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„Mit unserem jungen Start-up müssen wir uns bald mit dem Thema Wirtschaftsprüfung auseinandersetzen. Allerdings haben wir noch nicht so viel Geld. Gibt es eine Art „Wirtschaftsprüfung light“, auf die wir zurückgreifen können?
Unternehmensgründer müssen sich früher oder später zwangsläufig mit den Themen Jahresabschluss und Wirtschaftsprüfung auseinandersetzen. Sobald eine Gesellschaft mittelgroß wird, ist ihr Jahresabschluss inklusive des Lageberichtes prüfungspflichtig. Junge Start-ups übersteigen die Größenkriterien nach HGB in frühen Phasen häufig noch nicht und können in diesem Fall auf die Testierung des Abschlusses verzichten. Unter Umständen kann eine freiwillige Prüfung oder zumindest eine Plausibilisierung des Jahresabschlusses dennoch sinnvoll sein, beispielsweise wenn Investoren, Fremdkapitalgeber oder andere Vertragspartner dies fordern.
Zunächst besteht immer die Option der freiwilligen Prüfung des Jahresabschlusses. Hierbei erhält das geprüfte Unternehmen ein Prüfungsergebnis in Form eines Testats des Abschlussprüfers und einen vollständigen Prüfungsbericht. Es ist dabei zu beachten, dass der Umfang der Prüfung sowie die notwendige Sicherheit, die für das Prüfungsurteil herangezogen wird, nicht von dem einer Pflichtprüfung abweichen. Egal ob aus der gesetzlichen Pflicht heraus oder aus freier Entscheidung – die Prüfung erfolgt immer in vollem Umfang. Da kleine, nicht prüfungspflichtige, Kapitalgesellschaften von der Aufstellung eines Lageberichts befreit sind, ist dieser bei einer freiwilligen Prüfung auch nicht Gegenstand der Abschlussprüfung. Zeitaufwand und Kosten der freiwilligen Abschlussprüfung sind dementsprechend reduziert.
Für nicht prüfungspflichtige Gesellschaften gibt es darüber hinaus weitere Möglichkeiten, den Jahresabschluss einer gewissen Kontrolle oder Prüfung zu unterziehen. So gibt es die im Vergleich zur vollständigen Prüfung abgeschwächte prüferische Durchsicht. Im Unterschied zur klassischen Jahresabschlussprüfung wird nicht auf eine hinreichende Sicherheit des Prüfungsurteils abgezielt. Hier wird mit gewisser Sicherheit vom Prüfer ausgeschlossen, dass der Abschluss in wesentlichen Punkten nicht in Übereinstimmung mit den relevanten Rechnungslegungsvorschriften erstellt wurde. Es handelt sich damit mehr um eine analytische Plausibilisierung der Zahlen als um eine vollständige Prüfung des Abschlusses im Detail. Entsprechend sinkt auch der entstehende Aufwand und das Honorar an den Wirtschaftsprüfer.
Eine noch weiter abgemilderte Form ist die Jahresabschlusserstellung nach IDW S7, entweder mit Plausibilitätsbeurteilungen oder mit umfassenden Beurteilungen. Hierbei erfolgt keine Prüfung, sondern der Abschluss wird unter Beurteilung der Plausibilität der Zahlen erstellt. Die Gesellschaft erhält eine Bescheinigung über den Umfang und die Ergebnisse dieser Beurteilung.
Abschließend ist festzuhalten, dass eine prüferische Durchsicht oder eine Abschlusserstellung mit Plausibilitätsbeurteilung häufig eine sinnvolle und kostengünstigere Alternative zur freiwilligen Jahresabschlussprüfung darstellen kann. Ein vom Wirtschaftsprüfer testierter Abschluss erhöht in jedem Fall das Vertrauen in die Informationen der Rechnungslegung. Jede Gesellschaft hat dabei nach eigenen Bedürfnissen und Anforderungen über die Inanspruchnahme der Dienstleistungen eines Wirtschaftsprüfers zu entscheiden.
Sie haben Rückfragen an Paul Hairbucher, unseren Experten für das Thema Wirtschaftsprüfung, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.