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Das Pharmaunternehmen R-Pharm Germany mit Sitz in Illertissen stellt den Geschäftsbetrieb ein. Nach einem monatelangen Insolvenzverfahren verliefen die finalen Verhandlungen mit potenziellen Käufern ergebnislos. Infolge der Schließung verlieren alle 280 Beschäftigen ihren Arbeitsplatz.
Im Rahmen einer Betriebsversammlung informierte Insolvenzverwalter Markus Fröhlich die Belegschaft über den Abbruch der Gespräche. Obwohl die beiden verbliebenen Kandidaten grundsätzliches Interesse an dem Werk zeigten, blieben sie die zwingend notwendigen Garantien bezüglich der Finanzierung schuldig. Fröhlich erklärt: „Wir haben bis zuletzt unter enormem Zeitdruck alles darangesetzt, eine Zukunftslösung für R-Pharm Germany und die Beschäftigten zu erreichen. Für einen Vertragsabschluss benötigen wir aber die Sicherheit, dass sowohl der Kaufpreis als auch die für die Fortführung erforderlichen Mittel tatsächlich zur Verfügung stehen. Diese Transaktionssicherheit war trotz der zusätzlichen Zeit, die wir den Interessenten eingeräumt haben, leider nicht gegeben.“
Noch im Juli hatte die Insolvenzverwaltung eine kurzfristige Zwischenfinanzierung gesichert, um den Betrieb bei R-Pharm zumindest bis Ende August aufrechterhalten. Diese gewonnene Zeit sollte als letzte Chance für die laufenden Übernahmeverhandlungen dienen, führte letztlich jedoch zu keinem belastbaren Angebot.
Die Suche nach einem Geldgeber war von Beginn an durch eine wirtschaftlich schwierige Ausgangslage belastet. Wegen der internationalen Sanktionen gegen Russland sowie der russischen Eigentümerstruktur hätten sich in der jüngeren Vergangenheit zahlreiche Geschäftspartner von dem Betrieb abgewandt, was wiederum zu einem Einbruch der Auftragslage führte. Ein neuer Eigentümer hätte somit zusätzlich zum reinen Kaufpreis erhebliches Kapital aufbringen müssen, um neue Kunden zu gewinnen sowie die Produktion wieder hochzufahren. Ohne Käufer bleibe deshalb ausschließlich die geordnete Schließung der Anlage.
Von der Schließung sind rund 280 Angestellte in Illertissen betroffen. Die entsprechenden Arbeitsverträge sollen zum Ende des Monats August 2026 aufgelöst werden, wobei der Großteil der Belegschaft zeitgleich von der Arbeit freigestellt werde. Eine kleinere Gruppe von etwa 50 bis 60 Personen soll befristet weiterbeschäftigt werden, um die notwendigen Rückbauarbeiten sowie die Abwicklung des Standorts zu betreuen.
Laut Fröhlich sind die Verhandlungen mit dem Betriebsrat bereits abgeschlossen. Man habe sich auf einen Sozialplan sowie einen Interessenausgleich verständigt, um die wirtschaftlichen Folgen für das Personal im Rahmen der insolvenzrechtlichen Möglichkeiten abzumildern.