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Mischgebiet: Welche Regeln gelten für Transportverkehr?
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Dipl.-Ing. Peter Kragler, Kragler Immobilien

Mischgebiet: Welche Regeln gelten für Transportverkehr?

B4B Beraterpool-Immobilienexperte Dipl.-Ing. Peter Kragler. Foto: Kragler Immobilien GmbH

Die Regeln in Mischgebieten sind mitunter komplex. Worauf in Sachen Transportverkehr geachtet werden muss, weiß Peter Kragler.

„Worauf muss man aufpassen, wenn man eine Gewerbeimmobilie in einem Mischgebiet anmietet? Es geht uns weniger um Emissionen, da wir keine Produktion haben. Aber wir haben starken Anliefer- und Abtransportverkehr, wegen dem wir an einem früheren Standort Ärger hatten. Woran erkennt man, ob es da ein Limit gibt?“


Peter Kragler von Kragler Immobilien, Experte für Immobilienfragen, antwortet:

Ein Mischgebiet dient nach § 6 der Baunutzungsverordnung (BauNVO) dem Wohnen, als auch der Unterbringung von Gewerbebetrieben. Die Gewerbebetriebe dürfen hierbei das Wohnen jedoch nicht wesentlich stören.

In einem Mischgebiet sind gemäß § 6 Abs. 2 BauNVO folgende Einrichtungen erlaubt:

Wohngebäude, Geschäfts- und Bürogebäude, Einzelhandelsbetriebe, Schank- und Speisewirtschaften, Betriebe des Beherbergungsgewerbes, sonstige Gewerbebetriebe, Anlagen für Verwaltungen sowie für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke, Gartenbaubetriebe, Tankstellen, als auch Vergnügungsstätten im Sinne des § 4a Abs. 3 Nr. 2 BauNVO in den Teilen des Gebiets, die überwiegend durch gewerbliche Nutzungen geprägt sind.

Bei der somit entscheidenden Frage, ob eine Gewerbeimmobilie das Wohnen im Mischgebiet stört, ist insbesondere die Störung durch Lärm-Emissionen zu beachten. Der Begriff bezieht sich nicht nur auf den Lärm, der bei der Produktion in der Immobilie entsteht, sondern auch den Lärm von Fahrzeugen auf dem Betriebs- oder Werksgelände sowie den Lärm des Liefer- und Kundenverkehrs.


Es gelten exemplarisch folgende, teils komplexe Regelungen

In Kern-, Misch- und Dorfgebieten gilt nach § 5-7 BauNVO tagsüber der Maximalwert von 60 dB(A) und nachts 45 dB(A). Meist gibt es darüber hinaus regional oft unterschiedliche Vorgaben bezüglich Maximalwerte zur Nachtzeit. Zur Ruhezeit (20-22 Uhr und 6-7 Uhr) werden die Mittelungspegel teilweise leicht angehoben.

Je nach Impuls-, Ton- und Informationshaltigkeit gelten verschiedene Zuschläge bei der Beurteilung des TA Lärms. Ist ein Geräusch beispielsweise überwiegend tieffrequent, d.h. die hauptsächliche Energie liegt bei Frequenzen unterhalb 100 Hz, gilt ein abweichendes Beurteilungsverfahren nach DIN 45680.


Dieses Berechnungsverfahren gilt bei Transportverkehr

In Ihrem speziellen Fall des Anliefer- und Abtransportverkehrs gilt noch folgende Regelung zu beachten: Lärm des An- und Abfahrverkehrs auf öffentlichen Verkehrsflächen unterliegen einem gesonderten Berechnungsverfahren der RLS-90 (Straßenverkehr) bzw. Schall 03 (Schienenverkehr).

Eine generelle Ausnahme gilt im Falle sogenannter „seltener Ereignisse“. Diese können bis zu zehnmal pro Jahr, aber nicht an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden stattfinden. Hier gelten abweichende, höhere Grenzen. Zudem sind Ausnahmegenehmigungen auf Antrag zulässig.

Das Bayerische Immissionsschutzgesetz und die Straßenverkehrsordnung verbietet zudem das unnötige Laufenlassen lärmerzeugender Motoren, inklusive Motoren von Kraftfahrzeugen und Krafträdern. Auch dies ist bei Lieferverkehr auf dem Grundstück zu beachten.


Fachkundige Beratung ist empfehlenswert

Um sicherzustellen, dass Sie die geltenden Regelungen einhalten, sollten Sie den Lärm Ihres Ab- und Anliefertransportes messen und fachkundig beurteilen lassen. Die Ausführungen haben gezeigt, dass die Materie durchaus komplex und vielschichtig ist. Eine pauschale Aussage zu Gewerbenutzungen im Mischgebiet ist seriös nicht möglich. Es sind zwingend die Umstände des Einzelfalls auf dem konkreten Grundstück zu berücksichtigen.


Sie haben Rückfragen an Immobilienexperte Peter Kragler? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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