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Kommentar der Woche von Kristina Wittlich

Kommentar der Woche: Trassenbau im Jodlerstil

 Symbolbild. Foto: Uwe Schlick / pixelio

Die (ober)bayerische Politspitze belebt die Diskussion über zusätzliche Stromtrassen aufs Neue – ist dabei aber offensichtlich falsch gepolt.

Es gibt eine Redensart, die mag nicht besonders höflich sein, trifft aber das Thema im Kern: „Kaum ist Gras über eine Sache gewachsen, kommt ein Kamel und frisst es wieder weg.“ Ohne der Familie der camelidae und anderen lebenden Zeitgenossen zu nahe treten zu wollen: Warum ist mir dieser Spruch ausgerechnet wieder in den Sinn gekommen, als ich dieser Tage vom neuen Aufflammen der Stromtrassen-Diskussion hören musste?

Denn: War es nicht so, dass dieses Thema so weit aus den Schlagzeilen verschwunden war, dass man hoffen durfte, es werde nun ohne große Schaumschlägerei von kundigen Menschen fachlich und sachlich zielführend gelöst? Irrtum. Rechnung ohne den bayerischen Ministerpräsidentin und seine in der Öffentlichkeitswirkung nachgeschaltete Wirtschaftsministerin gemacht. Ohne erkennbare Not singen die beiden diese Woche erstens die Trasse wieder ins Rampenlicht und jodeln zweitens gleich auch noch den Nachbarländern eine Last hinüber. Der Echo-Jodler hat auch nicht lange auf sich warten lassen und fällt – regionalpolitisch verständlich – ziemlich grob aus.

Während uns die Befindlichkeiten in diversen Staatskanzleien wurscht sein können, sind die Sangeskünste an sich zum Haareraufen. Insbesondere die Textzeilen Aigners rücken die beiden Stromtrassen wieder in die Ordnungsklasse „unverbindlich bis schau mer mal“. Mit ihrem – beim Bayerischen Rundfunk unter http://www.br.de/nachrichten/aigner-suedlink-stromtrasse-100.html nachhörbaren  – Halbsatz „sollten dann nachweislich zwei neue Trassen erforderlich sein“, schickt die Wirtschaftsministerin (erneuerbares!) Wasser auf die Mühlen aller, die Sinn und Nutzen der Trassen anzweifeln. Dies umso mehr, als bei den Aussagen die bisher widersprochene Einschätzung mitschwingt, die Trassen seien eine Belastung.

Auch jene kommen ins Zweifeln, die bisher den vorgetragenen Sachargumenten vertraut haben. Es stellen sich Fragen: Ist die Angelegenheit also nicht so dringlich wie ursprünglich dargestellt? Drohen der Wirtschaft und den Bürgern Süddeutschlands doch keine „brown-outs“ als Folge der Energiewende? Ist die Trassenführung noch in großem Maßstab verschiebbar: Raus aus Franken, rein nach Schwaben? Und, wie die Beobachter beim BR anklingen lassen, vorbei an Oberbayern?

Am Ende bleiben Kopfschütteln über Art und Zeitpunkt des Seehofer-Aignerschen Auftritts sowie die (erneuerte!) Erkenntnis über eine wenig durchdachte Energiepolitik. Zumal ein Gedanke bisher offensichtlich unterm Tisch liegen bleibt: Die „Strom-Autobahnen“ direkt über den „Auto-Autobahnen“ verlaufen zu lassen. Da wären die Trassen schon da und gehören sowieso dem Bund. Vielleicht ließen sich sogar Zapfanlagen für E-Autos abzweigen? Oder man verbaut die Kabel in eine Trasse für einen auf Magnetfeldern schwebenden Transrapid? … Sie meinen, das seien spinnerte Ideen? Na, dann passt’s doch.

von Kristina Wittlich

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