
Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.
Zwei große Industrieunternehmen aus der Region arbeiten künftig enger zusammen: Rolls-Royce Power Systems (RRPS) in Friedrichshafen und der Technologiekonzern ZF entwickeln gemeinsam ein Antriebssystem für das europäische Gefechtsfahrzeug Main Ground Combat System (MGCS). Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat Rolls-Royce Power Systems mit der Entwicklung des sogenannten Powerpacks beauftragt. RRPS fungiert dabei als Generalunternehmer, ZF ist als Unterauftragnehmer beteiligt.
Geplant ist ein parallel hybrider Antrieb für schwere militärische Kettenfahrzeuge. Das System kombiniert einen neuen Motor der mtu-Baureihe 199 mit einem elektrifizierten Lenkschaltgetriebe von ZF. „Europa braucht eine starke und verlässliche Verteidigungsarchitektur, um seine Verteidigungsfähigkeit dauerhaft zu sichern“, sagt Dr. Jörg Stratmann, CEO der Rolls-Royce Power Systems AG. Das Antriebssystem sei für heutige und zukünftige Einsatzprofile ausgelegt und solle zugleich technologische Kompetenz und industrielle Wertschöpfung in Europa stärken.
Im Zentrum des Antriebs steht ein neu entwickelter 10-Zylinder-Motor der MTU-Baureihe 199. Der Motor liefert rund 1.100 Kilowatt mechanische Leistung und stellt damit den größten Anteil der insgesamt mehr als 1.400 Kilowatt Systemleistung des hybriden Powerpacks bereit. Die überarbeitete Plattform soll eine höhere Leistungsdichte und eine verbesserte thermische Effizienz ermöglichen. Ergänzt wird der Antrieb durch ein hybridisiertes Kühlsystem sowie eine adaptive Motorsteuerung. Die mtu-Baureihe 199 ist bereits in militärischen Anwendungen im Einsatz. Weltweit wurden mehr als 4.500 Motoren dieser Serie ausgeliefert.
ZF entwickelt für das Projekt das elektrifizierte Lenkschaltgetriebe eLSG 5000 für schwere gepanzerte Kettenfahrzeuge. Das System integriert elektronische Steuerungen für Antrieb, Bremse und Lenkung sowie Funktionen zur Energierückgewinnung. „Mit dem Main Ground Combat System investieren die europäischen Partnernationen in moderne Verteidigungstechnik und in die langfristige Stabilität und Handlungsfähigkeit einer wehrhaften Demokratie in Europa“, sagt ZF-Vorstand Andreas Moser. Das elektrifizierte Lastschaltgetriebe solle zu einem kompakten und leistungsfähigen Antriebsmodul beitragen. Das System ermöglicht zusätzliche Leistungsbereitstellung sowie Energierückgewinnung. Darüber hinaus kann es elektrische Verbraucher im Fahrzeug versorgen, etwa im sogenannten Silent-Watch-Modus, bei dem Systeme betrieben werden, während der Motor abgeschaltet bleibt.
Das Main Ground Combat System ist ein gemeinsames Rüstungsprojekt von Deutschland und Frankreich. Die Plattform soll langfristig die Kampfpanzer Leopard 2 und Leclerc ersetzen. Neben dem Fahrzeug umfasst das System auch Sensorik, Wirkmittel, Führungs- und Kommunikationsarchitektur sowie neue Schutzkonzepte. Ziel ist eine stärker vernetzte Gefechtsplattform mit höherem Energiebedarf durch zusätzliche digitale Systeme. Erste Prototypen des Antriebssystems sollen noch vor Ende der 2020er-Jahre erprobt werden. Eine mögliche Serienproduktion wird für die frühen 2030er-Jahre angestrebt.