eine Niederlassung in Stadt Augsburg oder den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg anmeldeten. Darunter finden sich zwar auch Einzelhandles- und Gastronomie-Filialen (zirka 15), über ein Drittel stammt aber aus dem Dienstleistungs-Bereich (etwa 40). Beim verarbeitenden Gewerbe sind es weniger als 10 Firmen.

Made in Augsburg

Wer einen Blick auf die Liste der Unternehmen in der Region Augsburg wirft, stellt fest, dass nicht allein die Landeshauptstadt den Wirtschaftsstandort mehr und mehr für sich entdeckt. Neben den zahlreichen eigenen Unternehmen mit internationaler Bedeutung – wie MAN, Erhardt+Leimer, KUKA, WashTec und PCI – finden sich auch andere globale Player unter den Arbeitgebern: Faurecia, UPM oder auch Airbus. Das ist keine Entwicklung, die nur in den vergangenen Jahren stattgefunden hat. Neu ist allerdings die immer stärke Ausrichtung auf die Forschung, zu beobachten im Innovationspark. Institute wie das Fraunhofer, das DLR oder MRM siedeln sich dort aktuell an und expandieren. Einen weiteren Schub wird der Stadt auch die Universitätsklinik im Norden geben.

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