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Kommentar der Woche von Rebecca Weingarten

Kommentar der Woche: Klage um jeden Preis?!

 Fotomontage. Bild:  B4B SCHWABEN / Fontanis / iStock / thinkstock

In Stadtbergen ist in den letzten Jahren mit dem Ziegelhof ein neues Therapiezentrum für chronisch kranke Kinder entstanden. Was für eine tolle Sache! Finden zumindest die meisten. Die Wirtin des benachbarten Ziegelstadels sieht das anders. Scheint zumindest so. Oder gäbe es sonst einen Grund, den Freistaat Bayern wegen des Ziegelhofs bereits in zweiter Instanz zu verklagen?

Spielende Kinder, Hunde, Menschen, die sich auf ihren Hof verirren – eigentlich könnte sich eine Gaststätte Schlimmeres vorstellen. Wen sollte es stören, dass auf dem ehemaligen Ziegeleigelände das Leben pulsiert? Aber darum geht es der Wirtin ja gar nicht. Kein Mensch hat etwas gegen Kinder. Schon gar nicht, wenn sie chronisch krank sind. Zum Glück gibt es ja noch andere Gründe, um vor Gericht zu ziehen.

Der Bunte Kreis, dem der Ziegelhof gehört, sieht den Rechtsstreit gelassen. Man vertraut hier auf die juristisch rechtmäßige Lage sowie auf den Anstand der zuständigen Richter und freut sich auf das Eröffnungsfest am kommenden Freitag. Ein Tipp für alle, die auch gerne einmal klagen möchten: Wer eine Gerichtsshow braucht, soll den Fernseher einschalten, und sie nicht selber veranstalten. Kommt auf Dauer billiger.

Das Hauptproblem der Wirtin ist: Im Ziegelstadel könnten die Gäste ausbleiben, weil keiner mehr weiß, wo er parken soll, bei dem Verkehrschaos, das durch den Ziegelhof entstanden ist. Wenn aufgrund dessen keiner mehr im Ziegelstadel ein Hotelzimmer buchen würde, wäre das natürlich schlecht.

Potentieller wirtschaftlicher Schaden verdient es, untersucht zu werden. Vielleicht kann mir das Internet ja helfen, ein klares Licht auf die Sache zu werfen: In den letzten vier Jahren – also auch schon vor der Errichtung des Therapiezentrums Ziegelhof – wurden mehrere eher wenig schmeichelhafte Bewertungen für den Ziegelstadel abgegeben. Über spielende Kinder oder fehlende Parkplätze hat sich allerdings niemand beschwert.

Und dabei war früher im Ziegelstadel wohl echt mal was los. In den 1970er und 80er Jahren war der idyllisch gelegene Ziegelstadel eines der Top-Ausflugsziele. Auch die Studentenpartys waren bis in die frühen 1990er Jahre hinein legendär. Wenn man hingegen heute am Ziegelstadel vorbei geht, fragt man sich, wo der einstige Charme geblieben ist.

Egal, wer welches Ziel verfolgt: Jeder clevere Unternehmer weiß,  dass Kommunikation dabei das A und O ist. Wer sein Grundstück und sein Geschäft schützen möchte – was jedermanns gutes Recht ist – der sollte aufpassen, wie er dabei auftritt.

Es gibt Menschen in unserer Gesellschaft, die unsere Unterstützung und unser Wohlwollen mehr verdient haben, als dass es legitim ist, dass andere ihr juristisches Recht durchboxen – ob das denjenigen nun passt, oder nicht. Chronisch kranke Kinder und jene, die ihnen ihr Leben erleichtern, gehören auf jeden Fall zu dieser schützenswerten Gruppe dazu.

Wer das nicht versteht, der wird es auf Dauer nicht leicht haben, zahlende Kundschaft zu gewinnen. Erst recht nicht, wenn man gleichzeitig eine Perle in bester Lage fast verschimmeln lässt.

Fazit: Das eigene Geschäft gefährden nie andere. Man gefährdet es immer selber.

von Rebecca Weingarten

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