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Wer finanziert die Home-Office-Plätze der Mitarbeiter?
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Stefan Klaus und Heinz Hielscher, HBplusJuS

Wer finanziert die Home-Office-Plätze der Mitarbeiter?

Fachanwalt für Arbeitsrecht Stefan Klaus (l.) und Steuerberater Heinz Hielscher, unsere Experten für Arbeit und Compliance. Foto: HBplusJuS

Das Thema Home-Office bewegt den Arbeitsalltag seit Anfang der Corona-Pandemie enorm. Noch immer stehen jedoch viele offene Fragen im Raum, zum Beispiel, wer die Ausstattung zuhause finanzieren muss.

B4B-Leser fragt:

Aus bekannten Gründen haben wir einen großen Teil unserer Belegschaft ins Home Office verlagert. Einige Mitarbeiter verlangen nun, dass wir als Unternehmen bei ihnen zuhause die Ausstattung von Arbeitsplätzen finanziert, die den Ergonomie-Richtlinien entsprechen. Sind wir dazu verpflichtet?

Stefan Klaus, Fachanwalt für Arbeitsrecht, und Steuerberater Heinz Hielscher von HBplusJuS antworten:

Grundsätzlich ja. Man unterscheidet bei Tätigkeit im Home Office zwischen den Ausdrücken „Mobiles Arbeiten“ und „Telearbeitsplätze“.  Ersteres ist nur gelegentliches Arbeiten von zu Hause aus oder während der Reisetätigkeit, beispielsweise das Abrufen von E-Mails nach Feierabend außerhalb des Unternehmens zuhause ohne eingerichteten Bildschirmarbeitsplatz. Es unterliegt nicht der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und es handelt sich dabei nicht um Telearbeit im Sinne der Verordnung. Mobiles Arbeiten ist vielmehr ein Arbeitsmodell, das den Beschäftigten neben der Tätigkeit im Büro noch Arbeiten außerhalb der regulären Arbeitszeit zu Hause oder unterwegs ermöglicht per ständiger Zugangsmöglichkeit über Kommunikationsmittel zum Unternehmen (so Bundesrat-Drucksache 506/16, 24).

So müssen „Telearbeitsplätze“ geregelt sein

Dahingegen sind „Telearbeitsplätze“ vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich der Beschäftigten, für die der Arbeitgeber eine mit dem Beschäftigten vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit und die Dauer der Einrichtung festgelegt hat. Ein Telearbeitsplatz ist vom Arbeitgeber erst dann eingerichtet, wenn Arbeitgeber und Beschäftigte die Bedingungen der Telearbeit arbeitsvertraglich oder im Rahmen einer Vereinbarung festgelegt haben und die benötigte Ausstattung des Telearbeitsplatzes mit Mobiliar, Arbeitsmitteln einschließlich der Kommunikationseinrichtungen durch den Arbeitgeber oder eine von ihm beauftragte Person im Privatbereich des Beschäftigten bereitgestellt und installiert ist (§ 2 Abs. 7 ArbStättV). Dazu gehört grundsätzlich auch – wie beim Arbeitsplatz im Betrieb – die Einhaltung der Ergonomie-Regeln.

Arbeitgeber muss Home Office die Betriebsmittel stellen

Wenn Mitarbeiter bereit sind, im Home Office zu arbeiten, ist also über die Bedingungen der auswärtigen Tätigkeit ein Konsens herzustellen und der Arbeitgeber muss das Home Office auch mit allen für die Arbeitsleistung erforderlichen Betriebsmitteln ausstatten. Hierzu gehören beispielsweise neben PC/Laptop, Schreibtisch, Stuhl, Beleuchtung, gegebenfalls auch abschließbarer Schrank, Drucker, Telefon- und Internetanschluss (höhere Bandbreite), Schreibwaren. Stellt der Mitarbeiter dabei geeignete Ausstattung selbst zur Verfügung und ist dies dem Arbeitgeber Recht, wäre eine pauschale Aufwandsentschädigung dafür sinnvollerweise zu vereinbaren, um gegebenenfalls Streit im Nachgang zu vermeiden. Bei überwiegendem Arbeitnehmerwunsch am Home Office kann gegebenenfalls auch eine Abgeltung des Betrags durch das Vertragsgehalt vorgesehen werden.

Mitarbeiter haben also einen Anspruch, dass der Arbeitgeber die erforderlichen und geeigneten – auch gebrauchten – Betriebsmittel für das Home Office bereitstellt, aber keinen Anspruch auf jeglichen Auslagenersatz für zum Beispiel ohne Absprache selbst neu eingekaufte Gegenstände.


Sie haben Rückfragen an Stefan Klaus und Heinz Hielscher, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt gerne direkt Kontakt auf.

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