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Bedroht der Ukraine-Krieg M&A-Transaktionen?
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Dr. Heiko Frank, WTS Advisory AG

Bedroht der Ukraine-Krieg M&A-Transaktionen?

Dr. Heiko Frank ist Partner bei der WTS Advisory AG. Foto: WTS

Der Ukraine-Krieg stellt die Weltwirtschaft vor neue Herausforderungen. Aber wie wirkt er sich auf den M&A-Markt aus? Dr. Heiko Frank kennt die Risiken und gibt Tipps, auf was es jetzt ankommt.

„Der Markt für M&A-Transaktionen konnte der Corona-Pandemie hervorragend trotzen. Ist der Markt und das anorganische Unternehmenswachstum durch den Krieg in der Ukraine bedroht?“

Unser M&A-Experte Dr. Heiko Frank, von WTS antwortet:

Seit der Wiedervereinigung Deutschlands hat es weder ein Krieg noch ein wirtschaftliches oder pandemisches Ereignis geschafft, den Markt für M&A Transaktionen nachhaltig zu beeinflussen. Dies konnte auch Corona nicht ändern. Zu Beginn der Pandemie 2020 wurden die M&A Transaktionen für etwa sechs Monate gestoppt. Während Lieferengpässe sich bis heute auswirken, waren einige Geschäftsmodelle (Asset-light), wie Sicherheitstechnik und digitale Geschäftsmodelle kaum bis gar nicht betroffen und das Transaktionsgeschäft wurde schnell wieder erfolgreich aufgenommen und führte zu einem „All-time-high“ an Transaktionen. Was sich jedoch vor allem auf dem deutschen Markt grundsätzlich geändert hat und die Transaktionen beeinflusst, ist die Inflation.

Die Rahmenbedingungen für M&A-Transaktionen werden komplexer

Die aktuelle Inflationsrate liegt per Juli bei +7,9 Prozent. Ein Zustand, dem unsere Märkte schon lange Zeiten nicht mehr ausgesetzt waren. Mit der Inflation passen nun auch die Zentralbanken und folglich auch die finanzierenden Banken ihre Zinsen an. Mittelfristig kann der Zinsanstieg dazu führen, dass sowohl das Fundraising bei Private Equity als auch Venture-Capital Gebern erschwert wird. So beobachten wir schon heute, dass vor allem die Start-Up Szene, die seit Jahren am Boomen ist, zum ersten Mal negative oder neutrale Finanzierungsrunden fürchtet. Die Rede ist von Flat- oder Down-Rounds, also das Gleichbleiben oder Verschlechtern der Unternehmensbewertung im Vergleich zur vorherigen Finanzierungsrunde. Aber auch die gängigen strukturierten Finanzierungen von Unternehmenskäufen werden durch die steigenden Zinsen erschwert, was dazu führen kann, dass die gezahlten Kaufpreise (bemessen am Multiplikator von z.B. dem EBITDA zum Unternehmenswert) sinken. Je nach Geschäftsmodell könnte dieser Effekt unterschiedlich stark ausfallen. In jedem Fall führt es zu verhalteneren Unternehmens-Transaktionen in 2022 und ggf. 2023.

Wie beeinflusst Russland das M&A-Geschäft?

Nach Zahlen des „ZEW M&A-Reports“ von April 2022 ist das deutsche M&A-Geschäft mit Russland schon seit der Annexion der Krim 2014 um mehr als 90 Prozent eingebrochen und machte im weltweiten M&A-Markt gemäß „KPMG M&A Radar 2021“ weniger als 2 Prozent aus. Aufgrund der drohenden Reputationsverluste und möglichen Sanktionsvergehen hat der Ukrainekrieg eher Einfluss auf die direkte Wirtschaft. Für die verbleibenden <2 Prozent der in- und outbound Russlandtransaktionen wird es in Zukunft fast unmöglich sein, noch die nötigen Berater und Anwälte zu finden, da diese ebenfalls hohen Sanktionsstrafen ausgesetzt wären. Wir gehen also davon aus, dass der Anteil russischer in- und outbound Transaktionen weiter auf niedrigem Niveau verbleibt bzw. noch abnehmen wird.

Einfluss auf Kapitalmärkte

Viel bedeutender sind jedoch die Auswirkungen an den Kapitalmärkten. Seit Beginn 2022 haben wir nicht einen namhaften deutschen Börsengang verzeichnen können. Neben den Börsengängen operativ tätiger Unternehmen sind aber auch die Börsengänge und das Volumen der SPAC-IPOs in Europa drastisch zurückgegangen und haben im ersten Halbjahr 2022 den europaweit tiefsten Stand der letzten sechseinhalb Jahre erreicht. Börsengänge waren vor allem auch für Private Equity Geber eine attraktive Alternative zum klassischen Weiterverkauf des Unternehmens (oder als Dual-Track Strategie). Auch für Spin-Offs von Unternehmenssegmenten wurden beispielsweise IPOs gern verwendet. Aktuell ist die Lage hier verhalten. Wir glauben, dies wird sich bis Ende 2022 nicht mehr ändern.

 

Eine ungewisse, aber optimistische Bilanz

Durch sich weiter verschärfende Sanktionen und zunehmenden Fokus des Wirtschaftsministeriums bei außenwirtschaftlichen Transaktionen, werden die Rahmenbedingungen auch für mittelständische Unternehmen erheblich erschwert.

Aufgrund der steigenden Zinsen kann angenommen werden, dass es in Zukunft zu einer Anpassung der Kaufpreishöhen kommen, welche sich allerdings aufgrund der großen Menge an nicht-investierten Geld wieder nach oben nivellieren könnten. Derzeit gehen wir davon aus, dass Transaktionen von bestimmten Geschäftsmodellen stabil bleiben und sogar das Potential haben, weiter steigen zu können. Hierbei handelt es sich auch um energieeffiziente Unternehmen mit wenig internationalen Abhängigkeiten, Grundindustrien und Infrastruktur. Dazu zählen weiterhin Asset-Light Geschäftsmodelle und Unternehmen, mit einem hohen Maße an Digitalisierung, aber auch Gesundheits-/Healthcare-Unternehmen. Auf der anderen Seite deutet die gegenwärtigen Marktentwicklungen jedoch darauf hin, dass Unternehmen aus konsumtiven Branchen (Lifestyle, Textil, Handel, und ähnliche) in den nächsten sechs Monaten sinkende Bewertungen verzeichnen dürfen. Da die aktuellen Bauanträge und -genehmigungen für Einfamilienhäuser auch deutlich zurück gehen, ist es wahrscheinlich, dass die geringeren Unternehmensbewertungen ebenfalls das Baugewerbe für Privatimmobilien treffen werden. Aufgrund der vergleichsweise erhöhten Vorlaufzeiten der Baubranche dürfte der Effekt in den nächsten sechs bis zwölf Monaten sichtbar werden.

Sie haben Rückfragen an M&A-Experten Dr. Heiko Frank von der WTS Advisory AG, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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