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KMU: Wie durch „Buy-and-Build“ die Marktmacht steigern?
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Caspar von Hoensbroech, Kloepfel Corporate Finance GmbH

KMU: Wie durch „Buy-and-Build“ die Marktmacht steigern?

Unsere M&A-Experten im B4B BERATERPOOL: Caspar von Hoensbroech, Analyst, und Dr. Heiko Frank, Partner bei WTS. Foto: Jochen Rolfes/KCF

Bei der Buy-and-Build-Strategie kaufen Investoren ein Unternehmen als Plattform und ergänzen diese durch kleinere Unternehmen, sogenannte Add-Ons. Doch welche Vorteile hat diese Strategie für mittelständische Unternehmen?

B4B-Leser fragt:

In unserer Branche beobachten wir gerade, dass mit viel Geld versucht wird, den Markt zu begradigen. Die Konzepte dahinter sehen für uns so aus, als wären die Investoren nur unter Renditegesichtspunkten unterwegs, wenn sie Beteiligungen erwerben oder Konkurrenten zusammenkaufen. Gibt es nicht ein Konzept, das auch unserer mittelständischen Denkweise entspricht, bei der die Beteiligung oder Finanzierung mit nachhaltigem Wachstum verbunden ist?

Unsere M&A-Experten Caspar von Hoensbroech, Analyst, und Dr. Heiko Frank, CEO von Kloepfel Corporate Finance GmbH, antworten:

Gerade in Märkten mit wenigen, beherrschenden Marktspielern stellt sich kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) die Frage, wie sie sich für künftige Herausforderungen aufstellen können. In Wettbewerbsmärkten gelingt es KMUs nur selten, signifikantes Umsatzwachstum und bedeutsame Margenverbesserung zu erzielen.

Buy-and-Build: Wertsteigerung durch Konsolidierung

Buy-and-Build ist eine Investitionsstrategie von Finanzinvestoren, die sich aus der Verlagerung der Wertsteigerung von Financial Engineering auf Operational Excellence ergibt. Potential für Wertsteigerung wird nicht nur in der Restrukturierung der Kapitalseite von Unternehmensbilanzen, sondern auch in der Konsolidierung fragmentierter Märkte gesucht. Umgesetzt wird diese Strategie durch die Akquisition eines Unternehmens als Plattform, welche über eine Kerntechnologie verfügt und bereits gut im Markt positioniert ist. Über Folgeakquisitionen werden kleinere Unternehmen, sogenannte Add-ons, zum Ausbau der Geschäftsfelder übernommen und integriert. Der Zusammenschluss mehrerer Unternehmen ermöglicht zum einen eine schnelle Ausweitung von neuen Produkten und Leistungen in neuen Märkten und Regionen. Zum anderen können Kostenersparnisse durch die Zusammenlegung der Unternehmensfunktionen, wie z.B. der Buchhaltung, realisiert werden.

Beide Unternehmen profitieren

Sowohl Plattformunternehmen als auch Add-on-Unternehmen profitieren in vielerlei Hinsicht von dieser Strategie. Für Plattformunternehmen bietet sich die Chance, ihre direkten und indirekten Wettbewerber durch zusätzliches anorganisches Wachstum zu überholen. Durch Zusammenlegung der Bezugsmengen stärkt die Gruppe ihre Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten im Einkauf und kann ihre Zahlungskonditionen verbessern. Bei Zusammenschluss der Forschungs- & Entwicklungsaktivitäten erlangt die Gruppe Fähigkeiten und Fachwissen, für die jedes Unternehmen einzeln deutlich mehr Aufwand verzeichnet hätte. Bei Zusammenlegung von Produktionskapazitäten und Personal können die Unternehmen ihre Auslastung in Spitzen- und Ausfallzeiten glätten. Gerade kleinere Unternehmen profitieren von einer stärkeren Wahrnehmung durch den Kunden und haben mit der finanziellen Stärke der Gruppe die Sicherheit, als unabhängige Marke agieren zu können.

Buy-and-Build am Beispiel von FIRE Holding und TBS Brandschutzanlagen

Aktuell begleitet die Kloepfel Corporate Finance den Aufbau einer Unternehmensgruppe im Brandschutzbereich. Mit dem Verkauf der MULTIMON im August 2020 übernimmt der Finanzinvestor Deutsche Beteiligungs AG einen in Europa führenden Anbieter von Brandlöschanlagen. Mit der Industrieexpertise des alten Managements und der Finanzkraft des neuen Investors entsteht mit der FIRE Holding ein neues Plattformunternehmen im aktiven Brandschutz. Durch eine selektive Übernahme von Marktbegleitern kann die FIRE Holding ihren Markt regional ausbauen, während Add-ons von den Vorteilen einer Gruppe profitieren. Unter Beibehaltung der operativen Strukturen können sie administrative Aufgaben an die Gruppe abgeben und Aufträge jenseits ihrer eigenen Kapazitäten annehmen und ausführen. Die TBS Brandschutzanlagen hat diesen Schritt im Dezember 2020 vollzogen und sich der FIRE Holding angeschlossen. Beide Unternehmen behalten ihre Mitarbeiter und ihr Management bei.

Fazit: Mit Buy-and-Built können KMU nachhaltig wachsen

In einer Buy-and-Build-Strategie gehen die Leistungen des Finanzinvestors über die bloße Bereitstellung von Eigenkapitalmitteln hinaus und umfassen auch die Erbringung von Management-Leistungen. Als Nachfolgeregelung unter Rückbeteiligung von Schlüsselpersonen (Management-Buy-Out) bietet Buy-and-Build KMUs die Chance, sich langfristig und nachhaltig unter Wahrung der eigenen Identität im Wettbewerb aufzustellen.

Sie haben Rückfragen an unseren M&A-Experten Caspar von Hoensbroech, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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