Thema der Woche

So wächst der Mittelstand durch Transaktionen „Smart Growth“

Mergers & Acquisitions (M&A) sind für den Mittelstand eine sehr gute Option, um schnell anorganisch und langfristig zu wachsen. Dr. Heiko Frank, Partner und Viktor Peters, Associate, Experten der FAS AG, erklären die Basics anhand von Best Practice-Beispielen.

In jeder Krise liegt eine Chance. Mittelständische Unternehmen können die aktuellen Turbulenzen am Markt nutzen, um sich strategisch neu aufzustellen. So können sie die Umsätze steigern, Risiken diversifizieren, das Wachstum beschleunigen und das eigene Unternehmen konsolidieren. Zudem sollten die Möglichkeiten von Mergers & Acquisitions geprüft werden. Denn hierdurch lässt sich eine langfristige und smarte Wachstumsstrategie entwickeln und verfolgen, welche die finanzielle Leistungsfähigkeit des Unternehmens langfristig erhöhen kann. Doch welche Ansätze lassen sich hier verfolgen? Dr. Heiko Frank, Partner, und Viktor Peters, Associate, beide Experten der FAS, erklären verschiedene Strategien anhand von erfolgreich abgewickelten Projekten im Mittelstand.

Unterschied Mergers & Acquisitions

Um die richtige Strategie zu finden, sollte man sich zunächst den Unterschied zwischen einer Fusion (Merger) und einer Übernahme (Acquisition) klarmachen:

  • Eine Übernahme ist ein Prozess, bei dem ein Unternehmen (auf freundliche oder feindliche Weise) den größten Teil des Eigentums (oder das gesamte Eigentum) eines anderen Unternehmens erwirbt. Nach der Übernahme kann sich das übernommene Unternehmen dem kaufenden Unternehmen anschließen. Es kann dessen Funktionen und Tätigkeiten übernehmen oder als „Outsider“ unter seinem ursprünglichen Namen auftreten. Ein Beispiel wäre der Verkauf einer wesentlichen Minderheit der Dittrich + Co GmbH & Co. KG aus Schwabmünchen an die VR Equitypartner GmbH.*
  • Bei der Fusion werden zwei oder mehr Gesellschaften zu einer einzigen Gesellschaft zusammengeschlossen. Dies erfolgt durch die Übertragung des Gesellschaftsvermögens auf eine neu gegründete Gesellschaft im Wege der Rechtsnachfolge. Ein Beispiel wäre die Fusion der Kraft Foods Group und H.J. Heinz Company im Jahr 2015 zur The Kraft Heinz Company.*

Unterschied zwischen finanziellen und strategischen Investoren

Je nach Ziel werden verschiedene Investorengruppen unterschieden:

  • Finanzinvestoren: Darunter fallen unter anderem Private-Equity-Gesellschaften, Family Offices oder Investmentfonds. Diese Investoren beteiligen sich an Unternehmen mit einem attraktiven Markt, einem zukunftsorientierten Geschäftsmodell oder einem vielversprechenden Management mit dem Ziel eines positiven Renditeergebnissen über die Halteperiode. Immer häufiger wird diese Käufergruppe auch bei mittelständischen Unternehmen relevant, nach wie vor aber auch bei größeren und internationalen Transaktionen.
  • Strategische Investoren: Das Interesse der Unternehmen an einer Transaktion ist durch ihre eigenen strategischen Ziele motiviert. Dazu gehören Erweiterung des Marktes, Vergrößerung des Kundenkreises, Nutzung von Größenvorteilen, Internationalisierung, Technologie-Entwicklung und viele mehr.

Gründe für Transaktionen

Die Entscheidung, für eine Transaktion wird nicht von heute auf morgen getroffen. Sie muss mit allen Gesellschaftern abgestimmt und erörtert werden. Außerdem braucht sie ein klares Ziel, auf das sich die strategische Grundlage dieser Transaktion stützt.

Was sind Gründe, warum sich Unternehmen für M&A entscheiden:

  • Erwerb von Erfahrung, Ressourcen, Technologie und Produkten: Statt in Forschung und Entwicklung sowie in die Weiterentwicklung eines Teils seiner Mitarbeiter zu investieren, erwirbt ein Unternehmen ein Unternehmen, das bereits über das gewünschte Personal, Marktzugänge und die gewünschte Technologie verfügt.
    Beispiel: Kauf der Germaneers GmbH in Wettstetten durch die VIA optronics AG, um die Forschungs und Entwicklungskapazitäten im Unternehmen auszuweiten.*
  • Nutzung von Skaleneffekten: Das Unternehmen beabsichtigt, durch die Vergrößerung und Steigerung seines Marktanteils seine Betriebskosten zu senken und so einen höheren Gewinn zu erzielen.
    Beispiel:  Kauf der TBS-Gruppe in Altomünster durch die Fire Holding GmbH, um dadurch deutschlandweit der führende Anbieter von Brandschutzanlagen im Automobilbereich zu werden.*
  • In Unternehmen mit Zukunft investieren: Ein etabliertes Unternehmen erwirbt ein junges Unternehmen. Es stellt seine Ressourcen und Erfahrungen bereit, um das Potenzial des jungen Unternehmens zu heben.
    Beispiel: VIA optronics AG beteiligt sich an der SigmaSense LLC aus Austin, USA, um sich einen Zugang zu einer disruptiven Technologie sichern zu können. *
  • Beschleunigung der internationalen Expansion: Statt langsam organisch zu wachsen, können durch eine Übernahme oder Fusion Kundenkreis und ihren Markt schnell (weltweit) erweitert werden.

Tipp: Profis an die Seite holen

Wenn ein Unternehmen eine Transaktion plant, ist es sehr empfehlenswert, einen Berater rechtzeitig zu konsultieren, der das Unternehmen bei der Erreichung seines Ziels unterstützt. Die Experten der FAS AG unterstützen Sie gerne bei allen Schritten: von der ersten Überlegung bis zum Notartermin – und darüber hinaus.

*Die Transaktionen wurden noch unter der Kloepfel Corporate Finance abgeschlossen. Mehr Infos dazu.

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In jeder Krise liegt eine Chance. Mittelständische Unternehmen können die aktuellen Turbulenzen am Markt nutzen, um sich strategisch neu aufzustellen. So können sie die Umsätze steigern, Risiken diversifizieren, das Wachstum beschleunigen und das eigene Unternehmen konsolidieren. Zudem sollten die Möglichkeiten von Mergers & Acquisitions geprüft werden. Denn hierdurch lässt sich eine langfristige und smarte Wachstumsstrategie entwickeln und verfolgen, welche die finanzielle Leistungsfähigkeit des Unternehmens langfristig erhöhen kann. Doch welche Ansätze lassen sich hier verfolgen? Dr. Heiko Frank, Partner, und Viktor Peters, Associate, beide Experten der FAS, erklären verschiedene Strategien anhand von erfolgreich abgewickelten Projekten im Mittelstand.

Unterschied Mergers & Acquisitions

Um die richtige Strategie zu finden, sollte man sich zunächst den Unterschied zwischen einer Fusion (Merger) und einer Übernahme (Acquisition) klarmachen:

  • Eine Übernahme ist ein Prozess, bei dem ein Unternehmen (auf freundliche oder feindliche Weise) den größten Teil des Eigentums (oder das gesamte Eigentum) eines anderen Unternehmens erwirbt. Nach der Übernahme kann sich das übernommene Unternehmen dem kaufenden Unternehmen anschließen. Es kann dessen Funktionen und Tätigkeiten übernehmen oder als „Outsider“ unter seinem ursprünglichen Namen auftreten. Ein Beispiel wäre der Verkauf einer wesentlichen Minderheit der Dittrich + Co GmbH & Co. KG aus Schwabmünchen an die VR Equitypartner GmbH.*
  • Bei der Fusion werden zwei oder mehr Gesellschaften zu einer einzigen Gesellschaft zusammengeschlossen. Dies erfolgt durch die Übertragung des Gesellschaftsvermögens auf eine neu gegründete Gesellschaft im Wege der Rechtsnachfolge. Ein Beispiel wäre die Fusion der Kraft Foods Group und H.J. Heinz Company im Jahr 2015 zur The Kraft Heinz Company.*

Unterschied zwischen finanziellen und strategischen Investoren

Je nach Ziel werden verschiedene Investorengruppen unterschieden:

  • Finanzinvestoren: Darunter fallen unter anderem Private-Equity-Gesellschaften, Family Offices oder Investmentfonds. Diese Investoren beteiligen sich an Unternehmen mit einem attraktiven Markt, einem zukunftsorientierten Geschäftsmodell oder einem vielversprechenden Management mit dem Ziel eines positiven Renditeergebnissen über die Halteperiode. Immer häufiger wird diese Käufergruppe auch bei mittelständischen Unternehmen relevant, nach wie vor aber auch bei größeren und internationalen Transaktionen.
  • Strategische Investoren: Das Interesse der Unternehmen an einer Transaktion ist durch ihre eigenen strategischen Ziele motiviert. Dazu gehören Erweiterung des Marktes, Vergrößerung des Kundenkreises, Nutzung von Größenvorteilen, Internationalisierung, Technologie-Entwicklung und viele mehr.

Gründe für Transaktionen

Die Entscheidung, für eine Transaktion wird nicht von heute auf morgen getroffen. Sie muss mit allen Gesellschaftern abgestimmt und erörtert werden. Außerdem braucht sie ein klares Ziel, auf das sich die strategische Grundlage dieser Transaktion stützt.

Was sind Gründe, warum sich Unternehmen für M&A entscheiden:

  • Erwerb von Erfahrung, Ressourcen, Technologie und Produkten: Statt in Forschung und Entwicklung sowie in die Weiterentwicklung eines Teils seiner Mitarbeiter zu investieren, erwirbt ein Unternehmen ein Unternehmen, das bereits über das gewünschte Personal, Marktzugänge und die gewünschte Technologie verfügt.
    Beispiel: Kauf der Germaneers GmbH in Wettstetten durch die VIA optronics AG, um die Forschungs und Entwicklungskapazitäten im Unternehmen auszuweiten.*
  • Nutzung von Skaleneffekten: Das Unternehmen beabsichtigt, durch die Vergrößerung und Steigerung seines Marktanteils seine Betriebskosten zu senken und so einen höheren Gewinn zu erzielen.
    Beispiel:  Kauf der TBS-Gruppe in Altomünster durch die Fire Holding GmbH, um dadurch deutschlandweit der führende Anbieter von Brandschutzanlagen im Automobilbereich zu werden.*
  • In Unternehmen mit Zukunft investieren: Ein etabliertes Unternehmen erwirbt ein junges Unternehmen. Es stellt seine Ressourcen und Erfahrungen bereit, um das Potenzial des jungen Unternehmens zu heben.
    Beispiel: VIA optronics AG beteiligt sich an der SigmaSense LLC aus Austin, USA, um sich einen Zugang zu einer disruptiven Technologie sichern zu können. *
  • Beschleunigung der internationalen Expansion: Statt langsam organisch zu wachsen, können durch eine Übernahme oder Fusion Kundenkreis und ihren Markt schnell (weltweit) erweitert werden.

Tipp: Profis an die Seite holen

Wenn ein Unternehmen eine Transaktion plant, ist es sehr empfehlenswert, einen Berater rechtzeitig zu konsultieren, der das Unternehmen bei der Erreichung seines Ziels unterstützt. Die Experten der FAS AG unterstützen Sie gerne bei allen Schritten: von der ersten Überlegung bis zum Notartermin – und darüber hinaus.

*Die Transaktionen wurden noch unter der Kloepfel Corporate Finance abgeschlossen. Mehr Infos dazu.

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