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Welche Auswirkungen haben Inflation und Zinsanstieg auf das aktuelle M&A-Umfeld?
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Caspar von Hoensbroech, WTS Advisory AG

Welche Auswirkungen haben Inflation und Zinsanstieg auf das aktuelle M&A-Umfeld?

Caspar von Hoensbroech, M&A-Experte bei der WTS-Advisory AG.
Caspar von Hoensbroech, M&A-Experte bei der WTS-Advisory AG. Foto: WTS

Seit Jahrzehnten ist die Inflation in Deutschland nicht so hoch gewesen, wie wir es derzeit erleben. Das hat auch markante Einflüsse auf das M&A-Umfeld. Welche das sind und was Unternehmer jetzt beachten müssen, weiß Caspar von Hoensbroech, M&A-Experte bei der WTS Advisory AG.

„Wir beobachten die bekannten Veränderungen am Markt, seit die Zinsen und die Inflationsrate derart gestiegen sind. Auf was müssen wir uns deshalb im M&A-Umfeld einstellen?“ 

Unser M&A-Experte Caspar von Hoensbroech von der WTS Advisory AG, antwortet: 

2021 war ein Rekordjahr für den globalen M&A-Markt. Hohe Kapitalbestände in einem Niedrigzinsumfeld trieben den Transaktionsmarkt zu neuen Bestmarken. Über 39,2 Tsd. Transaktionen (+56,2%) kumulierten sich 2021 zu einem Gesamtwert von knapp 5.200 Mrd. Euro (+40,7%) und ließen die Nachwehen von COVID-19 für den M&A-Markt vorerst hinter sich. Unterbrechungen globaler Handelsketten konnten durch Konjunkturpakete aufgefangen werden und die damit einhegende Normalisierung von Ausgaben verlieh der Wirtschaftsleistung einen kräftigen Schub. Aufholeffekte aufgeschobener Transaktionen aufgrund des ungünstigen Marktumfeld in dem von COVID-19 geprägten Jahr 2020 stimulierten den M&A-Markt zusätzlich.

M&A-Markt steht 2022 vor neuen Herausforderungen

2022 steht der Transaktionsmarkt vor neuen Herausforderungen. Mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine (Februar 2022) werden wirtschaftliche und politische Errungenschaften in Frage gestellt. Anders als in der Pandemie, in welcher die Auswirkungen durch zeitlich begrenzte Konjunkturpakete abgefedert werden konnten, zieht der Krieg in der Ukraine zeitlich unbegrenzte Wirtschaftssanktionen und geopolitische Spannungen nach sich. Steigende Energiekosten durch begrenzte Gaslieferungen wirken sich auf die Produktion aus und führen zu steigenden Verbraucherpreisen. Die Verteuerung von Strom und Gas führt zu einer in der Eurozone nie dagewesenen Inflation von zuletzt 10,7% (Oktober 2022). Die EZB reagiert mit insgesamt drei Anhebungen der Leitzinsen von zuletzt +0,75% (Oktober 2022) auf einen Höchststand seit 2009 von 2%.

Globale Unsicherheiten belasten das Bewertungsumfeld

In den Unsicherheiten geopolitischer Verwerfungen sinkt die Risikobereitschaft der Investoren, wodurch das Bewertungsumfeld unter Druck gerät. Investoren sind nicht mehr bereit, die hohen Unternehmensbewertungen der letzten Jahre zu zahlen. So fallen die durchschnittlichen Bewertungsmultiplikatoren gemessen am EBITDA im globalen M&A-Markt von einem Allzeit-Hoch von 11,4x (2021) auf ein Zehn-Jahres-Tief von 8,8x (2022). Als unmittelbar von der Inflation betroffener Bereich verzeichnet der Sektor Konsumgüter den stärksten Rückgang von 11,0x (2021) auf 7,4x (2022). Der Energiesektor ist der einzige Sektor, der mit einem Rückgang von 10,7x in (2021) auf 10,3x (2022) keinen wesentlichen Bewertungsabschlag erfährt und Aufschluss auf den derzeitigen Ressourcenmangel im Energiesektor gibt.

Fremdfinanzierung bleibt auf hohem Niveau bestehen

Die finanzpolitische Wende erschwert die Finanzierung von Transaktionen. Steigende Leitzinsen werden in Form von Bau-, Kredit- und Sparzinsen an Konsumenten weitergegeben. Für Investoren gerät die Akquisitionsfinanzierung unter Druck, da nun der Zugang zu Fremdkapital erschwert ist. Die zunehmende Finanzierung durch Kreditfonds bietet jedoch eine attraktive Alternative zur klassischen Bankenfinanzierung und fängt die Fremdfinanzierung von Finanzinvestoren auf. Der Einsatz von Fremdkapital bleibt mit 5,9x EBITDA (2022) auf vergleichbarem Niveau zu 6,1x EBITDA (2021). Es ist das Eigenkapital, welches den Rückgang der Risikobereitschaft der Finanzinvestoren verdeutlicht. Der Rückgang des Eigenkapitals von 7,6x EBITDA (2021) auf ein Fünf-Jahres-Tief von 5,9x EBITDA (2022) illustriert die Risikoaversion, mit der Investoren eigenes Kapital einsetzen.

M&A-Markt reagiert auf geänderte Rahmenbedingungen

Der globale M&A-Markt ist mit einem Rückgang von -29,8% im Transaktionswert und -9,9% in der Transaktionsanzahl (Q3 2022) im Vergleich zum Spitzenwert aus dem Vorjahr (Q4 2021) spürbar abgekühlt. Auf Quartalsbasis liegt die Deal-Aktivität immer noch deutlich über dem von COVID-19 eingetrübten Jahr 2020, setzt jedoch den Trend abnehmender Deal-Aktivität in den ersten beiden Quartalen 2022 fort. Die Grundlagen des M&A-Marktes bleiben jedoch bestehen, sodass sich das Akquisitionsverhalten lediglich an die geänderten Rahmenbedingungen anpasst. Die noch immer hohen Bestände eingesammelter, aber nicht investierter Gelder der Finanzinvestoren („Dry Powder“) werden das M&A-Geschehen weiterhin befeuern. Auch der Fokus strategischer Investoren auf die Stärkung der Wertschöpfungskette und die Konzentration auf Kernaktivitäten wird dem M&A-Markt auch über das Jahr 2022 hinaus wichtige Impulse geben.

Sie haben Rückfragen an unseren M&A-Experten Caspar von Hoensbroech, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

Quellen:

Pitchbook, Q2 2022 European PE Breakdown, 18.07.2022

Pitchbook, Q2 2022 Global M&A Report, 27.07.2022

Pitchbook, Q3 2022 European PE Breakdown, 26.10.2022

Pitchbook, Q3 2022 Global M&A Report, 26.10.2022

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