Tarifvertrag

ZF Friedrichshafen verkündet strukturelle Neuausrichtung

Ende Juli 2020 wurde bei ZF Friedrichshafen eine strukturelle Neuausrichtung beschlossen. Wie hiermit die Folgen der Wirtschaftskrise durch Corona bewältigt werden sollen.

Die ZF Friedrichshafen AG hat sich mit dem Gesamtbetriebsrat und den Gewerkschaften auf eine Vereinbarung zur strukturellen Neuausrichtung des Unternehmens geeinigt. Dieser „Tarifvertrag Transformation“ gilt bis Ende 2022 für die etwa 50.000 Tarifmitarbeiter in Deutschland und soll ZF die nötige Flexibilität geben, um unter dem Einfluss der Corona-Pandemie die Folgen der Wirtschaftskrise zu bewältigen. Außerdem soll so die Transformation des Unternehmens im Zuge des Mobilitätswandels weiter vorangebracht werden.

Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen

Die Vereinbarung beinhaltet weitreichende Instrumente zur Flexibilisierung der Personalkapazitäten, die es dem Unternehmen erlauben, diese an die Marktlage anzupassen. Zudem verzichten die Beschäftigten im Jahr 2020 einmalig auf eine Sonderzahlung in Höhe von 400 Euro, die im Juli ausgezahlt worden wäre. Dafür sichert ZF seinen Beschäftigten in Deutschland mit dem Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und der Zusage des Erhalts aller Standorte bis 31. Dezember 2022 Arbeitsplatzsicherheit zu. Darüber hinaus haben ZF, Gesamtbetriebsrat und Gewerkschaften die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden und dual Studierenden sowie den Erhalt der Ausbildungsplätze auf dem heutigen Niveau vereinbart.

Beschäftigung in Deutschland durch Kurzarbeit sichern

„Die Kurzarbeit hat sich in den vergangenen Monaten bewährt und ist bis auf Weiteres unser wirksamstes Instrument, um Beschäftigung in Deutschland zu sichern“, sagt Sabine Jaskula, Personalvorstand und Arbeitsdirektorin im ZF-Vorstand. Auch für die Zeit nach dem Auslaufen der Kurzarbeit wurden Regelungen getroffen: Bei weiterhin schwacher Nachfrage können die Arbeitszeiten in allen Tarifgebieten um bis zu 20 Prozent reduziert werden. Um Einkommensverluste abzufedern, wurden Aufstockungsbeträge für die sogenannte „tarifliche Kurzarbeit“ vereinbart. Sabine Jaskula betont: „Wir appellieren jetzt an die Politik, die Tarifvertragsparteien in ihrem Ansinnen zu unterstützen und diese Aufzahlungsbeträge – wie bei der klassischen Kurzarbeit bereits geschehen – steuer- und beitragsfrei zu stellen.“

Schließung für bestimmte Standorte nicht ausgeschlossen

Teil des Pakets sei außerdem die Vereinbarung, während der Laufzeit der Beschäftigungssicherung für jeden Standort ein Zukunftsbild zu entwickeln. Hier gehe es darum, mit welchen Produkten und Investitionen Beschäftigung über das Jahr 2022 hinaus gesichert werden kann. Dieser Prozess soll die beschleunigte Transformation von ZF unterstützen und den Erhalt aller Standorte möglich machen, für die eine gute Perspektive entwickelt werden kann. Für Standorte, die in den nächsten beiden Jahren zum Beispiel aufgrund des Strukturwandels in der Automobilindustrie kein solches Zukunftsbild erarbeiten können, wird auch eine Schließung von 2023 an nicht ausgeschlossen.

Kapazitäten an den Markt anpassen

„Die neue Vereinbarung gibt uns die nötige Flexibilität, um unsere Kapazitäten schnell und sozialverträglich an die dauerhaft gesunkene Nachfrage aus dem Markt anzupassen“, sagt Sabine Jaskula. „Sie steht am Anfang eines Weges, den wir bei ZF gemeinsam gehen wollen. Angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen und des Wandels in der Mobilitätsbranche wird das nicht einfach sein und auch schwierige Entscheidungen erfordern. Wir haben aber für alle Beteiligten gute Lösungen erreicht und sind jetzt für die nächsten Etappen vorbereitet.“

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