Finanzieller Druck für Handwerksbetriebe

Blaue Umweltplakette: HWK Ulm fordert Ausnahme-Regelungen

Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm. Foto: HWK Ulm
Nach wie vor wird die Einführung der blauen Umweltplakette scharf diskutiert. Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm, sieht die Plakette gerade für regionale Betriebe als große Schwierigkeit.

Die Vollversammlung der Handwerkskammer Ulm spricht sich für eine Förderung alternativer Antriebsarten, wie beispielsweise Elektrofahrzeuge im Handwerk aus. Bei der Einführung von blauen Umweltzonen sind für Handwerker allerdings Übergangs-Regeln zu treffen, so der Konsens. Eine Einführung ohne Ausnahmen und planbare Übergangs-Fristen sei für die Handwerksbetriebe zwischen Jagst und Bodensee nicht umsetzbar.

Hohe finanzielle Belastung für Handwerks-Unternehmen

Durch die blaue Plakette soll vor allem die Luft-Belastung durch Stickstoffoxide reduziert werden. Somit sind vor allem Fahrzeuge mit Dieselmotoren – und damit zahlreiche Handwerker-Fahrzeuge – von den Änderungen betroffen. Für Krimmer stellt sich in der Diskussion um blaue Umweltzonen die Frage, mit welchen Fahrzeugen die Handwerker in Zukunft ihre Baustellen erreichen können. „Die meisten Handwerker planen ihre Flotten auf acht Jahre und länger. Die Handwerksbetriebe haben vor zwei Jahren investiert, als die grüne Plakette zur Pflicht wurde. Wenn wir jetzt schon wieder unsere oft sondergefertigten Fahrzeuge austauschen, ist das unwirtschaftlich. Das macht Handwerker-Leistungen teuer. Es braucht eine Handwerker-Ausnahme und zwar zugunsten des Verbrauchers“, betont Krimmer.

Mehlich: Die Ausbildung im Handwerk muss attraktiv bleiben

Neben verkehrspolitischen Themen diskutierte die Vollversammlung über die Regionale Schulentwicklung. Damit wurde auch der Erhalt von Schulstandorten im Kammergebiet behandelt. Der gefasste Beschluss sieht eine wohnort- und betriebsnahe Beschulung in den Regionen zwischen Jagst und Bodensee vor. „In allen Regionen unseres Kammergebiets, muss die Ausbildung im Handwerk attraktiv und damit nah am Wohnort und Betrieb bleiben. Dazu gehört, dass die Azubis ihre Ausbildungsstätten ohne größere Umwege erreichen können“, so Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm.

Besserer öffentlicher Nahverkehr für mehr Auszubildende im Handwerk

Mehlich lobt in diesem Zusammenhang den jüngsten Vorstoß des baden-württembergischen Verkehrsministers, Winfried Hermann. Dieser will mit der ÖPNV-Offensive Geld in die Hand nehmen, um damit Dörfer und Gemeinden mit dem öffentlichen Nahverkehr besser anzubinden. „Wenn, wie geplant, in der Fläche des Kammergebietes jede Strecke zwischen 5 und 24 Uhr mindestens einmal stündlich bedient wird, dann ist das eine echte Chance für uns. Das steigert die Attraktivität der Ausbildung im Handwerk“, betont Mehlich.

Mehr Auszubildende im Handwerk als im Vorjahr

Die gestiegenen Ausbildungs-Zahlen zeigen, dass sich der Einsatz der Handwerkskammer auszahlt. Im Juni 2017 wurden mit 1.195 Ausbildungs-Verhältnissen bereits neun Prozent mehr Verträge geschlossen als zum gleichen Vorjahreszeitpunkt. Das entspricht im Jahresvergleich einem Plus von knapp 100 Auszubildenden. „Wer noch keinen Ausbildungsplatz für das im Herbst startende Lehrjahr hat, sollte sich jetzt umschauen“, so der erste Blick von Dr. Tobias Mehlich. Immer mehr Jugendliche entscheiden sich bewusst für das Handwerk. „Während manche noch in der Schule oder im Hörsaal sitzen, schrauben unsere Azubis schon an der eigenen Karriere und verdienen ihr eigenes Geld“, so Mehlich.

Nach wie vor Stellen unbesetzt

Weiterhin sind rund 988 Ausbildungs-Stellen unbesetzt. Besonders gesucht bleiben Elektroniker, Zimmerer, Bäcker oder auch Auszubildende im KFZ-Bereich. Quer über alle Gewerke sind viele interessante Stellenangebote und damit Verdienst-Möglichkeiten im Handwerk vorhanden. Interessierte und Betriebe können sich jederzeit bei den Ausbildungs-Beratern der Handwerkskammer Ulm melden.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
Finanzieller Druck für Handwerksbetriebe

Blaue Umweltplakette: HWK Ulm fordert Ausnahme-Regelungen

Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm. Foto: HWK Ulm
Nach wie vor wird die Einführung der blauen Umweltplakette scharf diskutiert. Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm, sieht die Plakette gerade für regionale Betriebe als große Schwierigkeit.

Die Vollversammlung der Handwerkskammer Ulm spricht sich für eine Förderung alternativer Antriebsarten, wie beispielsweise Elektrofahrzeuge im Handwerk aus. Bei der Einführung von blauen Umweltzonen sind für Handwerker allerdings Übergangs-Regeln zu treffen, so der Konsens. Eine Einführung ohne Ausnahmen und planbare Übergangs-Fristen sei für die Handwerksbetriebe zwischen Jagst und Bodensee nicht umsetzbar.

Hohe finanzielle Belastung für Handwerks-Unternehmen

Durch die blaue Plakette soll vor allem die Luft-Belastung durch Stickstoffoxide reduziert werden. Somit sind vor allem Fahrzeuge mit Dieselmotoren – und damit zahlreiche Handwerker-Fahrzeuge – von den Änderungen betroffen. Für Krimmer stellt sich in der Diskussion um blaue Umweltzonen die Frage, mit welchen Fahrzeugen die Handwerker in Zukunft ihre Baustellen erreichen können. „Die meisten Handwerker planen ihre Flotten auf acht Jahre und länger. Die Handwerksbetriebe haben vor zwei Jahren investiert, als die grüne Plakette zur Pflicht wurde. Wenn wir jetzt schon wieder unsere oft sondergefertigten Fahrzeuge austauschen, ist das unwirtschaftlich. Das macht Handwerker-Leistungen teuer. Es braucht eine Handwerker-Ausnahme und zwar zugunsten des Verbrauchers“, betont Krimmer.

Mehlich: Die Ausbildung im Handwerk muss attraktiv bleiben

Neben verkehrspolitischen Themen diskutierte die Vollversammlung über die Regionale Schulentwicklung. Damit wurde auch der Erhalt von Schulstandorten im Kammergebiet behandelt. Der gefasste Beschluss sieht eine wohnort- und betriebsnahe Beschulung in den Regionen zwischen Jagst und Bodensee vor. „In allen Regionen unseres Kammergebiets, muss die Ausbildung im Handwerk attraktiv und damit nah am Wohnort und Betrieb bleiben. Dazu gehört, dass die Azubis ihre Ausbildungsstätten ohne größere Umwege erreichen können“, so Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm.

Besserer öffentlicher Nahverkehr für mehr Auszubildende im Handwerk

Mehlich lobt in diesem Zusammenhang den jüngsten Vorstoß des baden-württembergischen Verkehrsministers, Winfried Hermann. Dieser will mit der ÖPNV-Offensive Geld in die Hand nehmen, um damit Dörfer und Gemeinden mit dem öffentlichen Nahverkehr besser anzubinden. „Wenn, wie geplant, in der Fläche des Kammergebietes jede Strecke zwischen 5 und 24 Uhr mindestens einmal stündlich bedient wird, dann ist das eine echte Chance für uns. Das steigert die Attraktivität der Ausbildung im Handwerk“, betont Mehlich.

Mehr Auszubildende im Handwerk als im Vorjahr

Die gestiegenen Ausbildungs-Zahlen zeigen, dass sich der Einsatz der Handwerkskammer auszahlt. Im Juni 2017 wurden mit 1.195 Ausbildungs-Verhältnissen bereits neun Prozent mehr Verträge geschlossen als zum gleichen Vorjahreszeitpunkt. Das entspricht im Jahresvergleich einem Plus von knapp 100 Auszubildenden. „Wer noch keinen Ausbildungsplatz für das im Herbst startende Lehrjahr hat, sollte sich jetzt umschauen“, so der erste Blick von Dr. Tobias Mehlich. Immer mehr Jugendliche entscheiden sich bewusst für das Handwerk. „Während manche noch in der Schule oder im Hörsaal sitzen, schrauben unsere Azubis schon an der eigenen Karriere und verdienen ihr eigenes Geld“, so Mehlich.

Nach wie vor Stellen unbesetzt

Weiterhin sind rund 988 Ausbildungs-Stellen unbesetzt. Besonders gesucht bleiben Elektroniker, Zimmerer, Bäcker oder auch Auszubildende im KFZ-Bereich. Quer über alle Gewerke sind viele interessante Stellenangebote und damit Verdienst-Möglichkeiten im Handwerk vorhanden. Interessierte und Betriebe können sich jederzeit bei den Ausbildungs-Beratern der Handwerkskammer Ulm melden.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben