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Seit 1968 ist Grob in Mindelheim. Doch die Geschichte des Unternehmens beginnt bereits 1926. Damals hat Ernst Grob das Unternehmen in München gegründet. Dieses hundertjährige Jubiläum wollten die Grob-Werke im Juli mit ihren Mitarbeitenden in Mindelheim feiern. Wie die Mindelheimer Zeitung zuerst berichtete, hat Grob diese Feier nun wegen der wirtschaftlichen Lage abgesagt.
Das bestätigte die Geschäftsführung von Grob auf unsere Anfrage:
„Die derzeitige weltwirtschaftliche Lage und die damit verbundenen, teils sehr dynamischen und schwer vorhersehbaren Entwicklungen in vielen Märkten stellen Unternehmen weltweit vor große Herausforderungen. Auch wir sehen uns derzeit Rahmenbedingungen gegenüber, die aktuell unsere volle Aufmerksamkeit erfordern. Vor diesem Hintergrund haben wir entschieden, das geplante Mitarbeiterevent zu verschieben.“
Diese Entscheidung sei nicht leicht gefallen.
Zu genaueren Hintergründen der Entscheidung wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Jedoch machen US-Zölle, asiatische Wettbewerber und die schwächelnde Autoindustrie wie vielen anderen Unternehmen auch Grob zu schaffen. Im März erklärte die Geschäftsführung im Rahmen der eigenen Hausmesse, dass das Werk in Mindelheim nicht genug ausgelastet ist. Über einen längeren Zeitraum hinweg baut Grob deshalb 400 Stellen sozialverträglich ab und setzt seit November auf Kurzarbeit.
Lesen Sie hier:„Weichen auf E-Mobilität gestellt“: Wie Grob die Autokrise abfedert
Grob hatte im vergangenen Geschäftsjahr einen Auftragseingang in Höhe von 1,6 Milliarden Euro. Aufträge in fast der gleichen Höhe hatten Kunden verschoben oder storniert. „Das ergibt Aufträge in einer Höhe von 1,5 Milliarden Euro weniger, als wir sie früher in ruhigeren, wirtschaftlichen Zeiten gehabt hätten“, erklärte Christian Müller, CSO der Grob-Werke im März.
Grob hofft, dass sich die neuen Freihandelsabkommen der EU positiv auf die eigenen Geschäfte auswirken. Für die eigenen Standorte in Brasilien und Indien sieht Müller einen strategischen Vorteil durch die Freihandelsabkommen. „Wir sind bereits vor Ort etabliert, kennen die Märkte, verfügen über Netzwerke und können schneller auf neue Rahmenbedingungen reagieren“, sagt Müller.
Grob setzt zudem auf die wachsende Luft- und Raumfahrtbranche, die Rüstungsindustrie und Universalmaschinen. Vor allem im Bereich der Drohnen und unbemannten Flugsysteme sieht Grob Potenzial bei elektrischen Antriebs- und Batteriesystemen und der präzisen Zerspanung von Struktur- und Gehäusebauteilen.
Grob will das Fest zum hundertjährigen Jubiläum nachholen. Wann, ist noch offen. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass sie die weltwirtschaftliche Entwicklung im Laufe des Herbstes besser einschätzen kann. „Sobald sich die Rahmenbedingungen stabilisiert haben, werden wir einen neuen Termin für unser Fest definieren“, heißt es weiter. Man wolle in einem angemessenen und positiven Rahmen feiern.
Grob blicke weiterhin stolz auf seine hundertjährige Geschichte. „Umso mehr freuen wir uns darauf, dieses besondere Jubiläum zu einem späteren, besseren Zeitpunkt gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu feiern“, teilt die Geschäftsführung mit.