Landkreis-Umfrage | Teil 4

Unterallgäu: Bleibt verarbeitendes Gewerbe dominierend?

Wie sieht die wirtschaftliche Zukunft der Landkreise in Bayerisch-Schwaben aus – und wo liegt ihr Potenzial? Diese Fragen beantwortet unsere Landkreisumfrage. Diesmal: Das Unterallgäu.

Michael Stoiber ist Sachgebietsleiter für Wirtschaftsförderung, Freizeit und Tourismus am Landratsamt Unterallgäu. Im Interview erklärt er, welche Branchen im Unterallgäu besonders gut durch die Krise kommen.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Ist der Landkreis Unterallgäu gut für eine wirtschaftlich stabile Zukunft aufgestellt?

Michael Stoiber: Neben namhaften Unternehmen mit internationalem Betätigungsfeld bildet der breit strukturierte Mittelstand die solide wirtschaftliche Basis der Region. Das garantiert uns Stabilität sowie ein zukunftssicheres Arbeiten im Unterallgäu. Dafür spricht auch eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten in Deutschland. Die stabile mittelständische Wirtschaftsstruktur in Kombination mit attraktiven, weichen Standortfaktoren und einer sehr guten Verkehrsanbindung machen das Unterallgäu zu einem erfolgreichen und stabilen Wirtschaftsstandort.

Welche Herausforderungen gibt es dennoch?

Herausforderungen bestehen insbesondere in den Bereichen Fachkräftesicherung. Aber auch im Wohnraumangebot für Arbeitskräfte, und Existenzgründungen sowie Innovationssteigerung durch Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft. Natürlich gibt es auch beim wichtigen Themenfeld der Digitalisierung sowohl im öffentlichen also auch im privatwirtschaftlichen Bereich noch Entwicklungsmöglichkeiten.

Welche Anreize können geschaffen werden, um Unternehmen in die Region zu locken?

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Für ansiedlungswillige Unternehmen gibt es im Unterallgäu sehr gute Voraussetzungen: Das sind etwa gute Verkehrsanbindung aber auch eine moderne Energie- und Telekommunikationsinfrastruktur. Der Landkreis hat außerdem ein Gewerbeflächenportal realisiert, um einen guten Überblick über verfügbare Flächen und freie Gewerbeimmobilien zu geben.

Wer sind die größten Arbeitgeber im Landkreis Unterallgäu? 

Der Arbeitgeber mit den meisten Mitarbeitern im Unterallgäu sind die Grob-Werke GmbH & Co. KG in Mindelheim mit rund 4.700 Beschäftigte. Viele Menschen beschäftigt außerdem Multivac Sepp Haggenmüller SE & Co. KG in Wolfertschwenden mit 2.300 Beschäftigte. Etwas mehr als 700 Personen arbeiten bei der Ehrmann AG in Oberschönegg und bei der Pester Pac Automation GmbH in Wolfertschwenden.

Für welche Branchen sehen Sie das größte Potential im Landkreis Unterallgäu?

Die Branchenstruktur im Unterallgäu wird im Wesentlichen durch das produzierende Gewerbe und hierbei insbesondere durch das verarbeitende Gewerbe dominiert. Sie erwirtschaften etwa 52,7 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung. Die Vielfalt und Dichte an Unternehmen garantiert ein entsprechendes Zuliefer- und Branchennetzwerk auf engstem Raum für zahlreiche Produktionsbereiche.

Welche Rolle spielt dabei das Handwerk?

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Die große Bedeutung des Handwerks im Unterallgäu spiegelt sich in folgenden Zahlen wider: 2019 existierten im Unterallgäu 2.445 Handwerksbetriebe. Seit der letzten Handwerkszählung im Jahr 1977 ist die Anzahl der Handwerks- und handwerksähnlichen Betriebe damit von 1.475 um fast 1.000 gestiegen. Im Jahr 2019 erzielten diese Betriebe einen Umsatz in Höhe von rund 1,54 Milliarden Euro. In den Handwerksbetrieben des Unterallgäus sind zurzeit rund 11.200 Personen beschäftigt.

Und welche der Tourismus?

Als landschaftlich attraktiver Landkreis in der Urlaubsregion Allgäu und als Heimat und Wirkungsstätte des weltbekannten Pfarrer Kneipp spielt auch der Tourismus im Unterallgäu eine Rolle für die Zukunft. Der Anteil des Tourismus beträgt etwa 10 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung des Landkreises. Im Jahr 2019 floss dem Unterallgäu durch den Tourismus Kaufkraft in Höhe von 115,9 Millionen Euro zu. Mittel- oder unmittelbar sind rund ein Viertel der Arbeitsplätze von diesem Wirtschaftszweig abhängig.

Wie stark hat Corona den Landkreis Unterallgäu getroffen? 

Absatzeinbrüche, Liquidationsschwierigkeiten und Zulieferprobleme sind hier ein Thema. Aber auch der Einbruch bei Gäste- und Übernachtungszahlen im Tourismus sowie Kurzarbeit und steigende Arbeitslosigkeit waren die Folgen der Corona-Krise. Insgesamt rechnen etwa 70 Prozent der Unternehmen im Unterallgäu mit Corona-bedingten Umsatzrückgängen.

Gibt es krisenfeste Branchen?

In Bereichen wie etwa Logistik, Verpackungsindustrie, Ernährungsgewerbe und auch im Handwerk sind kaum negative Auswirkungen zu spüren. Gerade die bauaffinen Bereiche im Handwerk laufen unvermindert erfolgreich weiter. Lediglich im Bauhauptgewerbe ist ein leichter Rückgang der Aufträge aus Industrie und Gewerbe zu verzeichnen.

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Michael Stoiber: Neben namhaften Unternehmen mit internationalem Betätigungsfeld bildet der breit strukturierte Mittelstand die solide wirtschaftliche Basis der Region. Das garantiert uns Stabilität sowie ein zukunftssicheres Arbeiten im Unterallgäu. Dafür spricht auch eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten in Deutschland. Die stabile mittelständische Wirtschaftsstruktur in Kombination mit attraktiven, weichen Standortfaktoren und einer sehr guten Verkehrsanbindung machen das Unterallgäu zu einem erfolgreichen und stabilen Wirtschaftsstandort.

Welche Herausforderungen gibt es dennoch?

Herausforderungen bestehen insbesondere in den Bereichen Fachkräftesicherung. Aber auch im Wohnraumangebot für Arbeitskräfte, und Existenzgründungen sowie Innovationssteigerung durch Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft. Natürlich gibt es auch beim wichtigen Themenfeld der Digitalisierung sowohl im öffentlichen also auch im privatwirtschaftlichen Bereich noch Entwicklungsmöglichkeiten.

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Für welche Branchen sehen Sie das größte Potential im Landkreis Unterallgäu?

Die Branchenstruktur im Unterallgäu wird im Wesentlichen durch das produzierende Gewerbe und hierbei insbesondere durch das verarbeitende Gewerbe dominiert. Sie erwirtschaften etwa 52,7 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung. Die Vielfalt und Dichte an Unternehmen garantiert ein entsprechendes Zuliefer- und Branchennetzwerk auf engstem Raum für zahlreiche Produktionsbereiche.

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Und welche der Tourismus?

Als landschaftlich attraktiver Landkreis in der Urlaubsregion Allgäu und als Heimat und Wirkungsstätte des weltbekannten Pfarrer Kneipp spielt auch der Tourismus im Unterallgäu eine Rolle für die Zukunft. Der Anteil des Tourismus beträgt etwa 10 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung des Landkreises. Im Jahr 2019 floss dem Unterallgäu durch den Tourismus Kaufkraft in Höhe von 115,9 Millionen Euro zu. Mittel- oder unmittelbar sind rund ein Viertel der Arbeitsplätze von diesem Wirtschaftszweig abhängig.

Wie stark hat Corona den Landkreis Unterallgäu getroffen? 

Absatzeinbrüche, Liquidationsschwierigkeiten und Zulieferprobleme sind hier ein Thema. Aber auch der Einbruch bei Gäste- und Übernachtungszahlen im Tourismus sowie Kurzarbeit und steigende Arbeitslosigkeit waren die Folgen der Corona-Krise. Insgesamt rechnen etwa 70 Prozent der Unternehmen im Unterallgäu mit Corona-bedingten Umsatzrückgängen.

Gibt es krisenfeste Branchen?

In Bereichen wie etwa Logistik, Verpackungsindustrie, Ernährungsgewerbe und auch im Handwerk sind kaum negative Auswirkungen zu spüren. Gerade die bauaffinen Bereiche im Handwerk laufen unvermindert erfolgreich weiter. Lediglich im Bauhauptgewerbe ist ein leichter Rückgang der Aufträge aus Industrie und Gewerbe zu verzeichnen.

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