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ZF bringt Künstliche Intelligenz ins Fahrwerk
E-Mobilität

ZF bringt Künstliche Intelligenz ins Fahrwerk

Dr. Peter Holdmann, Mitglied des ZF-Vorstands und verantwortlich für die Pkw-Fahrwerktechnik. Foto: ZF
Dr. Peter Holdmann, Mitglied des ZF-Vorstands und verantwortlich für die Pkw-Fahrwerktechnik. Foto: ZF

Mit „AI Road Sense“ und „Active Noise Reduction“ hat das Unternehmen zwei KI-gestützte Softwarefunktionen für das Fahrwerk vorgestellt. Die Anwendungen sollen Straßenzustände in Echtzeit auswerten und Reifengeräusche im Innenraum reduzieren und sind Teil des Chassis-2.0-Konzepts.

Sowohl „AI Road Sense“ als auch „Active Noise Reduction“ wurden von der ZF Friedrichshafen AG Anfang Januar 2026 bei der CES in Las Vegas vorgestellt. Sie sind Teil des sogenannten Chassis 2.0-Konzepts des Unternehmens. Wie bereits bei der Steer-by-Wire-Technologie, die die herkömmliche mechanische Verbindung von Lenkrad und Lenkgetriebe durch eine rein elektrische Signalübertragung ersetzt, handelt es sich hierbei um eine Erweiterung von Fahrwerkfunktionen durch digitale Sensorik.

Weiterentwicklungen des softwaredefinierten Fahrzeugs

ZF ordnet die Neuheiten in die Weiterentwicklung des Bereichs softwaredefinierte Fahrzeuge, kurz SDV, ein. Dr. Peter Holdmann, Mitglied des Vorstands und Leiter der Pkw-Fahrwerktechnik, erklärt: „Mit unserer Strategie für das Chassis 2.0 führen wir das Fahrwerk ins digitale Zeitalter. Wir verbinden unsere Hardware-Kompetenz mit fortschrittlicher Software und künstlicher Intelligenz. Mit diesem Ansatz schaffen wir Lösungen, die den Weg für das softwaredefinierte Fahrzeug ebnen. So gestalten wir die Mobilität von morgen – sicher, intelligent, vernetzt und individuell.“

Fahrwerk passt sich in Echtzeit an Straßenbedingungen an

„AI Road Sense“ sei als skalierbare Software ausgelegt, die mithilfe moderner Sensorik wechselnde Straßen- und Oberflächenbedingungen, wie etwa bei Schnee und Glatteis, erfasse und daraus Fahrwerksanpassungen ableite. Die Steuerung erfolge über die ZF-Software cubiX, die Sensordaten verarbeitet und die Regelung von Aktuatoren koordiniere. Reaktionen seien so innerhalb von Millisekunden möglich. „AI Road Sense kann dabei unterstützen, Fahrerinnen und Fahrern die Unsicherheit vor anspruchsvollen Straßenverhältnissen zu nehmen. Das System erkennt potenziell gefährliche Situationen in Sekundenbruchteilen und reagiert schneller, als es die menschliche Reaktionsfähigkeit zulässt“, so Holdmann.

Ergänzend könne das System nach ZF-Angaben eine Fahrer-Erkennung zuschalten und Fahrpedal-, Brems- und Lenkmanöver in Echtzeit mit internen Parametern, beispielsweise ob Kinder im Fahrzeug sind, sowie äußeren Einflüssen wie der Außentemperatur abgleichen. Auf dieser Basis könne die KI den individuellen Fahrstil prognostizieren und das Fahrwerk sowie den Antrieb so nachführen, dass ein adaptives, stark individualisiertes Fahrverhalten entstehe. Zudem arbeite das System im Hintergrund, ohne dass Fahrmodi eingestellt werden müssten.

Automatisierte Geräuschreduzierungen im Innenraum

Als zweite CES-Premiere präsentierte ZF „Active Noise Reduction“ zur Verringerung von Reifengeräuschen im Innenraum. Die Funktion solle ohne zusätzliche Hardware zur Geräuschdämmung auskommen und durch das Zusammenspiel der neuesten Generation des ZF Smart Chassis Sensors mit der semiaktiven Dämpfung CDC ermöglicht werden. Die Koordination übernehme auch hier die hauseigene cubiX-Software. Genannt wurden bereits erreichte Pegelreduktionen von mehr als drei Dezibel, mittelfristig wurden bis zu zehn Dezibel in Aussicht gestellt. Die Serienproduktion ist für 2028 vorgesehen.

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