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Wie gut ist der Landkreis Unterallgäu auf Krisensituationen vorbereitet?
Katastrophenschutz

Wie gut ist der Landkreis Unterallgäu auf Krisensituationen vorbereitet?

Symbolbild. Der Katastrophenschutz im Unterallgäu wurde jüngst ausgebaut. Foto: stock.adobe.com / Holger
Symbolbild. Der Katastrophenschutz im Unterallgäu wurde jüngst ausgebaut. Foto: stock.adobe.com / Holger

Der Landkreis Unterallgäu hat seine Katastrophenschutzstrukturen für Krisenlagen wie großflächige Stromausfälle ausgebaut. Ein Schreiben von Landrat Alex Eder gibt Einblick in Zuständigkeiten, Abläufe und die Rolle der Gemeinden.

Wie gut ist der Landkreis Unterallgäu auf außergewöhnliche Krisensituationen vorbereitet? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Anfrage des CSU-Fraktionsvorsitzenden Klaus Holetschek, ausgelöst durch einen jüngsten Stromausfall in Berlin. In seiner Antwort legt Landrat Alex Eder dar, welche Strukturen, Pläne und Maßnahmen im Unterallgäu für den Katastrophenfall bestehen und wie Bevölkerung sowie kritische Infrastruktur geschützt werden sollen. Im Fokus stehen dabei insbesondere Szenarien wie ein länger andauernder Blackout, bei dem Strom- und Kommunikationsnetze gleichzeitig ausfallen könnten. Für solche Lagen existieren im Landkreis mehrere, aufeinander abgestimmte Katastrophenschutzkonzepte. 

Zusammenarbeit der Einsatzorganisationen 

Nach Angaben des Landrats ist die Krisenvorsorge im Unterallgäu auf eine enge Zusammenarbeit verschiedener Akteure ausgelegt. Dazu zählen das Landratsamt, die kreisangehörigen Gemeinden, Feuerwehren, Polizei und Hilfsorganisationen. Im Ernstfall greifen die Maßnahmen ineinander, um schnelle Entscheidungen und koordinierte Hilfe zu ermöglichen. Zentrale Schaltstelle ist der Krisenstab am Landratsamt, der jederzeit alarmiert werden kann. Seit rund einem Jahr erfolgt dies auch über eine spezielle App. Die sogenannte Führungsgruppe Katastrophenschutz arbeitet mit einem Alarmplan, der eine rasche Mobilisierung aller relevanten Kräfte vorsieht. „Die Führungsgruppe Katastrophenschutz arbeitet stetig an diversen Katastrophenschutzplänen mit einem entsprechenden Risikomanagement“, bestätigt Landrat Eder. 

Vorbereitung, Übungen und technische Ausstattung 

Damit die Abläufe im Ernstfall funktionieren, werden regelmäßig Übungen durchgeführt. Diese finden sowohl innerhalb des Landratsamts als auch gemeinsam mit externen Organisationen statt. Ergänzend dazu hält der Landkreis Material und Ausrüstung in einem zentral gelegenen Katastrophenschutzlager vor, das im Jahr 2022 deutlich erweitert wurde, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden.

Auch die Funktionsfähigkeit der Verwaltung selbst ist Teil der Vorsorge. Das Hauptgebäude des Landratsamts kann bei einem Stromausfall über Notstromaggregate versorgt werden. Nach Angaben des Landrats steht ausreichend Treibstoff zur Verfügung, um den Betrieb auch über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten. 

Besondere Aufmerksamkeit gilt Einrichtungen mit erhöhtem Schutzbedarf. Pflegeeinrichtungen verfügen über eigene Notfallkonzepte für Stromausfälle. Sollte es dort zu Engpässen kommen, etwa bei intensivmedizinischer Versorgung mit Beatmungsplätzen, können Feuerwehren zusätzlich eine mobile Notstromversorgung sicherstellen. Diese Vorkehrungen sollen gewährleisten, dass auch bei länger andauernden Ausfällen die medizinische und pflegerische Grundversorgung im Landkreis stabil bleibt. 

Leuchttürme als direkte Anlaufstelle 

Ein zentraler Bestandteil der Blackout-Vorsorge ist die Einbindung der Gemeinden. Das Katastrophenschutz-Team des Landratsamts berät die Kommunen unter anderem bei der Einrichtung eigener Krisenstäbe, der Beschaffung von Einsatzmitteln und der Einrichtung sogenannter Leuchttürme. 

Leuchttürme sind festgelegte Anlaufstellen für die Bevölkerung bei länger anhaltenden Stromausfällen. Dort erhalten Bürger Hilfe und wichtige Informationen, insbesondere dann, wenn Telefon- und Mobilfunknetze nicht mehr funktionieren. Inzwischen wurden in den Unterallgäuer Gemeinden mehrere solcher Anlaufstellen eingerichtet. Sollte die Verbindung zum Landratsamt im Ernstfall vollständig ausfallen, übernehmen die Gemeinden eigenständig die Aufgaben der Katastrophenschutzbehörde. 

Infoflyer für die passende Eigenvorsorge 

Neben den behördlichen Strukturen setzt der Landkreis auch auf Information der Bevölkerung. Das Landratsamt hat einen Flyer erstellt, der über die Gemeinden verteilt wurde und Hinweise zur persönlichen Vorsorge enthält. Darin wird empfohlen, dass Haushalte für mehrere Tage ohne externe Hilfe auskommen können, etwa durch Vorräte an Trinkwasser und Lebensmitteln. 

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