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Kommentar der Woche von Rebecca Weingarten

Kommentar: Warum die Anti-Haltung gegen Flüchtlinge allen schadet

 Symbolbild. Foto: poco_bw / iStock / thinkstock

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat es im ZDF-Sommerinterview auf den Punkt gebracht: Die Flüchtlingsfrage wird Europa noch lange beschäftigen. Was fürs große Ganze gilt, setzt sich bis in die nächste Nachbarschaft fort: Wir begegnen Flüchtlingen in jedem Kreis, jeder Stadt, jedem Ort in Schwaben. Und wir begegnen der Frage: Welche Antwort haben wir auf diese Herausforderung?

Die grundlegende Anti-Haltung gegen Flüchtlinge ist erschreckend ausgeprägt und extrem weit verbreitet. Es sind nicht länger irgendwelche Randgruppen, sondern „ganz normale“ Menschen, die ihren Hass, ihre Angst und ihre Wut öffentliche zur Schau tragen. Die Konsequenzen sind so gewaltig, dass der Grundsatz „Jedem seine Meinung“ selbst in Frage steht: Wer gegen Flüchtlinge hetzt, verhindert konstruktive Lösungen.

Und die Medien? Sie haben keine Kontrolle mehr über die öffentliche Meinung, die sie so lange gestaltet haben. „Volkes Stimme“ sucht sich unkontrolliert Bahn über neue Kanäle. Dort werden Flüchtlingsheime, die wie Pilze aus dem Boden schießen, als Bedrohung fürs Leben in der Gemeinde inszeniert. Dort entstehen Fabeln von Geldern, die angeblich für deutsche Kinder und Rentner fehlen, weil sie den Flüchtlingen zufließen.

Fakt ist: Die Flüchtlingsfrage ist für die Kommunen teuer. Die Zukunft deutscher Kinder gegen die von Asylbewerbern auszuspielen, wird der Sache nicht gerecht. Es ist zudem schlichtweg unfair. Es geht um Menschen, die vor Grausamkeit fliehen, vor Verfolgung, vor Armut, vor Krieg. Nicht jeder, der herkommt, wird bleiben können. Aber wer im reichen Europa um Asyl bittet, verdient zumindest eine faire Chance darauf, dass schnell, korrekt und vorurteilsfrei geprüft wird, wem und wie geholfen werden kann – und wem nicht. Vor allem die Schnelligkeit ist entscheidend, um sich helfend um die wirklich Schutzbedürftigen zu kümmern.

Kanzlerin Merkel nannte im ZDF-Sommerinterview die Gewalt gegen Flüchtlinge als „unseres Landes nicht würdig“. Und das ist sie auch nicht. Die Gewalt beginnt aber nicht bei brennenden Flüchtlingsunterkünften. Sie fängt in den Köpfen jener an, die Angst haben. Angst, weil man sie glauben macht, dass unsere Zukunft auf dem Spiel steht, dass wir unsere Ressourcen mit Fremden teilen. Diese Menschen entzünden vielleicht nicht selbst die Fackeln. Aber sie blasen sie auch nicht aus. Sie tragen vielmehr bei zur sozialen Akzeptanz derer, die zum Brandstifter werden.

Wie geht es in der Flüchtlingsfrage weiter? Die Verantwortung dafür trägt nicht nur die Politik. Sie liegt bei jedem einzelnen von uns. Zeigen wir, als Europäer, als Deutsche, als Schwaben, dass wir es drauf haben, die Flüchtlinge zu integrieren und für unsere Heimat zu begeistern.

von Rebecca Weingarten

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