Fachkräftemangel

Aichacher Krankenhaus schließt Geburtshilfe-Station

Die erst kürzlich eröffnete Klinik in Aichach muss seine Geburtsshilfe-Station sogleich wieder schließen. Spontane Geburten müssen weiterhin in Friedberg oder Augsburg durchgeführt werden.

„Die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die personelle Situation im Bereich der Geburtshilfe haben sich in den letzten zehn Jahren bundesweit massiv verschlechtert. Darunter leiden vor allem kleinere Kliniken im ländlichen Raum.“, erklärt der Geschäftsführer der Kliniken an der Paar, Dr. Krzysztof Kazmierczak. Dies spürt nun auch das Aichacher Krankenhaus. Den Betrieb der Geburtshilfestation aufrechtzuerhalten, scheint hier, bedingt durch den Mangel an Hebammen,  unmöglich. 

Die Bemühungen für den Stationserhalt

In den letzten vier Jahren habe sich die prekäre Situation von Geburtsstation und Hebammen durchgehend auf der Ausschuss-Agenda befunden, so der Landkreis. Bereits Anfang November 2014 beschloss der Werkausschuss einstimmig, dass 80 Prozent der Kosten der Berufshaftpflichtprämien der Hebammen ohne Anerkennung einer Rechtspflicht übernommen werden sollten. Das Antikorruptionsgesetz verhinderte zwar das Inkrafttreten dieser Maßnahme, wurde aber noch zum Teil durch Zuschläge der gesetzlichen Krankenversicherung kompensiert. Ab August 2017 intensivierten sich dann die Aktivitäten, um den Standort Aichach zukünftig zu sichern.   

Rettungspaket kein Garant für weiteres Bestehen der Station

Nach langen Verhandlungen wurde ein vielschichtiges Maßnahmenpaket mit einem Volumen von etwa einer Viertelmillion Euro vorbereitet. Trotzdem ist das Fortbestehen der Geburtenstation nicht gesichert. „Es ist extrem bedauerlich, dass wir nicht die Zeit bekommen haben, die nötig gewesen wäre, damit die Maßnahmen des Landkreises ihre Wirkung entfalten“, so Metzger. 

Hauptabteilung für Geburtenhilfe in Friedberg

Die Kliniken führten bereits erste Sondierungsgespräche, um in Kooperation mit der Uniklinik Augsburg in Friedberg eine Hauptabteilung für Geburtshilfe zu gründen. Wenn dieses Projekt erfolgreich umgesetzt werden würde, stünde einer Ausweitung des Konzepts auf das Krankenhaus Aichach nichts im Wege. Die Voraussetzung auch hier: ausreichend Gynäkologen und Hebammen müssen zur Verfügung stehen.

Operative Geburtshilfe weiterhin möglich

Die beiden Beleggynäkologen werden gemeinsam mit den Hebammen bis Jahresende in Aichach weiterhin medizinisch notwendige geplante Kaiserschnitte durchführen. Ihre operative Tätigkeit im Bereich der Gynäkologie werden sie weiterhin fortsetzen.

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