Medizinische Versorgung

So will das Unterallgäu Ärzte für die Region gewinnen

Symbolbild. Klinikum Memmingen. Foto: Stadt Memmingen
Noch sind das Unterallgäu und Memmingen medizinisch gut versorgt. Damit das so bleibt, muss etwas getan werden, resümiert der Vizepräsident der Bundesärztekammer.

In einer Sitzung des Unterallgäuer Kreistags legte Dr. Max Kaplan die Situation der ärztlichen Versorgung in der Region dar. Der Vizepräsident der Bundesärztekammer erklärte, dass auf einen Hausarzt 1.547 Einwohner kommen. „Das ist besser als der bayerische Durchschnitt, schlechter als der Schnitt im Allgäu“, so Kaplan.

Immer mehr Hausärzte über 60

Insgesamt 121 Hausärzte sind im Unterallgäu und Memmingen tätig. Kaplan gab zu bedenken: Über ein Drittel aller bayerischen Hausärzte ist älter als 60 Jahre. Die Fachärzte hingegen seien etwas jünger. Aber auch hier zeichne sich mittelfristig ein Mangel ab. Zunächst sei es also wichtig, die hausärztliche Versorgung in der Region auf Dauer sicher zu stellen. „Langfristig besteht auch in der fachärztlichen Versorgung Handlungsbedarf“, erläuterte Kaplan.

Trend: Kooperationen und Gemeinschaftspraxen

In den vergangenen Jahren sei schon einiges passiert: „Der Trend geht zu Kooperationen und Gemeinschaftspraxen.“ Dank der Bereitschaftspraxen haben die niedergelassenen Ärzte außerdem weniger Dienste am Wochenende. Zudem werden in Bayern mehr Studienplätze eingerichtet, zum Beispiel in Augsburg: Das Klinikum ist seit 1. Januar Uniklinik.

Förderprogramm für angehende Ärzte

Auch die Kommunen können laut Kaplan einen Beitrag leisten, etwa indem sie genügend Kinderbetreuungsplätze anbieten. So lassen sich Beruf und Familie besser vereinbaren. Er schlug auch vor, sich für das Förderprogramm des bayerischen Gesundheitsministeriums „Beste Landpartie Allgemeinmedizin“ zu bewerben, das zum Beispiel im Landkreis Dillingen umgesetzt wird. Das Programm unterstützt angehende Ärzte bereits während des Studiums, wenn sie sich bereit erklären, später in einer ländlichen Region zu praktizieren.

Ein weiterer Vorschlag lautete: Der Landkreis Unterallgäu solle sich gemeinsam mit der Stadt Memmingen oder sogar mit allen Allgäuer Landkreisen als „Gesundheitsregion plus“ bewerben. Von Seiten des Landkreises bestehe hier durchaus Interesse, hob Landrat Hans-Joachim Weirather hervor.

Unterallgäu im Gespräch mit dem Oberallgäu

Was die stationäre Versorgung angeht, ist das Unterallgäu laut Kaplan gut aufgestellt. Mittelfristig plädierte er für Kooperationen in Form von Klinikverbünden, um die Versorgung und Wirtschaftlichkeit der Krankenhäuser sicherzustellen. Landrat Weirather informierte: „Wir sind im Gespräch mit dem Klinikverbund Kempten-Oberallgäu.“

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Immer mehr Hausärzte über 60

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Förderprogramm für angehende Ärzte

Auch die Kommunen können laut Kaplan einen Beitrag leisten, etwa indem sie genügend Kinderbetreuungsplätze anbieten. So lassen sich Beruf und Familie besser vereinbaren. Er schlug auch vor, sich für das Förderprogramm des bayerischen Gesundheitsministeriums „Beste Landpartie Allgemeinmedizin“ zu bewerben, das zum Beispiel im Landkreis Dillingen umgesetzt wird. Das Programm unterstützt angehende Ärzte bereits während des Studiums, wenn sie sich bereit erklären, später in einer ländlichen Region zu praktizieren.

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