B4B Schwaben

Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.

b4bschwaben.de: Regionale Wirtschaftsnachrichten

Die Top-Nachrichten aus Augsburg

Anzeige

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform
Kommentar der Woche von Ulrich Pfaffenberger

Kommentar der Woche: Gnade uns Horchern!

 Gnade uns Horchern! Bild: Leks_Laputin / iStock / thinkstock

Was deutsche Nachwuchspolitiker mit deutschem Schlager der deutschen Wirtschaft antun können.

Nach der akustischen Voll- und Überversorgung mit teutonischem Liedgut zur Faschingszeit hat uns nun der graue Fasten-Alltag wieder. Auch musikalisch. Da passt die Forderung der Jungen Union gut ins Programm, die deutschen Rundfunkanstalten mögen den Anteil muttersprachlicher Gesangsdarbietungen in ihren Sendungen erhöhen. Vorgeschobenes Argument: Alle Welt will Helene Fischer hören, da könnten sich ein paar Althippies in den Radiostationen den Heimatklängen doch nicht mehr verwehren. Sprich: Regler rauf fürs Rummsdada!

Wenn es nur so einfach wäre. Folgt man dem paneuropäischen Ideal des Subidiaritätsprinzips, dann bedeutet das in letzter Konsequenz die maximale sprachliche Quotenregelung. Sprich: Ein Sender aus Bobingen dürfte eigentlich nur noch Roy Black spielen, müsste den Sänger aber logischerweise auch in „Rothaariger Schwarz“ umbenennen. (Roy kommt aus dem Keltischen und bedeutet selbiges Körpermerkmal.)

Womit der Unsinn einer solchen Forderung auch schon zu Tage bricht. Denn allein der verwendeten Sprache wegen wird ein Musikprogramm im Radio auch nicht besser.

Was das Ganze mit Wirtschaft zu tun hat? Denken Sie an mögliche Folge-Forderungen: Mindestens 50 Prozent aller Gerichte in einer Wirtschaft müssen deutsch sein, mindestens die Hälfte aller Bauteile in einem Auto in Deutschland hergestellt. Audi heißt wieder Horch, Mercedes wahlweise „Gnade“ oder „Barmherzigkeit“. Vom „Service“ nehmen wir zugunsten der „Dienstleistung“ Abstand, von der „Innovation“ verabschieden wir uns zugunsten der „Erneuerung“ und aus der „Bilanz“ machen wir die „doppelte Buchführung“. Stimmt so nicht? Hört sich aber voll korrekt deutsch an.

Wobei: Ganz so daneben ist die Forderung der Nachwuchs-Unionisten (Vereinigler?) dann doch wieder nicht. Nur sollten sie sich anderen Themen zuwenden als der immer wieder gern aufgewärmten Schlager-Debatte. Ich schlage vor: Vorstände sollen auf Hauptversammlungen in ihren Rechenschaftsberichten ausschließlich Deutsch sprechen, Politiker vor, während und nach dem Wahlkampf ausschließlich verständliche und erhellende deutsche Begriffe verwenden und „online“ heißt ab sofort „auf Draht“.    

Ulrich Pfaffenberger

Artikel zum gleichen Thema