Landratsamt Neu-Ulm

Landrat Thorsten Freudenberger bei Settele

Thorsten Freudenberger und Simon Schrag zu Gast bei Settele in Neu-Ulm. Foto: Jürgen Biglmayr / Landratsamt Neu-Ulm

Neu-Ulms Landrat Thorsten Freudenberger war zu Gast beim heimischen Lebensmittelunternehmen Settele. Erwin Settele erklärte die Produktion sowie den Einkauf von frischen Waren. Thorsten Freudenberger lobte das regionale Unternehmen.

von Alexandra Hetmann, Online-Redaktion

Spätzle machen ist sozusagen die Kernkompetenz des Neu-Ulmer Unternehmens Settele Schwäbische Spezialitäten & Feinkost GmbH. Bei „frischen Spätzle“ ist der schwäbische Lebensmittelspezialist Marktführer in Deutschland. Doch Settele stellt weit mehr her, erfuhren Landrat Thorsten Freudenberger und der Wirtschaftsbeauftragte des Landkreises, Simon Schrag, bei ihrem Betriebsbesuch. Inhaber Erwin Settle junior beziffert sein Sortiment auf „50 Produkte und 300 Artikel“.

Landrat Thorsten Freudenberger lobt Settele

Insgesamt 260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt das Familienunternehmen. Zur Belegschaft zählen derzeit auch 15 Auszubildende. Die Lehrlinge werden in aller Regel nach Ausbildungsabschluss übernommen. „Ich danke Ihnen, dass Sie jungen Leuten eine Chance geben“, sagte Landrat Thorsten Freudenberger. Unternehmen – wie Settele – seien für das Landratsamt nicht nur Betriebe, die man von Gesetzes wegen auf Einhaltung der Lebensmittel- und Hygienevorschriften von Zeit zu Zeit kontrollieren müsse. Sie sind zudem auch Partner, „die das Geld erwirtschaften, das der Landkreis erst dann für Soziales, Bildung oder Jugend und Familie ausgeben kann“, erläuterte Landrat Thorsten Freudenberger.

Settele bezieht Zutaten aus der Region

Settele macht rund 40 Prozent seines Umsatzes unter Fremdmarken, vor allem von großen Handelsketten. „Wir beliefern fast alle namhaften Händler“, verrät der Geschäftsführer. Täglich würden mehr als 80 Tonnen Frische- und Tiefkühlprodukte produziert. Neben Deutschland gibt es Settele-Produkte auch in Österreich, der Schweiz, Südtirol, Frankreich, Ungarn und in den Niederlanden zu kaufen. „Wenn wir keine Topqualität abliefern, sind wir schnell weg vom Fenster“, sagte Erwin Settele junior. Entsprechend stellt er „höchste Qualitätsansprüche“ an die Zutaten. „So viel wie möglich beziehen wir aus der Region“, so der Schwabe. Durch die kurzen Transportwege und Just-in-Time-Anlieferung sind die Rohstoffe noch frisch, wenn sie in der Neu-Ulmer Lebensmittelfabrik verarbeitet werden. Außerdem ist Regionalität gefragt bei den Endverbrauchern. „Das ist ein Trend, genauso wie Bio- und vegane Produkte“, informierte der Firmeneigentümer.

Qualität durch Hygiene und artgerechte Tierhaltung

Bei den Eiern reicht die beziehbare Menge aus der Region jedoch nicht aus. Settele greift deshalb auf Lieferanten aus ganz Deutschland zurück. Doch nur wer seine Hennen am Boden und nicht in Käfigen hält, hat eine Chance mit den Neu-Ulmer Teigwarenproduzenten ins Geschäft zu kommen. Spitzenqualität erfordert auch eine strenge Hygiene. Täglich von 13 bis 20 Uhr werden alle Produktionsräume, -vorrichtungen und -maschinen generalstabsmäßig gereinigt und desinfiziert. Die Hauptproduktion beginnt abends um 20 Uhr und geht die Nacht durch. Insgesamt ist die Fertigung im Dreischichtbetrieb organisiert. Quasi gleich von der Produktionsanlage werden die Teigspezialitäten verpackt, auf Speditions-Lkws verladen und ausgeliefert. Drei bis fünf neue Erzeugnisse bringt Settele pro Geschäftsjahr auf den Markt. In der Produktentwicklung setzt Erwin Settele junior auf „geschulte Gaumen“, die auch kleinste Geschmacksunterschiede zielgenau unterscheiden können.

Settele im Zeitraffer

Der gleichnamige Vater des jetzigen Inhabers, Erwin Settele, gründete 1968 das Unternehmen Settele. Sein Geschäftsmodell war damals: Maultaschen fertig einkaufen und zusammen mit Feinkostsalaten und Mayonnaise verpackt an Hotels, Gaststätten, Metzgereien und Kantinen weiterverkaufen. Nachdem Erwin Settele junior die Firma übernommen hatte, stellte er die Zeichen auf Expansion. Erst führte er 1982 eine eigene Frischproduktion ein. Schupfnudeln waren das erste, selbst hergestellte Produkt. 1985 bezog er das neu gebaute Werk mit 1.000 Quadratmetern Produktionsfläche im Gewerbegebiet Neu-Ulm/Schwaighofen. Es folgten mehrere Betriebserweiterungen. Heute verfügt das Lebensmittelunternehmen über mehr als 10.000 Quadratmeter Produktions- und Verpackungsfläche und ist einer der führenden Anbieter von frischen und tiefgekühlten „Schwäbischen Spezialitäten“.

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