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Unsicherheiten bei Handwerksbetrieben im Gebiet der Handwerkskammer Ulm
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Konjukturumfrage

Unsicherheiten bei Handwerksbetrieben im Gebiet der Handwerkskammer Ulm

Unsicherheiten drücken Handwerksstimmung
Unsicherheiten drücken Handwerksstimmung. Foto: www.amh-online.de

Verzögerte Lieferketten beim Material, hohe Energiepreise und die Kaufzurückhaltung der Kunden machen den Handwerksbetrieben zwischen Ostalb und Bodensee zu schaffen. Das zeigen die aktuellen Daten der regelmäßigen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Ulm. Was die Betriebe bis zum Jahresende erwartet.

Die Geschäftslage ist in den Handwerken im Gebiet der Handwerkskammer Ulm sehr unterschiedlich. Insbesondere in den Bau- und Ausbaugewerken beschreiben 62 Prozent der Handwerksbetriebe ihre Geschäftslage in den Monaten Juli bis September weiterhin als gut. Von einem schlechten Geschäftsverlauf in den vergangenen Monaten sprechen derzeit 12 Prozent. Hierbei geht es vor allem um Handwerksbetriebe in den energieintensiven oder konsumorientierten Gewerken der Dienstleistungs- und Nahrungsmittelgewerbe sowie im Bereich des gewerblichen Bedarfs, beispielsweise der Feinwerkmechaniker oder Gebäudereiniger. „So eine große Spanne unterschiedlicher Situationen in den Betrieben hatten wir noch nie. Insgesamt aber nehmen die Zukunftssorgen unserer Betriebe zu“, bestätigt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm.

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Anhaltende Belastungen schwächen Geschäftserwartungen ab

Die Stimmung im regionalen Handwerk ist trüber, denn die konjunkturellen Sorgen der Betriebe haben im dritten Quartal zugenommen. Grund für die Geschäftsentwicklung sind nach wie vor die Preissteigerungen, Materialknappheit und Lieferengpässe. Die anhaltenden Belastungen schwächen die Geschäftserwartungen ab: Von einer Verbesserung der Geschäftslage gehen aktuell rund 18 Prozent der Befragten aus. 60 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Entwicklung. Etwas mehr als jeder fünfte Betrieb befürchtet hingegen, dass sich die Lage verschlechtern wird.

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Auftragslage rückläufig – schwieriges Jahresende erwartet

Die Auftragslage in den Handwerksbetrieben zwischen Ostalb und Bodensee ist verglichen mit dem Vorjahresquartal im Abwärtstrend. Demnach berichten rund 23 Prozent von einem gestiegenen Auftragsvolumen in den Monaten Juli bis September, wobei es im Vorjahr noch 37 Prozent waren. Die Anzahl der Handwerker, die im dritten Quartal einen Rückgang beim Auftragseingang zu verkraften haben, verdoppelt sich nahezu von 15 Prozent im Vorjahr auf knapp 29 Prozent. Die Betriebe erwarten insgesamt ein schwieriges Jahresende 2022.

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Entlastungen für Betriebe muss schnell und einfach umgesetzt werden

Knapp 29 Prozent erwarten in der näheren Zukunft Auftragseinbußen. Das seien laut der Handwerkskammer Ulm doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Ein Auftragsplus für die Monate Oktober, November und Dezember erwarten ebenfalls rund 29 Prozent der Handwerker. Insgesamt zeigen sich die Handwerksbetriebe zwischen Ostalb und Bodensee jedoch zuversichtlicher als der Landesdurchschnitt in Baden-Württemberg. „Zu dieser Marktunsicherheit kommt für die Betriebe die Unsicherheit bei der Energiepreisbremse und möglicher finanzieller Unterstützungen. Wir haben da nicht unendlich Zeit. Diese Entlastungen für die betroffenen Betriebe müssen jetzt schnell und einfach umgesetzt werden“, erklärt Dr. Tobias Mehlich.

Auslastung weiterhin hoch, Unsicherheiten behindern Personalaufbau

Die Auslastung in den Handwerksbetrieben der Region ist im dritten Quartal 2022 unterschiedlich, aber zusammengefasst positiv: Rund 19 Prozent der Betriebe sind über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus ausgelastet, gut 43 Prozent sind nahezu voll ausgelastet. Rund 15 Prozent haben noch Kapazitätsfreiräume, im Vorjahresquartal waren es knapp 13 Prozent. Die in den Sommermonaten übliche Personalaufstockung im Handwerk ist in diesem Jahr geringer ausgefallen: So haben 16 Prozent der Befragten in den vergangenen drei Monaten ihre Beschäftigtenzahl erhöht und 13 Prozent ihre Belegschaft verkleinert. Als Gründe geben die Handwerksbetriebe im Gebiet der Handwerkskammer Ulm die unsicheren Rahmenbedingungen an.

Konjunktursituation im Alb-Donau-Kreis und Stadtkreis Ulm

Im Alb-Donau-Kreis beurteilen 72 Prozent der Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut, im Stadtkreis Ulm 50 Prozent. Eine schlechte Geschäftslage geben im Alb-Donau-Kreis 10 Prozent an, im Stadtkreis Ulm 13 Prozent. Sowohl im Alb-Donau-Kreis als auch im Stadtkreis Ulm wollen rund vier von fünf Betrieben ihre Fachkräfte im Betrieb halten. Einige planen zusätzliches Personal einzustellen, auch wenn die Dynamik hier etwas nachgelassen hat. „Eine Ausbildung kann auch im Herbst noch gestartet werden. Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften im Ulmer Raum ist und bleibt groß. Personal wird gesucht und viele unserer Handwerksbetriebe wollen ausbilden. Interessierte junge Menschen, die sich für eine handwerkliche Ausbildung interessieren, finden in unserer Region eine passende Stelle“, sagt der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Ulm, Thomas Jung.

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