Interview

Ist Memminger Solar-Know-How Schlüssel zu sauberem Wasser?

China, Nordamerika, europäischer Binnenmarkt. Das sind typische Exportregionen bayerisch-schwäbischer Unternehmen. Das Memminger Unternehmen Phaesun setzt dabei auch auf Afrika und wurde kürzlich sogar für ein Projekt in Tansania ausgezeichnet. Im Interview erklärt Projektmanagerin Geraldine Quelle, weshalb der afrikanische Kontinent für das Unternehmen ein besonderes Potential bietet – aber auch welche Herausforderungen dort zu bewältigen sind.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Frau Quelle, erst kürzlich wurde ein Projekt von Phaesun in Tansania mit dem AFSIA Solar Award in der Kategorie „Solar Innovation of the Year“ ausgezeichnet. Um was geht es hier konkret?

Geraldine Quelle: Wir haben von 2016-2020 gemeinsam mit weiteren Partnern das EU Forschungs- und Entwicklungsprojekt RevivED Water durchgeführt. Unsere Aufgabe war es, solarbetriebene Wasserentsalzungsanlagen basierend auf Elektrodialyse-Technologie zu entwickeln und diese im Feld unter realen Bedingungen zu implementieren und zu testen. Die Anlagen erzeugen pro Tag circa 2000 Liter Trinkwasser. In vielen Regionen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas sind die Menschen auf salzhaltige Trinkwasservorkommen angewiesen. Das ist in Küstennahen Regionen der Fall, aber auch in Wüstengegenden versalzen Grundwasservorkommen zunehmend.

Bayerisch-Schwaben ist eine Exportregion, demnach sind Projekte im Ausland für die Unternehmen der Region nicht unüblich. Der afrikanische Markt stellt dagegen selten einen Fokuspunkt. Weshalb setzt Phaesun auf Afrika? 

Der Fokus von Phaesun war seit der Unternehmensgründung die netzferne Stromversorgung mit Solarenergie. Somit konzentrieren wir uns natürlich auf Gegenden, in denen die Stromversorgung durch Stromnetze unzureichend ist. Und das ist leider in vielen Regionen Afrikas nach wie vor der Fall. In den vergangenen Jahren konnten wir vor Ort aber sehr gute Beziehungen zu lokalen Partnern aufbauen.

Ohne stabile Stromnetze ist das Arbeiten vor Ort dennoch erschwert. Gab es noch weitere Herausforderungen, denen sich das Pheasun-Team in Tansania stellen musste?

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Tatsächlich gab es im Jahr der Installation ungewöhnlich starke Regenfälle außerhalb der Regenzeit. Somit konnte das Massai-Dorf Ndedo, in welchem sich eines unserer drei Systeme in Tansania befindet,  zunächst wegen Überschwemmungen nicht erreicht werden. Schlussendlich konnte die Anlage aber sicher installiert und in Betrieb genommen werden.

Dennoch gibt es bereits – auch auf dem afrikanischen Kontinent – andere Entsalzungsanlagen. Was unterscheitet Ihr Projekt etwa von der weit verbreiteten Umkehrosmose?

Wir konzentrieren uns hier ausschließlich auf die Erzeugung von Trinkwasser aus Brackwasser. Denn bei Brackwasser hat die Elektrodialysetechnologie den besten Wirkungsgrad und kann so hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit und des geringen Energieverbrauchs konventionelle Verfahren wie die Umkehrosmose übertreffen. Bisher haben wir neun Pilotanlagen in drei afrikanischen Ländern sowie in Indien installiert und testen laufend deren Performance. Bis 2024 hoffen wir, dass wir die Entsalzungsanlagen als serienreifes Produkt auf den Markt bringen können.

 Setzt Phaesun somit einen festen Fokuspunkt auf das Thema Trinkwasser in Afrika?

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 Wir sind in vielen afrikanischen Ländern aktiv und erweitern unser Engagement laufend. Dabei geht es vorrangig um die Versorgung mit Strom, den wir aber für die unterschiedlichsten Anwendungen nutzbar machen wollen. Die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser ist ein Feld. Neben der Wasserentsalzung setzen wir auch Projekte zur landwirtschaftlichen Bewässerung mit solaren Pumpsystemen um. Weitere Möglichkeiten sind aber auch die Kühlung und Weiterverarbeitung von landwirtschaftlichen Lebensmitteln.

Der AFSIA Solar Award ist für Phaesun damit sicherlich eine Bestätigung der Arbeit. Abe was bedeutet der Preis ganz persönlich für Sie?

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Mit dem RevivED Water Projekt und der Wasserentsalzung haben wir uns in ein neues Themengebiet hineingewagt und sind überwältigt von den Ergebnissen. Die netzferne Solarenergie bietet so viele Möglichkeiten für die nachhaltige Entwicklung! Am schönsten ist es aber zu sehen, dass, nach vierjähriger Entwicklungszeit, Menschen dankbar für das saubere Wasser sind. Durch die Auszeichnung konnten wir mehr Aufmerksamkeit auf das Thema versalzener Grundwasservorkommen lenken und hoffen, dass hier mehr Unterstützung ankommt!

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Bayerisch-Schwaben ist eine Exportregion, demnach sind Projekte im Ausland für die Unternehmen der Region nicht unüblich. Der afrikanische Markt stellt dagegen selten einen Fokuspunkt. Weshalb setzt Phaesun auf Afrika? 

Der Fokus von Phaesun war seit der Unternehmensgründung die netzferne Stromversorgung mit Solarenergie. Somit konzentrieren wir uns natürlich auf Gegenden, in denen die Stromversorgung durch Stromnetze unzureichend ist. Und das ist leider in vielen Regionen Afrikas nach wie vor der Fall. In den vergangenen Jahren konnten wir vor Ort aber sehr gute Beziehungen zu lokalen Partnern aufbauen.

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