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Die R-Pharm Germany GmbH mit Sitz in Illertissen (Kreis Neu-Ulm) hat Mitte März 2026 beim Amtsgericht Neu-Ulm einen vorläufigen Insolvenzantrag gestellt. Als Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Markus Fröhlich von der Kanzlei Fröhlich Rechtsanwälte Insolvenzverwalter Steuerberater berufen.
Die Belegschaft sei bei der jüngsten Betriebsversammlung über die Situation informiert worden.
R-Pharm, das früher als Mack firmierte, ist Tochterunternehmen des russischen Konzerns R-Pharm International. Es scheint genau diese Struktur zu sein, die zur Zuspitzung der Lage beim Arzneimittelhersteller geführt habe. Zunehmende und anhaltende Sanktionen Russlands hätten bei Kunden wie auch Geschäftspartnern für Unsicherheiten gesorgt, was sich wiederum direkt auf Unternehmenszahlen ausgewirkt habe. Laut Torsten Falke, zuständigem Bezirksleiter der Gewerkschaft IGBCE, sei ein stabiler Geldfluss vom Mutter- zum Tochterunternehmen jüngst nur schwer möglich gewesen. Die Belegschaft habe in den letzten Monaten teilweise Wochen auf ihre Gehälter gewartet.
Sowohl Falke als auch Fröhlich sehen die Sanierung als Chance, eine zukunftsfähige Lösung für das Unternehmen und die 300 Mitarbeitenden in Illertissen zu finden.
Der Rechtsanwalt zeigt sich vorsichtig optimistisch, dass es für R-Pharm einen positiven Weg aus der aktuellen Krise gibt. Grund hierfür sei der Stellenwert des Unternehmens in relevanten Kreisen sowie die hochmoderne Anlage selbst, die zu Beginn der COVID-19-Pandemie zur Herstellung des Sputnik V-Impfstoffs ausgebaut wurde. Fröhlich erklärt: „Der Arzneimittelhersteller genießt in der Branche einen guten Ruf, stellt im Markt nachgefragte Arzneimittelprodukte her und verfügt über einen internationalen Kundenstamm. Das sind grundsätzlich gute Voraussetzungen für eine Sanierung, wenngleich die Ausgangssituation sicherlich nicht einfach ist.“
Aktuell strebe der vorläufige Insolvenzverwalter eine sogenannte übertragende Sanierung an. In diesem Fall würden sämtliche Vermögensgegenstände des Unternehmens an einen Investor oder Käufer übergehen. „Unser Ziel ist es, im Rahmen eines strukturierten Investorenprozesses einen starken Partner zu finden, der das Unternehmen langfristig stabilisiert und den Standort Illertissen weiterentwickelt“, so der Rechtsanwalt.
Medienberichten zufolge soll R-Pharm schon seit einigen Jahren verkauft werden, dieses Unterfangen ist bisher aber nicht gelungen. Die Gründe hierfür sind nicht bekannt. Im Rahmen des angestoßenen Verfahrens hätten sich laut Fröhlich bereits erste Interessenten gemeldet.