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Kommentar der Woche von Ulrich Pfaffenberger

Kommentar: „Melken“ – ein zweifelhaftes Prinzip

Symbolbild. Foto: Danilin / iStock / thinkstock

Maximale Qualität zu minimalen Kosten, ein Weg der in die Irre führt. Das ist nicht nur beim Milchpreis erkennbar.

Was bekommen wir für 40 Cent? Nicht einmal einen halben Liter Benzin. Nicht einmal das Porto für eine Postkarte. Nicht einmal einen Tag Flatrate fürs Smartphone. Nicht einmal einen Fliegenschiss Druckertinte. 40 Cent sind in unserer derzeitigen Konsumwelt nicht viel wert. Aber für einen Liter Milch, ein Grundnahrungsmittel, erhalten deren Erzeuger noch weniger. 26 bis 30 Cent bezahlen die Molkereien den Milchbauern derzeit. Wie wir durch die massiven Proteste der betroffenen Landwirte gerade wieder erfahren, ist das zu wenig.

Nun könnten Vertreter der reinen Ökonomie kommen und mit der Übermenge argumentieren, die eben den Preis drückt. So lange, bis die nicht mehr wettbewerbsfähigen Marktteilnehmer aufgeben. Am Ende bleiben die Großen und Starken übrig, die in industriellem Maßstab produzieren. Genau darum haben wir in Deutschland zum Beispiel keine Textilindustrie mehr.

Die Argumentation wäre noch erträglich, wenn die Preisdrücker nicht gleichzeitig auch nach maximaler Qualität riefen. Ein Zustand, den nicht nur die Milchbauern kennen, sondern jeder, der irgendwohin zuliefern darf. Oder muss. Das Preisschild soll von Aldi kommen, der Inhalt von Käfer – plus unter maximaler Erfüllung aller Gesetze und (Verbraucherschutz-)Vorschriften. Nichts gegen Preisbewusstsein, den Wunsch nach Leistungsoptimierung oder das Streben nach Gewinnmaximierung. In der Realität erleben wir aber gerade nicht nur bei der Qualität von Lebensmitteln die Pervertierung des Prinzips „Melken“. Wenn etwa einer Metropole wie München die Feuerwehrleute und Polizisten ausgehen, weil sie sich die Mieten für eine ganz normale Wohnung nicht mehr leisten können.

In einer Zeit, wo sich in verschiedenster Weise der Wunsch nach Erhalt einer vermeintlich heilen Welt artikuliert, sollten wir – als Konsumenten und (Ein-)Käufer – mehr Sorgfalt darauf verwenden, aus welchen Strukturen wir unsere Waren beziehen wollen. Milch mag es im Überschuss geben, Milchbauern nicht mehr lang. Ganz zu schweigen von den eigentlichen Erzeugern: Ob das, was eine vom eigentlichen Tierleben entfremdete Turbo-Kuh wirklich ist, was wir uns als Quelle für ein gesundes Lebensmittel vorstellen, ist mehr als fraglich.

Die nachhaltige Antwort darauf kommt allerdings nicht, wie die demonstrierenden Bauern glauben, aus der Politik. Sie muss von jenen kommen, die sich nicht geizen, für ein Kilo portionsweise in Alu-Döschen verpackten Kaffee fast 80 Euro zu zahlen. Mit diesem Geld könnte man sich wunderbar auch an einer Milchgenossenschaft beteiligen und den persönlichen Lieferanten finanzieren. So aber, wie’s derzeit aussieht, muss man sich schon manchmal fragen, auf welcher Seite des Zauns die Rindviecher stehen.

von Ulrich Pfaffenberger

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