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Mindelheimer BBG plant neue Niederlassung
Investition trotz Umsatzrückgang

Mindelheimer BBG plant neue Niederlassung

Der Sitz von BBG in Mindelheim. Foto: BBG
Der Sitz von BBG in Mindelheim. Foto: BBG

Der Umsatz der bayerisch-schwäbischen Firma BBG ist im Jahr 2020 zurückgegangen. Trotzdem hat das Unternehmen den Lockdown für neue Innovationen und Investitionen genutzt. Außerdem ist eine neue Niederlassung geplant.

Die weltweite Corona-Krise hat auch in der Geschäftsentwicklung von BBG Spuren hinterlassen. Der Gesamtumsatz der Unternehmensgruppe erreichte 2020 rund 17 Millionen Euro. Im Jahr vor der Pandemie waren es noch 25,4 Millionen Euro gewesen. Wie bereits prognostiziert musste das Unternehmen erstmals in seiner 22-jährigen Geschichte einen Verlust verbuchen.

BBG erwartet wirtschaftliche Wiederbelebung

Nahezu unverändert blieb die Größe der Belegschaft mit weltweit 170 Mitarbeitern. Rund 100 von ihnen waren in Mindelheim, 60 bei BBG Asia und zehn bei BBG North America beschäftigt. „Dabei bleibt es aus heutiger Sicht auch 2021“, betont Hans Brandner, geschäftsführender Gesellschafter. „Wir erwarten im Laufe des Jahres eine wirtschaftliche Wiederbelebung und sind froh über jeden unserer erfahrenen Mitarbeiter.“

Umsatz sinkt im Inland

Der Umsatz teile sich annähernd zu gleichen Teilen auf die beiden Sparten Werkzeugbau und Maschinenbau auf. Die Umsatzentwicklung nach Regionen sei unterschiedlich verlaufen. Da sich der Abnehmerkreis immer weiter internationalisiert, sank der Anteil der im Inland erzielten Erlöse von 20 auf 15 Prozent. Kunden aus dem restlichen Europa steuerten 16 Prozent der Umsätze bei, nach 20 Prozent im Vorjahr. Wie bereits in der Vergangenheit entwickelte sich der asiatische Umsatzanteil, der überwiegend in China erzielt wird, rückläufig.

Eigene Niederlassung in Mexiko geplant

Der amerikanische Hersteller steht auch für den Bedeutungszuwachs von Umsätzen mit Kunden aus den NAFTA-Staaten USA, Kanada und Mexiko. Sie steuern mittlerweile 38 Prozent zu den Erlösen der BBG-Gruppe bei, nach 27 Prozent im Jahr 2019. Um stärker in Amerika wachsen zu können, will BBG in Kürze eine eigene Niederlassung in Mexiko eröffnen.

Im Lockdown arbeiten die Mitarbeiter an der Zukunft von BBG

Von Reisebeschränkungen und monatelangen Betriebsschließungen waren 2020 alle BBG-Gesellschaften betroffen. Das vergangene Jahr haben sie laut Aussage des Unternehmens dafür genutzt, um neue Produkte zu entwickeln und in Zukunftstechnologien zu investieren. Am Standort Mindelheim wurden beispielsweise zwei Fräsmaschinen installiert. Mit den bereits vor der Krise bestellten Anlagen kann das Unternehmen Metallbauteile produktiver bearbeiten.

Konzept für Wasserstofftanks

Für das Zukunftsfeld „Wasserstoffantriebe“ hat BBG ein Werkzeugkonzept vorgestellt, mit dem sich kompakte, modular aufgebaute Tanks schnell und mit geringem technologischem Aufwand fertigen lassen. So lassen sich verschiedene Varianten einfach für viele unterschiedliche Fahrzeugtypen herstellen.

Einstieg bei Verpackungsmaschinen für Pharma und Nahrungsergänzungsmittel

Der Bau von Verpackungsmaschinen für Pharmaprodukte und Nahrungsergänzungsmittel möchte BBG eine neue Branche erschließen. Premiere feierte Ende 2020 die kompakte, vollautomatisch arbeitende Stand-alone-Kapselfüllmaschine „Mercury 800“. Weitere Anlagenneuheiten sollen wohl im laufenden Jahr folgen.

Intelligente Werkzeuge für Industrie 4.0 und die Luft- und Raumfahrtindustrie

Mit 2020 neu entwickelten intelligenten Werkzeugen will BBG Unternehmen, beispielsweise aus der Luft- und Raumfahrtindustrie, dabei helfen, die Fertigungsdaten von Bauteilen zuverlässig zu dokumentieren. Die Innovation für den Einsatz in Industrie 4.0-Anwendungen und im Smart Factory-Umfeld senkt außerdem die Kosten für den Material- und Energieverbrauch. Gleichzeitig erhöht sie die Produktivität sowie Prozessgenauigkeit der Fertigung.

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