Politisches Handeln gefragt

Handwerkskammer Ulm fordert höhere Strafen bei Schwarzarbeit

Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm. Foto: HWK Ulm
Bei der Vollversammlung der Handwerkskammer Ulm bezogen die Verantwortlichen eine klare Position zum Thema Schwarzarbeit. Bundesweit bräuchten die Handwerkskammern, laut Hauptgeschäftsführer Dr. Tobias Mehlich, mehr Befugnisse, um diese zu bekämpfen.

„Für die gesetzestreuen Handwerksbetriebe führt Schwarzarbeit zu Wettbewerbs-Verzerrungen – dem Staat fehlen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge in Milliardenhöhe und für die Beschäftigten führt die Schwarzarbeit zu prekären Lebensverhältnissen“, erklärte Dr. Mehlich auf der Versammlung. Die Kammer will daher die Verstöße gegen das Handwerksrecht nachhaltig reduzieren. Dazu braucht es jedoch die Unterstütz aus der Politik.

Kammer erwartet mehr Kontrolle

Die Vollversammlung der Handwerkskammer Ulm forderte in ihrer vergangenen Sitzung die Hochstufung von Schwarzarbeit zur Straftat. Das Handwerk stehe für hohe Qualitätsstandards, gute Ausbildungs- und Arbeitsverhältnisse und einen fairen Leistungswettbewerb. Der Beitrag des Handwerks zu Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung dürfe nicht durch Fehlentwicklungen gefährdet werden. „Unsere Betriebe erwarten unsere Aktivität und die Aktivität der Kontrollorgane bei dem Thema. Aber als Kammer hat man uns vor Jahren die Befugnisse genommen“, so der Hauptgeschäftsführer.

Immer mehr Lehrlinge

Dieser Problematik werden auch die neuen Auszubildenden in ein paar Jahren gegenüberstehen. Zum Ausbildungsstart 2017 haben sich im Kammerbezirk 3.099 Azubis für eine Lehre im Handwerk entschieden, wie Mehlich auf der Versammlung erklärte. Zum vierten Mal in Folge haben sich damit, entgegen dem Trend, mehr junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk entschieden. Diese Entwicklung habe nicht zuletzt mit dem Engagement der Handwerkskammer im Bereich der Nachwuchswerbung zu tun. Bildungs-Partnerschaften, Ausbildungs-Botschafter und eine passgenaue Vermittlung von Azubis in Betriebe hinein sollen daher fortgeführt werden. „Unser nächster Schritt wird sein, unsere Betriebe dabei zu unterstützen, diese jungen Mitarbeiter auch im Betrieb zu halten und zu binden“, führte Tobias Mehlich fort.

Handwerkskammer Ulm besorgt beim Thema Sonntags-Arbeit

Beim Thema Ladenöffnung, wie am Sonntag, 24. Dezember, oder an verkaufsoffenen Sonntagen, bekräftigte die Vollversammlung den verfassungsgemäß geschützten Anspruch auf einen arbeitsfreien Sonntag. Zur flächendeckenden Versorgung der Bevölkerung seien Ausnahmen in einzelnen Gewerken sinnvoll und notwendig. Diese seien jedoch zwingend sozialverträglich zu gestalten und zahlenmäßig klar zu begrenzen. „Es kann nicht unser Ziel sein, ununterbrochen an sieben Tagen zu arbeiten“, so Krimmer. Weiter erkannte er dennoch an: „Freilich bildet das Internet eine 24/7 Konkurrenz für manche Handwerker.“

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