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Flughafen Memmingen: Das sind die Pläne für 2026
Wachstumsentwicklung

Flughafen Memmingen: Das sind die Pläne für 2026

(v.l.n.r.:) Gemeinsam im Cockpit der Flughafen Memmingen GmbH: Der langjährige Geschäftsführer Ralf Schmid und Marcel Schütz, de
(v.l.n.r.:) Gemeinsam im Cockpit der Flughafen Memmingen GmbH: Der langjährige Geschäftsführer Ralf Schmid und Marcel Schütz, der nun als weiterer Geschäftsführer sein Amt antritt. Bild: Flughafen Memmingen

Nach Jahren zweistelliger Zuwächse möchte der Flughafen Memmingen seinen Kurs neu ausrichten. Künftig stehen kontrolliertes Wachstum, verlässliche Abläufe und der Ausbau von Infrastruktur und Digitalisierung im Mittelpunkt.

Der Flughafen Memmingen hat nach einer Phase dynamischer Expansion mit zweistelligen Wachstumsraten einen Strategiewechsel vollzogen. Nach rund 3,7 Millionen Passagieren im Jahr 2025 und einem Plus von etwa 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr soll das Wachstum künftig deutlich moderater ausfallen. Vorgesehen ist ein jährlicher Zuwachs von fünf bis zehn Prozent. „Wir setzen nun bewusst auf einen Übergang von diesem starken Wachstum zu einer stabilen nachhaltigen Entwicklung“, erläutert Flughafen-Geschäftsführer Ralf Schmid. Ziel sei es, Wachstum nicht kurzfristig zu maximieren, sondern langfristig abzusichern. 

Verlässlichkeit und Leistungsfähigkeit im Fokus 

Im Zentrum der künftigen Entwicklung stehen laut Flughafenführung die Themen Qualität, Verlässlichkeit und Leistungsfähigkeit. Diese sollen gemeinsam mit den Fluggesellschaften, regionalen Akteuren und weiteren Partnern weiter gestärkt werden. Der bestehende Streckenmix mit klassischen Urlaubszielen sowie zahlreichen Destinationen in Osteuropa bilde dafür eine tragfähige Grundlage. Diese Verbindungen würden insbesondere von Arbeitspendlern sowie von Besuchern von Freunden und Verwandten genutzt.

Optimierung in Infrastruktur und Digitalisierung 

Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung der Infrastruktur sowie auf Automatisierung und Digitalisierung. Ziel sei es, Abläufe zu stabilisieren, operative Prozesse zu entlasten und die Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum zu schaffen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Hans Reichhart betont, die dynamische Entwicklung der vergangenen Jahre müsse so verarbeitet werden, dass ökonomische, soziale und ökologische Nachhaltigkeit gleichermaßen berücksichtigt würden. 

Geplant sind unter anderem weitere Ausbaumaßnahmen auf dem Vorfeld und im Terminal. Zudem laufe bereits die Ausschreibung für einen zweiten Dienstleister in der Bodenabfertigung. Seit dem 1. Januar übernimmt der Flughafen Memmingen gemeinsam mit seiner Abfertigungstochter ALLgate zudem die Versorgung der Airlines mit Flugkraftstoff, die zuvor durch einen externen Anbieter erfolgte. 

Kooperationen mit Airlines als Stabilitätsfaktor 

Zur Sicherung der Position als führender Low-Cost-Airport in Süddeutschland setzt der Flughafen weiterhin auf die langfristige Zusammenarbeit mit den bekannten Airlines. Obwohl es im vergangenen Jahr in der Diskussion stand, bleibt die Zusammenarbeit mit Ryanair und Wizz Air bestehen. Diese Kooperationen schlössen laut Unternehmensangaben eine Zusammenarbeit mit weiteren Fluggesellschaften nicht aus. 

Marcel Schütz rückt in die Geschäftsführung auf 

Ein weiterer Schwerpunkt für die künftige Entwicklung ist die Digitalisierung. „Hier gibt es großes Potential, das wir unbedingt vertieft nutzen müssen“, so Marcel Schütz. Der bisherige Prokurist ist seit 2026 neben Ralf Schmid als weiterer Geschäftsführer tätig. Schütz ist seit über 19 Jahren am Flughafen Memmingen tätig und verantwortete bislang unter anderem die operative Steuerung sowie das Business Development. Gemeinsam mit Schmid fungiert er zudem als Geschäftsführer der Tochtergesellschaft ALLgate GmbH. 

Bedeutung für Region und Arbeitsmarkt 

Der Flughafen Memmingen ordnet sich weiterhin als stabiler und verlässlicher Partner der Region ein. Mit über 400 Beschäftigten nimmt er eine Rolle als Wirtschafts- und Standortfaktor sowie als Mobilitätsdrehscheibe ein. Schütz habe darauf hingewiesen, dass der einfache Zugang von Facharbeitskräften für Branchen wie Pflege, Gastronomie und Hotellerie häufig unterschätzt werde. 

Darüber hinaus gewinnt der Airport auch als Incoming-Flughafen an Bedeutung. Im Winter empfängt er zahlreiche Skiurlauber aus ganz Europa, im Sommer Besucher Bayerns und der angrenzenden Alpenregionen. Dies führe laut Flughafenangaben zu positiven Effekten für Steueraufkommen und regionale Wertschöpfung. 

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