Kongress am Park Augsburg

175 Jahre IHK Schwaben: über 1.000 Gäste beim Neujahrsempfang

Gute Stimmung beim IHK Neujahrsempfang. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Der traditionelle Neujahrsempfang der IHK Schwaben fand heuer am 30. Januar statt. IHK-Präsident Dr. Andreas Kopton begrüßte dazu zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.

2018 ist ein besonderes Jahr für die IHK Schwaben: Sie kann auf 175 Jahre Selbstverwaltung der Wirtschaft im IHK-Bezirk Bayerisch-Schwaben zurückblicken. Als wichtiges Erfolgskonzept wird dabei die duale Ausbildung gesehen. Deshalb stand die Festrede auf dem Neujahrsempfang der IHK Schwaben auch ganz im Zeichen der beruflichen Bildung. „Berufliche Aus- und Weiterbildung. Quo vadis?“ war die Frage, der sich Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts der Berufsbildung in Bonn, stellte.

Alle Bilder vom IHK Neujahrsempfang 2018

Digitalisierung, Energie- und Integrationspolitik und die Mobilität der Zukunft: In seiner Ansprache ging IHK-Präsident Kopton auf viele weitere Themen ein, welche die Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben bewegen.

Wie teuer wird die Energiewende für die Wirtschaft?

Den mittlerweile hohen Anteil an erneuerbaren Energien am Strombedarf sieht Kopton als Erfolg. Allerdings relativiere sich dieser angesichts der enormen Herausforderungen. „Man vergisst dabei leicht die enormen Subventionen in die erneuerbaren Energien. Über unser aller Stromrechnungen werden bereits mehr als 25 Milliarden Euro pro Jahr finanziert – und das mit steigender Tendenz“, sagte Kopton. Auch die relevante Infrastruktur bereitzustellen, koste dreistellige Milliardenbeträge. Zudem fehle es an Speichertechnologien. „Als Kaufmann stelle ich mir zurzeit eine Frage: Wie teuer wird das Ganze noch? Ich glaube, so genau weiß das momentan nämlich niemand.“

Zehntausende Arbeitsplätze hängen von Entwicklungen im Bereich Mobilität ab

Eine starke Wirtschaft braucht eine leistungsfähige Infrastruktur. Mobilität ist hier ein wichtiges Stichwort. „Für unsere Region geht es um mehr als um die Frage, wie viel Mobilität mit welchen Fahrzeugen und bunten Plaketten in den Städten und auf dem Land möglich sein wird“, betonte Kopton. Bayerisch-Schwaben sei ein Produktions-Standort mit einer starken Kfz-Zuliefer-Industrie. Über 50.000 Arbeitsplätze hingen im engeren oder weiteren Sinne an der Automobilindustrie.

Wichtige Verkehrsinfrastruktur-Projekte stocken

Auf das Thema Verkehrsinfrastruktur ging Kopton ebenfalls ein. Ein wichtiges Projekt für die Region ist der B16-Ausbau zwischen Günzburg und Ingolstadt. Ziel ist es, die A8 mit der A9 zu verbinden. 400 Millionen Euro will der Bund in den nächsten Jahren investieren. Im Mai vergangenen Jahres fand dazu die B16-Konferenz statt. Nun soll diese Strecke laut Kopton anders als vorgesehen doch für den landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben werden. Dies stünde dem eigentlichen Ziel einer schnellen Verbindung entgegen.

Auch beim ICE-Schnellbahnstrecken-Ausbau von München nach Berlin oder beim Ausbau der Bahnstrecke entlang der Magistrale für Europa gibt es aus schwäbischer Sicht Hürden. Entweder wird Augsburg nur am Rande berücksichtigt oder verschiedene Interessen in der Region stehen einander gegenüber. „Warum muss das so sein, dass wir bei großen Infrastruktur-Projekten uns selbst bremsen und am Ende nur halbe statt ganze Sachen machen?“, fragte Kopton.

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