Erste Themenwerkstatt

So könnte die Zukunft des Bahnhofsareals aussehen

Für das neue Bahnhofsareal in Memmingen fand nun die erste Themenwerkstatt statt. Oberbürgermeister Manfred Schilder wünscht sich einen Neuanfang in der Planung.

Im Rahmen einer Voruntersuchung wurden über das Portal E-Pin Ideen und Wünsche der Bürger zum Neuen Bahnhofsareal abgefragt. Hier wurden 630 Teilnehmer vermerkt. Dabei zeichnete sich der folgende Trend ab: Die Belebung des Viertels, bezahlbarer Wohnraum und ein harmonisches Einfügen der Neubauten in das bestehende Ensemble an der Kalchstraße waren hierbei die meistgenannten Anliegen.

Aktueller Untersuchungsstand

Stadtplanerin Sylvia Haines vom Büro Haines-Leger Architekten sprach darüber, wie das Areal künftig genutzt werden könnte. Am Rand der Innenstadt gelegen, sei es ihrer Meinung nach wichtig, die Gebäude im Erdgeschoss für Handel und Dienstleister zu nutzen und Wohnungen in die höheren Stockwerke zu verlagern. Die Lage beim Bahnhof mache das Areal ideal für die Ansiedlung eines Hotels oder eine andere touristische Nutzung.

Parkfläche wäre denkbar

Landschaftsplaner Thomas Wirth von arc.gruen sprach zum Thema Grün in der Innenstadt: „Es bietet sich, an hier im Viertel eine Freifläche mit Bäumen und Bepflanzung zu planen, ähnlich derer, die schon im Stadtbild vorhanden sind.“ Zu solch einem sogenannten „Pocket Park“ wären ebenso zusätzliche begrünte Fassaden denkbar, erläuterte Wirth.

Tiefgarae empfohlen

Claudia Zimmermann vom Büro brenner Bernard ingenieure stellte ihre Untersuchungen zum Thema Verkehr vor. Um die Verkehrsflüsse zu entlasten, sei es ratsam, parkende Autos unterirdisch unterzubringen. Außerdem verwies sie auf die Emissionen seitens der Straße und der Bahnlinie, die durch die Bauweise der neuen Gebäude minimiert werden sollten.

Große Flächen für Einzelhandel

Das Einzelhandelskonzept der Stadt Memmingen nimmt derzeit das Büro cima unter die Lupe. Claudia André von cima gab zu bedenken: „Im Bereich neben dem Bahnhof würde sich ein großer Frequenzbringer anbieten. Hier ist der letzte verbliebene Platz in der Memminger Innenstadt für einen Händler, der eine große Quadratmeterzahl benötigt.“ Andererseits könne eine bunte Durchmischung von Produktpaletten an dieser Stelle Sinn machen.

Konstruktive Lösungen

Ausgestattet mit den Informationen aus den Kurzvorträgen sowie zahlreicher Plakate und Zahlen aus der laufenden Voruntersuchung machten sich dann an sieben großen Tischen jeweils 15 bis 20 Interessierte ans Werk. Insgesamt 150 Bürger nahmen an der Themenwerkstatt teil und brachten ihre Meinung ein. Über 90 Minuten wurden an den Gruppentischen die Fragen zur künftigen Nutzung sowie dem Bezug zum vorhandenen Stadtbild erörtert. Bei der Vorstellung der Ergebnisse wurde von den Gruppensprechern betont, dass sie trotz vieler Differenzen bemüht waren konstruktive Lösungen zu erarbeiten.

Priorität: Bezahlbarer Wohnraum

Ein Punkt, der von fast allen Gruppen als wichtig eingestuft wurde, war die Schaffung bezahlbaren Wohnraums. Die Nähe zum Bahnhof und zur MEWO Kunsthalle solle sich auch in der Nutzung der künftigen Bebauung widerspiegeln. Wichtig sei es außerdem, das Viertel durch einen begrünten Platz zu beleben. Vor allem in Bezug auf die Verkehrswege die Bahn, PKWs, Fußgänger und Radfahrer nehmen, sei es wichtig über die Grenzen dieses Quartiers hinauszudenken.

Fortschrittlich und zukunftsorientiert solle auch die Art des Bauens an dieser Stelle sein: Nachhaltiges ökologisches Bauen würden viele gerne vorschreiben. Um eine endgültige Abgabe der Grundstücke zu vermeiden, wurde angeregt die Vergabe der Grundstücke per Erbpacht zu prüfen. Damit solle Immobilienspekulanten Einhalt geboten werden.

Nachdem die wichtigsten Punkte vorgestellt waren, sprach Maximilian Stamm noch einmal über den weiteren Verlauf der Bürgerbeteiligung. Alle Ideen und Vorschläge aus der Online-Befragung sowie aus der Gruppenarbeit werden gesammelt. Bei der nächsten Themenwerkstatt am 7. Mai 2020 sollen diese Ideen dann priorisiert werden.

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Priorität: Bezahlbarer Wohnraum

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Fortschrittlich und zukunftsorientiert solle auch die Art des Bauens an dieser Stelle sein: Nachhaltiges ökologisches Bauen würden viele gerne vorschreiben. Um eine endgültige Abgabe der Grundstücke zu vermeiden, wurde angeregt die Vergabe der Grundstücke per Erbpacht zu prüfen. Damit solle Immobilienspekulanten Einhalt geboten werden.

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