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Investor für deutsche Tochter des Moskauer Pharmakonzerns R-Pharm gesucht
Insolvenzverfahren

Investor für deutsche Tochter des Moskauer Pharmakonzerns R-Pharm gesucht

Symbolbild. Der Arzneimittelhersteller R-Pharm ist insolvent. Foto: stock.adobe.com / industrieblick
Symbolbild. Der Arzneimittelhersteller R-Pharm ist insolvent. Foto: stock.adobe.com / industrieblick

Zwei Monate nach dem Insolvenzantrag ist das Verfahren bei R-Pharm Germany eröffnet. Während der Betrieb in Illertissen weiterläuft, rückt die Investorensuche in eine entscheidende Phase.

Beim Arzneimittelhersteller R-Pharm Germany mit Sitz in Illertissen ist das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Das Amtsgericht Neu-Ulm bestellte zum 1. Mai erneut Rechtsanwalt Markus Fröhlich zum Insolvenzverwalter. Das Unternehmen hatte bereits Mitte März einen vorläufigen Insolvenzantrag gestellt.

Betrieb stabilisiert

Der Geschäftsbetrieb wird weiterhin fortgeführt. Nach Angaben des Insolvenzverwalters wurde das Unternehmen bereits im vorläufigen Verfahren stabilisiert. Seit Mai werden die Löhne und Gehälter wieder regulär vom Unternehmen gezahlt. Nennenswerte Abgänge bei den rund 300 Beschäftigten gebe es nicht. „Wir sind weiter voll handlungsfähig, auch dank der Belegschaft, die loyal zu dem Unternehmen hält“, sagt Fröhlich. Zudem habe R-Pharm neue Aufträge erhalten und sei für die kommenden Monate durchfinanziert.

Erste Angebote von Investoren

Parallel dazu läuft die Suche nach einem Käufer. Mehrere Interessenten haben laut Insolvenzverwalter ihr Interesse bekundet, ein Teil prüft das Unternehmen derzeit im Rahmen einer Due Diligence. Erste Angebote liegen bereits vor und werden aktuell ausgewertet. „Unser Ziel ist es, bei der Suche nach einem Investor eine nachhaltige Fortführungslösung für das Traditionsunternehmen zu finden“, so Fröhlich. Ein Verkauf soll im Rahmen einer übertragenden Sanierung erfolgen – wie bereits im März angekündigt.

Sanktionen belasten Geschäft weiter

Als wesentlicher Grund für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten gilt weiterhin die Eigentümerstruktur. R-Pharm gehört zu einem russischen Konzern. Im Zuge der internationalen Sanktionen kam es zu Unsicherheiten bei Kunden und Geschäftspartnern, was die Geschäftsentwicklung belastete. Bereits im März war berichtet worden, dass Zahlungsflüsse innerhalb des Konzerns erschwert waren. Mit der Verfahrenseröffnung dürfte ein Verkauf nun leichter umzusetzen sein.

Zum Unternehmen

R-Pharm Germany mit Sitz in Illertissen geht auf das Jahr 1849 zurück. Das Unternehmen produziert Arzneimittel für internationale Märkte und beliefert Kunden in rund 150 Ländern. Am Standort arbeiten rund 300 Beschäftigte.