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Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen hat seine Ertragskraft in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 weiter verbessert. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) stieg von 1,0 auf 1,4 Milliarden Euro. Die bereinigte EBIT-Marge kletterte von 3,6 auf 4,9 Prozent. Der bereinigte Free Cashflow erreichte rund 1,1 Milliarden Euro, nach 683 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Wie hoch der Gewinn nach Steuern ausfiel, gab ZF nicht bekannt. Laut der Deutschen Presse-Agentur rechnet ein Unternehmenssprecher mit einem positiven Nachsteuerergebnis. Im Gesamtjahr 2025 hatte ZF noch einen Milliardenverlust geschrieben.
Der Umsatz lag mit 28,9 Milliarden Euro nominell auf Vorjahresniveau. Organisch, also bereinigt um Sondereffekte, wuchs ZF um 1,4 Prozent. Zur Jahresmitte waren es noch 0,5 Prozent gewesen. Das Plus kam vor allem aus Aufträgen in Nordamerika, während das Geschäft in Europa und Asien-Pazifik stagnierte. Als Hauptgrund für die Unsicherheit auf den Fahrzeugmärkten nennt ZF die anhaltenden geopolitischen Spannungen. „Wir sehen deutlich, dass unsere Maßnahmen wirken: Ergebnis und Free Cashflow haben sich verbessert, und auch der Leverage zeigt eine gute Entwicklung“, sagt Finanzvorstand Michael Frick. Das sei gerade in diesem anspruchsvollen Marktumfeld ein wichtiger Fortschritt.
Im dritten Quartal hat sich die Entwicklung allerdings etwas abgeschwächt. [Zum Halbjahr hatte die bereinigte EBIT-Marge noch bei 5,0 Prozent gelegen.](Link: ZF steigert Gewinnspanne und baut Schulden ab – Umbau geht weiter) Jetzt sind es 4,9 Prozent. Damit bleibt ZF aber am oberen Rand der eigenen Jahresprognose von vier bis fünf Prozent.
Auch beim Free Cashflow kam zuletzt nur wenig hinzu. Ende Juni lag er bei 989 Millionen Euro, im dritten Quartal kamen rechnerisch nur noch rund 100 Millionen Euro dazu. Den Grund sieht ZF in Zahlungen für die Restrukturierung. Das Jahresziel von mehr als einer Milliarde Euro hat der Konzern dennoch schon nach neun Monaten erreicht.
Ende September lag die Nettoverschuldung bei 10,1 Milliarden Euro. Das sind rund 130 Millionen Euro weniger als Ende 2025. Gegenüber der Jahresmitte, als ZF 9,8 Milliarden Euro auswies, sind die Schulden jedoch um rund 300 Millionen Euro gestiegen. Der Verschuldungsgrad (Leverage) verbesserte sich trotzdem von 2,98x auf 2,61x, weil das Ergebnis stärker gewachsen ist.
Für Vorstandschef Mathias Miedreich hat der Schuldenabbau oberste Priorität. Um ihn abzusichern, hat ZF Mitte September trotz unruhiger Kapitalmärkte eine Anleihe über 750 Millionen Euro platziert. Sie läuft 4,5 Jahre und hat einen Kupon von 5,750 Prozent. Mit dem Geld will der Konzern ausgewählte Euro-Anleihen, die 2027 und 2028 fällig werden, vorzeitig ablösen. Rückenwind gaben die Ratingagenturen Moody's und S&P Global Ratings, die ihren Ausblick für ZF zuletzt angehoben hatten.
„Den eingeschlagenen Weg von Restrukturierung, Kostensenkung, Schuldenabbau und höherer Geschwindigkeit gehen wir entschlossen weiter“, sagt Frick. Nur so lasse sich ZF mit seiner starken Technologiekompetenz in eine auch wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft führen. Der Umbau trifft die Belegschaft deutlich. Bis 2028 will ZF in Deutschland bis zu 14.000 Stellen abbauen. Besonders betroffen ist die Antriebssparte. Am Stammsitz Friedrichshafen haben sich Unternehmen und Betriebsrat im Streit um die gekündigte „Zeppelin-Zulage“ auf einen Kompromiss geeinigt. Das neue leistungsabhängige Vergütungssystem „LeistungsPLUS“ soll die Zulage ersetzen. Über das Paket stimmen rund 8.000 Tarifbeschäftigte in einer Urabstimmung ab.
Die Zahlen für das gesamte Geschäftsjahr 2026 legt ZF bei der Bilanzpressekonferenz am 18. März 2027 vor.