Zukunft eines Kultladens

So geht es mit der Kichererbse in Augsburg weiter

Die Kichererbse ist Kult in Augsburg. Doch der kleine Laden von Betreiber Majed Al Naser muss am Judenberg schließen. Für die Zukunft der Kichererbse ist der Augsburger Falafel-König dennoch optimistisch.

Viele kleine Läden reihen sich am Judenberg in der Augsburger Altstadt entlang. Einer der kleinsten und wohl auch bekanntesten ist die Kichererbse. Seit mehr als 20 Jahren bereitet Majed Al Naser hier seine Falafel zu. Doch Anfang März kommt der Schock: Das Mietverhältnis wurde aufgekündigt. Für Al Naser kam das völlig unerwartet. Ende August ist daher Schluss mit der Kichererbse am Judenberg. Ein herber Schlag für Al Naser damals und eine Katastrophe für seine Stammkundschaft. Doch nun gibt es gute Nachrichten: Augsburgs kultigster Falafel wird weiterhin bestehen. Nur an einem anderen Ort.

 „Ich hoffe auf einen guten Hausherren“

Majed Al Naser sieht dem neuen Standort in der Annastraße 32 überraschend positiv entgegen. Denn obwohl er sich in den letzten 20 Jahren in seinem rund 15 Quadratmeter großen Ladengeschäft heimisch gemacht hat, gab es immer wieder Probleme. Eine Baustelle folgte der anderen, die letzte sogar rund sieben Jahre lang. Ganz unabhängig vom störenden Baulärm sieht Al Naser darin noch ein weiteres, viel wirtschaftlicheres Problem: Viele potentielle Kunden finden den Laden nicht. Denn der Judenberg ist schon sowieso nicht so belaufen, wie beispielsweise die viel breitere Maximilianstraße. Und durch das ungastliche Flair ständiger Baustellen werden noch weniger Kunden zum Verweilen eingeladen. Das soll sich nun aber in der Annastraße ändern.

Majed Al Naser rechnet durch den neuen Standort mit viel mehr Kunden. Denn die Annastraße ist belebter als der Judenberg und das Ambiente nicht mehr so lärmbelastet. Die größte Sorge betrifft jedoch ein anderes Thema: „Ich hoffe auf einen guten Hausherren in der Annastraße“, erklärt der gebürtige Syrer, „und auf eine gute Verwaltung im Haus. Ich hoffe, dass das keine Abzocker sind.“

Das Sortiment bleibt traditionell

Die Küche bleibt hingegen der am Judenberg gleich. Majed Al Naser bleibt den Falafel treu. Schließlich sind Falafel für ihn ja auch das Produkt, um das sich die Gründung der Kichererbse von Anfang an drehte. Vor gut 20 Jahren begann alles an einem verregneten Sommertag. Mit seiner damaligen Freundin sucht Al Naser im Eingang des Hauses vis-à-vis der späteren Kichererbse Zuflucht vor dem Regen. Die beiden scherzen, dass der kleine Laden das perfekte Falafel-Geschäft wäre. Doch aus der Witzelei wird ernst und 1998 eröffnet die Kichererbse schließlich. Das Rezept für die frittierte Speise stammt dabei von Al Nasers Mutter aus Damaskus. Für die Herausgabe der Gewürzmischung stellte sie jedoch eine Forderung: Die Falafel, die Majed kocht, müssen so gut sein, dass er sie auch selbst isst. „Das macht einen guten Charakter“, erklärt er.

Die Eröffnung soll, wenn alles nach Plan verläuft, schon sehr zeitnah gefeiert werden. Am 2. September möchte Majed Al Naser seine Türen in der neuen Location in der Annastraße öffnen. Der beliebte Augsburger freut sich schon sichtlich darauf und bleibt optimistisch: „Was auch passiert, ich mache weiter.“   

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 „Ich hoffe auf einen guten Hausherren“

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Majed Al Naser rechnet durch den neuen Standort mit viel mehr Kunden. Denn die Annastraße ist belebter als der Judenberg und das Ambiente nicht mehr so lärmbelastet. Die größte Sorge betrifft jedoch ein anderes Thema: „Ich hoffe auf einen guten Hausherren in der Annastraße“, erklärt der gebürtige Syrer, „und auf eine gute Verwaltung im Haus. Ich hoffe, dass das keine Abzocker sind.“

Das Sortiment bleibt traditionell

Die Küche bleibt hingegen der am Judenberg gleich. Majed Al Naser bleibt den Falafel treu. Schließlich sind Falafel für ihn ja auch das Produkt, um das sich die Gründung der Kichererbse von Anfang an drehte. Vor gut 20 Jahren begann alles an einem verregneten Sommertag. Mit seiner damaligen Freundin sucht Al Naser im Eingang des Hauses vis-à-vis der späteren Kichererbse Zuflucht vor dem Regen. Die beiden scherzen, dass der kleine Laden das perfekte Falafel-Geschäft wäre. Doch aus der Witzelei wird ernst und 1998 eröffnet die Kichererbse schließlich. Das Rezept für die frittierte Speise stammt dabei von Al Nasers Mutter aus Damaskus. Für die Herausgabe der Gewürzmischung stellte sie jedoch eine Forderung: Die Falafel, die Majed kocht, müssen so gut sein, dass er sie auch selbst isst. „Das macht einen guten Charakter“, erklärt er.

Die Eröffnung soll, wenn alles nach Plan verläuft, schon sehr zeitnah gefeiert werden. Am 2. September möchte Majed Al Naser seine Türen in der neuen Location in der Annastraße öffnen. Der beliebte Augsburger freut sich schon sichtlich darauf und bleibt optimistisch: „Was auch passiert, ich mache weiter.“   

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